Unser Projekt in Deva, Rumänien

 

Frühere Berichte

 

Deva, im Advent 2013

 

Lieber Unterstützer!


Von ganzem Herzen danke ich Ihnen dafür, dass die Mitarbeiter der Stiftung Hl. Franziskus im Jahr 2013 für 2.300 Kinder, die uns Gott anvertraut hat, sorgen konnten. Ich danke Gott auch für Sie und Ihre Großherzigkeit und dafür, dass wir zusammen am Aufbau Seines Reiches arbeiten können.

Erlauben Sie mir bitte, zum Zeichen meines Dankes einige Adventgedanken mit Ihnen zu teilen …

Advent ist die heilige Zeit vor Weihnachten. Es sind keine Blumen auf dem Altar, kein Licht in der Kirche, alles ist einfach und still. Wir begreifen plötzlich, dass wir allein, ohne Gott, klein, hilflos, arm, ja verloren sind. In unserem Herzen ertönt der verzweifelte Schrei: "Komm Herr Jesus!" Advent, das heißt adveniat bedeutet: er möge kommen!

Auf dem Adventkranz zünden wir zuerst eine einzige Kerze an, deren winziges Licht in unserer dunklen Kirche flackert. Die Lichter, die von Woche zu Woche dazukommen, regen mich dazu an, die Schranken meines aus einem Häufchen Asche geborenen Daseins zu erkennen und mich danach zu sehnen, dem unermesslichen Licht des lebendigen Gottes entgegenzugehen.

Es ist wichtig zu wissen, was man will. Wenn wir es nicht wissen, dann können wir im Leben gar nichts erreichen. Dazu brauchen wir Stille, die Sehnsucht des Advents, Reinigung.

Die Erleuchtung wird nicht in Glanzfolien verpackt im Einkaufszentrum angeboten. In der Stille des Advents sollten wir uns darüber klar werden, was wir haben, was wir im Laufe der Jahre erreicht haben, wonach wir uns sehnen, was wir brauchen, was wir in den kommenden Jahren verwirklichen möchten, was wir hoffen, was wir uns erträumen. Wie sieht es in unserer Familie aus, woran kranken unsere Beziehungen am Arbeitsplatz, im Beruf? Wo finden wir die Antworten auf die Fragen unseres Lebens? Wo sind die Lösungen für die quälenden Sorgen? Wer im Advent so in sich geht und seine Pläne macht, der wird dem Jesuskind ganz bestimmt einen sehr schönen Brief schreiben. Der in Worte gefasste Traum ist noch keine Wirklichkeit, hat aber schon eine Gestalt, die sich, wenn wir geduldig sind, verwirklichen kann.

Im Weihnachtsfestkreis übertrifft Gott auch unsere schönsten Träume. Seine Antwort auf menschliches Sehnen und Suchen besteht darin, dass Er sich uns selbst schenkt und unter uns wohnt. Er entäußert sich und wird einer von uns. Gottes Antwort auf unsere Wünsche ist ein schutzloses, unbeholfenes Kindlein: Sein geliebter, heiliger Sohn.

Auf diesem Wege wünsche ich Ihnen auch im Namen unserer Kinder und Mitarbeiter eine schöne Adventzeit des Wartens, Sehnens und glückliche, gesegnete Weihnachten!

In dankbarer Zuneigung und im Gebet verbleibt Ihr

Pater Csaba

 

Deva, 2. April 2013

 

Warum bin ich Optimist? Warum vertraue ich auf das Morgen, auf die Zukunft der Welt, auf das friedliche Endziel der Menschen, auf das Kommen des Reiches Gottes?

Weil es gut ist, gut zu sein. Weil es gut ist, Gutes zu tun, sich in Liebe niederzubeugen zu einem Leben, dem es schlecht geht, einem unbeholfenen Kind zu helfen, sich dem Leben zu stellen. So sind wir geboren: Gott hat uns zum Guten, Schönen und Wahren bestimmt. Natürlich kann man auch uns - wie das Stehaufmännchen - aus dem Gleichgewicht werfen, und wir sind imstande, uns für böse Dinge zu entscheiden. Wir haben die Neigung zur Niedertracht, zur Heuchelei, aber die reine, bleibende Freude erfahren wir nur durch die guten Dinge.

Nach schlechten und bösen Taten wird unsere Seele schwer, und wir spüren eine knödelgleiche Last im Magen. Unser Herz schnürt sich zu, wir fliehen den Spiegel, die Sünde macht uns einsam und ausgebrannt, krank und tot. Gut zu wissen, dass die Physik keine absolute Obergrenze der Wärme kennt, dafür aber einen absoluten Nullgrad, eine Kälte, die alles tötet: Schon in der Theorie kann nichts mehr kühler sein als das. Die Liebe, die Güte hat keine Obergrenze, denn diese ist Gott, der Unendliche. Die Bosheit, der Hass: Sie sind begrenzt, und das ist der Tod, das Vergehen, und dann nichts mehr!

Gut zu sein, ist gut! Was ich an Minuten meines Lebens der Liebe, der Güte, der Barmherzigkeit geweiht habe, erfüllt mich mit Freude, macht mich schon auf Erden glücklich, aber ich bereue jede Minute, in der ich egoistisch, kleingläubig, träge, mitleidlos war, und möchte sie mit Bußfertigkeit auslöschen, als ob es nie gewesen wäre.

Kein Zufall, dass selbst in Amerika ein schlichter, aber authentischer Bibelfilm, der mit unbekannten Darstellern gedreht wurde, mehr Zuschauer findet und auch aus pragmatischer Hinsicht ein besseres Geschäft bedeutet, als mit riesigem Aufwand an Geld und Stars gedrehte Superproduktionen, die uns raffiniert manipulieren und Gott und die Kirche beschmutzen.

Ich bin Optimist, weil es gut ist, gut zu sein! Ich blicke zuversichtlich in die Zukunft! Warum auch sollte ich kein Optimist sein? Ich lebe doch in einer Welt, in der ein einfacher "Opa" aus Latein-Amerika in einem grauen Stadtbus ankommt und mit seinen abgetragenen Stiefeln nach Rom hineinläuft, um sich auf den Papstthron zu setzen. Er benennt sich nach dem heiligen Franz von Assisi, einem Mann, der vor 800 Jahren bewusst auf alles verzichtet hat und am Grab des heiligen Petrus seine Kleider mit einem Bettler getauscht hat, um als Gottes Minnesänger ein frohes und freies Leben zu führen. Gut zu sein, ist gut! Der neue Papst hat keine Panik, nimmt sich die Zeit, seinen Briefträger anzurufen, um sich für dessen bisherige Arbeit zu bedanken und alle Abonnements zu kündigen, da er nun Papst sei. Auf tausend Ebenen spielt sich das Leben dieser verwickelten Welt ab, und dennoch, als sich der Papst zum ersten Mal öffentlich zu Wort meldet, da tummeln sich mehr als 6.000 Journalisten.

Ich wundere mich auch nicht darüber, dass Russland, das vor 20 Jahren wieder an die Stelle der atheistischen Sowjetunion getreten ist, mit einer gewaltigen Anstrengung an Mitteln den Religionsunterricht in den Schulen eingeführt hat. Möglich, dass die oberste Führung des Landes nicht tief religiös sei, aber sie ist sich im Klaren darüber, dass sie den vielen Bewohnern des riesigen Landes keine andere Glücksquelle bieten kann als die barmherzige Liebe und den weisen Glauben. Es ist ganz sicher, dass es für die Menschheit keinen anderen Weg zum Glück gibt als die Güte und die Liebe. Warum auch sollten wir andere Wege suchen, wenn die Solidarität, die Liebe, das Vertrauen unsere Herzen schon hier auf Erden mit Freude und Glück ganz erfüllen können und uns zudem die Hoffnung und das Recht auf die ewige Seligkeit schenken.

Mit dem herzlichen Gruß der Minderen Brüder,
Csaba Böjte

 

Wien, 24. Februar 2013

 

Begegnung der besonderen Art

Es war eine Begegnung, die vor 20 Jahren mein Leben grundsätzlich beeinflusst hat, ein Treffen mit einigen österreichischen Schwestern und Brüdern, unter ihnen Gerti Werner und Erhard Alexitsch. Sie haben, als sie wieder heimgekehrt waren, ihren Freunden alles berichtet und haben den Wunsch geäußert, diese in Not geratenen Kinder zu unterstützen.

Sie haben als Christen beschlossen, an 365 Tagen im Jahr jeden Tag mit jeweils einem Euro einem Kind zu helfen. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die Tatsache, dass diese Verbindung nach zwanzig Jahren, trotz der Entfernung und sprachlichen Probleme bis zum heutigen Tag immer noch vollkommen aufrecht ist!

Gestern Nachmittag ist es uns wieder gelungen, mit ihnen zusammen zu sein, und mich zu bedanken für die Treue an unseren Kindern und die besondere Hilfe für eines unserer Kinder: Casandra, die in Wien an ihrem Rückgrat operiert werden konnte.

Ja, für mich kann jemand die Welt und die Menschen als schlecht beschreiben. Dennoch, Gott hat die Menschen erschaffen, und ich weiß, aufgrund meiner Erfahrungen mit meinen lieben österreichischen Freunden, ihrer 20-jährigen Treue gedenkend, dass Gott die Menschen wunderbar gut erschaffen hat.

Ich bitte herzlich den guten Gott, dass er allen Menschen so gute Freunde geben möge, wie unsere österreichischen Schwestern und Brüder für die Hl. Franziskus-Stiftung solche sind.

Mit dankbarem Herzen,
Pater Csaba

 

Deva, den 8. Dezember 2012

 

Liebe Unterstützer!

Vor Weihnachten bereiten wir uns alle auf die Feier der Geburt des Christkindes vor. In der stillen und heiligen Zeit des Advents richten wir unsere Gedanken auf unsere Beziehung zu Gott und unsere Mitmenschen. Wir halten inne und denken an das Geschenk des himmlischen Vaters, an Seinen Sohn, an unseren Erlöser.

Ich möchte Ihnen eines meiner schönsten Weihnachtserlebnisse als Zeichen meiner Dankbarkeit mitteilen.

Zu jener Weihnachtsnacht saß ich still in der Kirche und überlegte, was für ein Geschenk der himmlische Vater Seinem Heiligen Sohn in der ersten Weihnachtsnacht der Weltgeschichte mitgegeben hatte. Was für ein Beispiel gibt uns der beste Vater der Welt? Ich setzte mich nachdenklich an die Krippe und betrachtete still den kleinen Gottessohn. Es war mir klar, dass Gott Seinem Sohn nicht allzu viel mitgegeben hatte, er ist unter sehr rauen Bedingungen zur Welt gekommen, und bald wurde auch sein Leben von Soldaten des Kindermörders bedroht. Nicht einmal die elementare Sicherheit hatte der himmlische Vater Seinem eigenen Sohn geschenkt, dem er die Aufgabe der Erlösung der Welt anvertraut hatte.

Ich betrachtete das Kind, und sah beinahe, wie es mit seinen kleinen, weichen Händchen den Hals seiner Mutter mit Liebe und Vertrauen umarmt und lächelt. Ich sah ihm zu und verstand etwas sehr Wichtiges: die Geschenke des himmlischen Vaters sind Liebe, Güte und Vertrauen, die wie Licht die Hilfslosigkeit und Armut des Kindes durchdringen und erhellen. Jesus kann nicht reden, kann sich nicht versorgen oder sich verteidigen, er kann aber lieben. Ich redete ihn an: "Kleiner Jesus, Du bist nicht arm, nicht einmal im Stall, denn in Deinem Herzen ist tiefe Liebe und Vertrauen zu Deiner Mutter und ihrem Verlobten, Josef. Es ist schön, Dich auf den Armen der einfachen Hirten und der Waisen aus dem Morgenland zu sehen, wie Du auf ihre Huldigung mit Liebe antwortest. Du hast nichts, bist doch unendlich reich, weil Du lieben kannst, weil Du auf die Welt und die Menschen, die von Deinem Vater geschaffen wurden, mit Vertrauen blicken kannst. Ich sehe Dich an, wie Du in Lappen gewickelt in der Krippe für Tiere liegst, und ich schäme mich. Du bist mit leeren Händen gekommen, um die Welt zu erlösen, Du hast nichts, nur die Liebe Deines lodernden Herzens, wodurch Du seit Jahrtausenden die Welt bewegst. Herr, wie schön es wäre, es zu lernen, dass die größte Macht der Welt die reine Liebe ist!" Durch Liebe wird der versteckteste Stall zum schönsten Ort der Welt, wo aber keine Liebe ist, wird auch das prachtvollste Palais zu einem Grab, wo nur Mumien begraben sind. Jeder Mensch, der lieben kann, ist unglaublich reich, und besitzt Kräfte, die Berge versetzen können.

Es ist nicht wichtig, was wir haben, worüber wir verfügen, sondern ob wir einander liebevoll umarmen können.

Um dieses Geschenk bitte ich Dich, Gott! Gib uns, dass wir einander reinen Herzens und mit Vertrauen lieben können! Dieses Geschenk brauchen wir jetzt sehr nötig, in einer Krisenzeit, wo wahrscheinlich vieles um uns zugrunde gehen wird. Wir haben unsere Gesellschaft auf Sand, wie Konsum, Besitz und Herrschen gebaut, und unsere Zivilisation bricht nun beinahe zusammen. Vielleicht werden wir bald die Armut von Betlehem erleben müssen, aber ich bitte Dich, Gott demütig, dass Du uns mit Deiner reinen Liebe bescherst, dass wir einander umarmen, wie das Christkind seine Mutter und die Hirten. Ich bitte Dich, schenke uns wahres Vertrauen und Entschlossenheit, damit wir gemeinsam Dein Reich, nach Deinem Willen, aufbauen!

Mit diesen Gedanken möchte ich mich bei Ihnen vom Herzen für Ihre Unterstützung im Jahre 2012 bedanken. Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachten und ein frohes Neues Jahr!


Csaba Böjte OFM
Vorsitzender der Stiftung Hl. Franziskus

 

Deva, im Oktober 2012

 

Liebe Freunde der Kinder von Deva!

Vor zwanzig Jahren kam ich nach Deva, damals begannen wir das Kinderschutzzentrum "Muttergottes Maria" auszubauen. Wir hatten Mut, die Arbeit anzufangen, weil mich einige großzügigen Schwestern und Brüder aus Österreich ermutigten und finanziell unterstützten. Gerti Werner, Erhard Alexitsch, meine Freunde in Laab, und all die anderen guten Leute, die durch ihr Beispiel mir ebenfalls vertrauten, an mich glaubten und mich finanziell unterstützt haben, damit wir uns an unserer Mutter Gottes ein Beispiel nehmen, ja zum Leben sagen, und unser Leben der aktiven und caritativen Liebe widmen. Diese bescheidenen ersten Schritte, von Gottes Segen begleitet, führten uns auf einen faszinierenden Weg, dessen Meilensteine Wunder der Güte und Liebe waren. Für mich ist es beinahe unbegreiflich, aber heute haben wir an 65 Orten 2350 Kinder, der damals gesäte Samen hat sich zu einem riesigen Baum entwickelt!

Ich empfinde große Freude und riesige Dankbarkeit unserem fürsorgenden, guten Gott gegenüber, der uns in den vergangenen Jahren so viele Schwestern und Brüder geschickt hat. An dem Marien-Gedenktag, am 7. Oktober, möchten wir der Patronin unseres Kinderheimes mit einem Dankgottesdienst gedenken. An diesem Fest möchten wir nicht nur dem lieben Gott danken, sondern auch den Unterstützern aus dem deutschsprachigen Raum für ihre jahrelangen Hingabe und Arbeit unsere Dankbarkeit ausdrücken.

Zu unserer Danksagung möchten wir auch ehemalige Schüler einladen, und hoffen, dass es uns allen eine große Freude bereiten wird zuzusehen, wie viele Früchte unsere Zusammenarbeit und Liebe in den vielen Jahren gebracht haben. Ich freue mich darauf, die neuen "Enkelkinder" in den Schoß zu nehmen und sie zu streicheln. An diesem wunderbaren Erlebnis möchte ich auch all die teilhaben lassen, die mit ihrer opferbereiten und aktiven Liebe unsere Arbeit unterstützt haben, heute noch unterstützen und uns in ihren Gebeten tragen.

In großer Liebe und dankbaren Herzens heißen wir Sie am ersten Oktoberwochenende herzlich willkommen.


In Liebe des Minderen Bruders,

Pater Csaba

 

Deva, 28. Juni 2012

 

Die Schulferien sind da!

Wir möchten den Kindern vermitteln, dass unser Brot aus der schwarzen Erde wächst, und dass die schönsten und reinsten Freuden der Welt aus der Arbeit des Menschen in der Landwirtschaft entstehen. Eine Freude, welche die wunderschönen Züge des allmächtigen Schöpfer auf unserem Gesicht widerspiegelt.

Landwirtschaftliche Arbeiten, Tierhaltung.
Die Grundlagen dieser Tätigkeiten möchten wir den Kindern beibringen.

Die Kinder aus Siebenbürgen in unseren Häusern stammen großteils aus Familien, die in der Landwirtschaft tätig waren. Deswegen haben wir in Csiksomlyo (Sumule), wo unsere Kinder der Klassen IX-XII lernen, einen kleinen Landwirtschaftlichen Betrieb aufgebaut. Die Kinder sollen nicht nur viel Wissen theoretisch erwerben, sondern die Natur und die Hände-Arbeit auch nicht vergessen. Letztes Jahr haben wir schon erfolgreich Gemüse angebaut, einige Tiere wie Schweine, Ziegen und Hühner zur Freude der Kinder angeschafft. Heuer ist es uns gelungen, das Scheunendach zu erneuern, den Kräutergarten zu erweitern und mit Hilfe eines Unterstützers einen gebrauchten Traktor anzuschaffen.

Die Erfolge haben uns angespornt, die Felder des hiesigen Franziskaner Klosters zur Bewirtschaftung zu übernehmen, damit unsere Jugend die Arbeit der landwirtschaftlichen Tätigkeiten in der Praxis lernt, um sich für später ein Wissen anzueignen, womit sie ihre Familien ernähren können.

Die Kinder arbeiten jeden Tag eine Stunde in der Landwirtschaft, und in den Ferien wird eine Woche Lernen für die Grundlagen der landwirtschaftlichen Arbeit gewidmet. Wenn wir dieses Programm schön weiterführen können, werden die Kinder im Laufe der Jahre sehr viel praktisches Wissen aneignen. Ich hoffe aus ganzem Herzen, dass auch die Kinder, die nicht die Fähigkeit haben, weiter zu studieren, ihren Platz finden werden in der Heimat, um mit ihrer Hände Arbeit das tägliche Brot anständig zu verdienen.

Wir danken recht herzlich unseren Freunden für ihre gütige, großzügige Unterstützung und wir melden herzlich, dass jede weitere Unterstützung in dieser Richtung mit viel Freude angenommen wird. Wenn jemand mit einem kleinen Kälbchen, mit Hühnern, Werkzeugen oder Obstbaum-Setzlingen uns beschenken möchte, alles wird von uns mit herzlichem Dank freudig angenommen. Es würde uns sehr freuen, wenn jemand uns mit seinem Fachwissen, oder mit seiner Hände Arbeit helfen möchte.

Herzlichen Dank,

Pater Csaba

Deva, 15. März 2012


Liebe Unterstützer der Stiftung Heiliger Franziskus!

Die Ereignisse heute werden oft mit den apokalyptischen Bildern des Buches der Offenbarung von Johannes verglichen. Viele fragen verzweifelt: "Naht der Weltuntergang?"

Wenn man öfter in der Heiligen Schrift liest, erkennt man, dass uns unser Schöpfer und Erlöser niemals verlässt. Er formt uns und belehrt uns manchmal mit harter Hand, aber er kehrt uns niemals den Rücken und er löscht unsere Welt nicht aus, was immer auch passiert! Er weiß es sehr wohl, was im Herzen des Menschen ist, er weint vor den Mauern Jerusalems, am Palmsonntag zieht er aber doch in seine geliebte Stadt ein. Gründonnerstag und Karfreitag zerschmettern ihn, aber am Morgen des Ostersonntags kommt die Sonne wieder auf und Jesus Christus baut Gottes Reich mit all denen weiter, die sich mit ihm in einer Partnerschaft verbündet haben. Er fängt einen Dialog mit den Jüngern aus Emmaus an. Er redet sie so wunderbar an, dass die Jünger einander fragen: "Brannte nicht unser Herz, als er unterwegs mit uns redete?" Für die durchfrorenen Apostel, die die ganze Nacht gefischt hatten, macht er Feuer und brät Fisch. Petrus fragt er sanft: "Liebst Du mich?" Als Petrus demütig antwortet: "Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich liebe", zögert er nicht, sondern erwidert: "Weide meine Schafe." Jesus wird nicht unsicher, sondern setzt mit den Menschen zusammen sein wunderbares, die Welt weiterschöpfendes Werk fort. Der Gott des Dialogs und des Gebets will die Menschheit in eine persönliche und frohe Lebensgemeinschaft mit dem Heiligen Geist führen. Gibt es auf Erden einen schöneren Traum als diesen?

Zweifellos gab es und gibt es immer noch unglaublich viele Schwierigkeiten und Sorgen im Leben des einzelnen Menschen, aber auch in der Existenz der ganzen Menschheit. Leider verzweifeln oft auch die Besten, wenn sie die unermesslich vielen Probleme, die sich vor uns türmen, sehen und sie ziehen sich zurück und überlassen Gott die Arbeit. Wenn wir ehrlich sein wollen, müssen wir gestehen, dass wir uns oft über einen Weltuntergang freuen würden! Wir könnten uns ruhig zurücklehnen, Gott wüsste, wie er richtet, er würde die Probleme lösen. Er würde uns von den Lastern, die wir uns oft selbst machen, befreien und uns, seine verwunderten Kinder in sein frisch gebackenes, perfekt vorbereitetes Paradies hineinführen. Ich befürchte, Gott, der ständig an seinem Werk arbeitet, wird uns nicht aus unserer halbfertigen Welt so einfach in sein nagelneues Himmelsreich hineinführen. Das würde nicht seiner Art entsprechen. Er möchte, dass wir gemeinsam unser Heim aufbauen, und jeder einzelne Stein für dieses Haus sollte in Zusammenarbeit auf seinen Platz gesetzt werden. In dem großen Werk des Erlösens nahmen Maria, Josef und die Apostel alle heldenhaft und standhaft teil. Viele Männer und Frauen haben auch durch ihr Martyrium ihren beispielhaften Beitrag geleistet. Gott ruft mit Liebe und Demut die Menschen in jedem Zeitalter, damit sie in einer Partnerschaft, im Gebet zusammen denkend, mit harter Arbeit, Hand in Hand die Welt weiterschöpfen. Natürlich dröhnen noch die Parolen der Mächtigen und die Werbungen der Milliardäre, die mit ihrem Geld immer noch mehr Gewinn machen wollen, aber die Menschen werden wach, und strecken ihre Hände nach Werten aus, die einem Hoffnung und Vertrauen versprechen.

Ich glaube daran, dass die von Papst Benedikt XVI. angekündigte neue Evangelisation die Grundsteine für eine neue Epoche bedeutet. Der unendliche Gott lebt in uns allen, er klopft an unseren Herzen und möchte mit uns reden. Das Unendliche und das Staubkorn trifft sich im Mysterium des Gebetes. Es steht eine unglaubliche Perspektive vor der Menschheit, die sich Hand in Hand vor Gott beugt und einen Dialog mit dem Unendlichen beginnt.

Mit diesen Gedanken möchte ich Ihnen meine Dankbarkeit ausdrücken und frohe Ostern wünschen!

Ihr Bruder Csaba

 

 

Brief an unsere Unterstützerinnen und Unterstützer!

Neuerdings kommt mir öfter der blinde Roma, ein Rumänisch sprechender Bettler in den Sinn, der alleine die zwei kleinen Kinder seines Bruders erzog. Der Bruder des Mannes war im Gefängnis. Am vierten Advent 1985 stand er auch da, wie jeden Sonntag, im Eingang der Kathedrale in Alba Iulia. Ich fragte ihn, wo er wohnen würde. Am Nachmittag ging ich mit einem meiner Mitbrüder zu ihm. Wir sahen, dass er am Ende des Dorfes an einem Wassergraben in einer Höhle wohnte, die zum Teil in die Erde gegraben war. An jenem Dezemberabend, wo es schon schnell dämmert, erzählte er beim Licht einer flackernden Kerze sein trauriges Schicksal.

Als Kind hatten ihm einige Kinder aus Spaß Pfeffer in die Augen geblasen. Alle lachten, und er selbst konnte nie wieder sehen. So konnte er auch keinen einzigen Tag in die Schule gehen. Sein Bruder hatte zwei kleine Kinder, einen kleinen Sohn, der sechs Jahre alt war, und eine kleine Tochter, die fünf war, namens Floare „Wilde Blume“. Der arme Mann hatte Holz gestohlen (wie viel Holz brauchte man wohl, um dieses kleine Loch aufzuwärmen?) und er kam mit seiner Frau ins Gefängnis. Die Kinder wurden von da an von dem blinden Onkel, der vom Betteln lebte, ernährt und erzogen.
Erschüttert hörten wir dieser unendlich traurigen Geschichte zu und sahen uns in der unbeschreiblichen Armut um: Sechs Quadratmeter, ein einziges handgroßes Fenster, ein dunkles Loch in der Erde, ein Paar Händevoll Stroh in den Ecken anstelle von Betten. Ich war von tiefem Mitleid überwältigt, aber auch schämte ich mich. Ich schämte mich vor den Kindern dafür, dass ich Teil einer Gesellschaft bin, die sie zu einer dunklen Erdgrube, wo sie nicht einmal ein Bett hatten, verurteilt hatte. Zu Weihnachten, am Nachmittag, besorgten wir ein Bett mit einer Matratze und einen Tannenbaum und brachten das Geschenk zu Fuß, auf unserem Rücken, in das acht Kilometer weit liegende Dorf. In das Häuschen passten nicht beide Geschenke, der Baum und das Bett hinein. So stellten wir den Baum vor der Hütte auf. Ich kann die unendliche Freude und das Glück, das wir mit diesem kleinen Geschenk machten, nicht beschreiben. Die Kinder begleiteten uns fast bis zur Stadt zurück und bedankten sich immer wieder für das Bett und die Paar Bonbons, die wir auf den Baum gehängt hatten. Ich glaube, ich habe noch nie in meinem Leben so viele klebrige Küsse zu Weihnachten bekommen, wie an diesem Abend.

Es tut gut, gut zu sein. Es tut gut, uns zu den Kleinen niederzubeugen, zu den Schwächsten und zu den Ärmsten. In den Jahren habe ich erfahren, was für eine reine und edle Freude es ist, gut zu sein, Gutes zu tun und aus Liebe barmherzig gegenüber den Notleidenden zu sein. Wenn ich nur den reichen Leuten diese reine Freude zu spüren geben könnte, nicht nur den Privatpersonen, sondern auch den Vorständen großer Finanzgesellschaften und Bankiers!

Ich bitte Gott, dass Er die Herzen der Reichen mit Liebe, Güte und Erbarmen beschert, denn ich sehe traurig zu, wie sich nicht nur Privatpersonen tagtäglich verschulden, sondern auch eine ganze Reihe von Ländern dem Bankrott nahe gekommen sind. Erstaunt sehe ich zu, dass Länder, die in Not sind, und ganze Völker auf die Hilfe und Güte der Reichsten verzichten müssen. Die Banker werfen sich wie Geier auf die ihnen ausgelieferten Völker, und anstelle eine finanzielle Hilfe zu kleineren und erträglichen Zinsen zu leisten, wollen sie ihnen aus verbrecherischer Eigennützigkeit der Wucherer nur Kredite zu einem noch höheren Zinssatz, zu unerfüllbaren Konditionen geben.

Ein Schrecken des vergangenen Jahrhunderts war die Diktatur des Proletariats, wo eine kleine Minderheit ihren Willen Millionen von Menschen aufzwang und, ihre blutige Macht missbrauchend, die Unschuldigen bedrängte. Dasselbe tat der Faschismus, der die Macht an sich gerissen hat und mit seinem verbrecherischen Denken und Handeln die ganze Menschheit ins Elend stürzte. Mich erinnern diese Wenigen, die durch ihre finanziellen Finessen märchenhafte Vermögen gewinnen, in dem sie Regierungen stürzen und Länder zum Bankrott führen, an diese gehassten, diktatorischen Mächte. Die Diktatur der Banken verschuldet sogar die noch nicht geborenen Kinder, da sie alle Staatsangehörige der verschuldeten Länder in eine elende finanzielle Abhängigkeit stürzt. Es werden unerträgliche Lasten durch die Wucherzinsen auf die Völker geladen, damit einige ihr unermessliches Vermögen ständig vergrößern. Demokratisch gewählte Regierungen stürzen um und die Statthalter der Finanzwelt kommen an die Macht, deren einziges Ziel es ist, aus den Ländern weitere Wucherzinsen herauszupressen.

Im Bewusstsein meiner Kleinheit bitte ich die Reichen mit Liebe und Demut, dass sie unter erfüllbaren Konditionen den Ländern Kredit geben. Sie sollten den Leuten zulassen, dass sie aufatmen können und dass sie finanziell wieder auf die Beine kommen können. Sie sollten diese schöne, von Gott geschaffene Welt nicht wieder ins Leiden, in blutige und schreckliche Revolten und in riesige Straßenschlachten zwingen! Es war so bestürzend zu sehen, wie eine junge griechische Demonstrantin von als Außerirdische verkleideten Söldnern an den Haaren durch die Straße gezogen wurde. Die Bankiers können sich jetzt noch für die Liebe und Großzügigkeit entscheiden. Die Zinsen ihres Geldes könnten Dankbarkeit und Achtung, aber sie könnten auch Blut, Tränen und unendlicher Hass werden. Die Menschheit hat sich bis jetzt immer wieder von den eigensüchtigen Diktatoren befreit, die wie Krebsgeschwüre alles erobern und sich dem Dienst der Gemeinschaft vollkommen entziehen. Es wird aber auch diesmal nicht anders kommen, wenn in den Herzen der Reichen und der Finanzleute nicht die Liebe triumphiert, dann erreicht sie nach zehn, zwanzig, siebzig oder wer weiß wie vielen Jahren das Schicksal der Tyrannen.

Guter Gott, bitte lass deine Großzügigkeit auf die Welt strömen!

In brüderlicher Liebe,
Bruder Csaba

 

Deva, den 6. Dezember 2011

Liebe Freunde!

Im Laufe des Jahres haben wir sehr viel Liebe und Güte von unseren Unterstützern bekommen. Sie kamen oft, wie ich in meinem Schreiben, als gute Rentiere zu Hilfe, damit Gottes Fürsorge und die den Kindern helfende Liebe ihr Ziel erreicht. Dafür möchte ich mich jetzt anlässlich des kommenden Weihnachtsfestes aus tiefem Herzen bedanken.

Bruder Csaba


Das Lied der kleinen Zita

In der Adventzeit denke ich mit Freude erfüllt an jenen vorweihnachtlichen Tag zurück, als ich die kleine Nachtigall unter den Kindern von Deva kennengelernt habe.

Am ersten Tag der Winterferien fuhr ich nach Dorobanti, um die Kinder für die Feiertage nach Deva zu bringen. Ein kleines blondes Mädchen, die in die sechste Klasse ging, wandte sich mit einer Bitte an mich: "Pater, bringen Sie mich in mein Dorf, wo Sie mich vor einem Jahr weggeholt haben!" Ich wusste, dass sie kein Zuhause dort hatte, so stellte ich verwundert die Frage: "Wo möchtest du hin?" Die Antwort kam: "Wissen Sie, Bruder Csaba, in dem Dorf leben noch mindestens zehn Kinder, die noch nie ein Geschenk zu Weihnachten bekommen haben. Wissen Sie, wir haben auch kein Geschenk bekommen, erst als wir zu Ihnen, ins Heim, gekommen sind." Dann erzählte sie, dass ihr Geschenk war, abends im Dunkeln lange Spaziergänge im Dorf zu machen und zuzuschauen, wie schön die geschmückten Weihnachtsbäume durch die Fensterscheiben leuchten. "Ach, Mädchen", seufzte ich tief, "seht ihr, es ist spät und dunkel und die Straße ist rutschig, und wir haben nicht einmal ein Geschenk, um es mitzunehmen!" Die Mädchen antworteten auf einmal: "Doch, wir haben Geschenke, wir haben welche vorbereitet! Der Nikolaus hat uns Vieles mitgebracht und auch von unseren Pausensnacks haben wir Einiges aufgehoben. Wir haben nun zehn kleine Tüten."

Ich konnte schwer ein Wort hervorbringen, fuhr stumm im Schneefall weiter und die Finsternis, die im Dezember so schnell kommt, bedeckte allmählich alles. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht gut genug war um mich in einen Engel zu verwandeln, aber vielleicht könnte ich zu einem Rentier werden, das den Schlitten zieht! Ich habe ja kein Geschenk, aber ich könnte den Kindern helfen, damit ihr Geschenk ankommt! So machten wir uns, in dem winterlichen Abendgrauen, von großer Liebe erfüllt, auf den Weg.

Es war neun Uhr, als wir ankamen. Wir besuchten eine Familie nach der anderen, und zuletzt kamen wir zu einem kleinen, alten Holzhaus mit einer Veranda im Szekler-Stil. Im Haus war kein Strom, drei kleine, liebe Mädchen hockten um eine einzige, flatternde Kerze. Ihre Mutter, selbst ein zerbrechliches Kind, empfing uns und stand bescheiden in der Tür. Unsere Kinder, wie wahre Engel, sangen mit klarer Stimme die schönsten Weihnachtslieder. Ich stand in der Tür, wie es sich einem wohl erzogenen Rentier gehört, in einer dunklen Ecke, und sah mit tränenden Augen zu, wie meine Kinder großzügig ihre Geschenke verteilten. Es war schön, die Gesichter der Kinder zu betrachten, Güte erleuchtete und durchdrang ihr Lächeln und die Gesichtszüge sowohl der Schenkenden als auch der Beschenkten. Die Mutter sagte dann sanft: "Ach, Pater, sie haben die Engel gebracht! Ich wollte Sie schon seit Herbst darum bitten, dass Sie meine Tochter, die größte, Zita, zu sich nehmen, weil ich sie nicht zur Schule schicken kann. Sie müsste in die erste Klasse."

Zita hat in Deva immer gesungen, so habe ich mich auch gar nicht gewundert, dass János Bródy, der Komponist sie, als beste Sängerin unter den zweitausend Kindern ausgesucht hat. Bródy hat nämlich eine CD zugunsten unserer Stiftung zusammengestellt, wo Kinder aus der Stiftung mit populären Musikern Lieder gesungen haben. Seitdem singt die kleine Zita überall, wo wir hingehen, mit Mut und Freude. Mich erinnert sie immer wieder, wenn ich auch nicht wie ein Engel lieben kann, dass ich tun sollte, was ich tun kann.

Der Gesang der kleinen Zita, ihre schöne und reine kindliche Stimme beweist mir mehr als alles andere, dass man die Großzügigkeit Gottes nicht übertreffen kann. Ja, ja, an dem Tag, wo ich sie nach Deva mitnahm, dachte ich, ich würde etwas geben, und es hat sich herausgestellt, dass in Wirklichkeit Gott mich mit einem wundervollen kleinen Mädchen beschert hat. Ich bin überzeugt, dass durch sie nicht nur ich, sondern wir alle reicher geworden sind.

Alles Liebe,
Bruder Csaba

 

Deva, 17. September 2011

 

Ich bete um Gottes Segen für das Schuljahr 2011-2012

Liebe ErzieherInnen und LehrerInnen!

Das Schuljahr 2011/2012 hat begonnen! In der ersten Woche des Unterrichts habe ich mehrere Kinderschutzhäuser und Tagesheime besucht. Nächste Woche werde ich, mit Gottes Hilfe, noch mehr Kinderschutzhäuser besuchen. Während dieser Besuche habe ich zwar von vielen Problemen gehört, trotzdem schien es, dass die Voraussetzungen für eine ehrliche Arbeit überall vorhanden sind. Die lokalen Behörden, Schulen, unterstützen unsere Arbeit mit den Schülern, mit unseren Kindern überall. Mit vielen Pfarrern, Bürgermeistern und Schuldirektoren habe ich über die vergangenen Ferien, dem begonnenen Schuljahr, über die Probleme und die kommenden Freuden und Sorgen gesprochen. Nach all den Gesprächen hat mich ein Gedanke nicht losgelassen: wie könnte man beflügelnde Wünsche, Hoffnungen, Sehnsüchte, in den Herzen der Pädagogen und in den Herzen der Kinder wecken.
Ich glaube, dass nicht das Geld, nicht die äußeren Umstände, sondern eine in den Menschen lebende Sehnsucht, ein innerer Hunger nach Wissen, unsere Schritte lenkt.
(….)
Es wäre sehr wichtig, viel mehr über die Ziele des Menschen zu reden, darüber, dass Gott uns, den aus Staub geschaffenen Menschen, eingeladen hat, die in uns schlummernden Talente entfalten, und dann einmal mit unserem Schöpfer und unseren Brüdern an einen Tisch zu setzen.
Die vor uns liegenden Möglichkeiten sind unendlich! Es ist gut zu leben, zu sein, in Bewegung zu sein, zu träumen, zu schaffen, zu sehen, dass die hier und dort gesetzten Samen austreiben, Knospen und Blüten hervorbringen.
(….)
Es wäre wichtig, unseren Kindern beizubringen, dass sie lernend die äussere Welt aufbauen - und in Wirklichkeit sich selber aufbauen. Der Lehrer, der Erzieher, ist nur wie ein Trainer neben dem Champion. Die Bezahlung ist das Brot, das Essen in deiner Tasche, tatsächlich jedoch ist der Weg, die Entfaltung das Wichtige. Unsere Taten, unsere Anstrengungen, all die Arbeit die wir mit Liebe und Ehrlichkeit auf uns nehmen, wirken auf uns selbst positiv.
(…)
Das Schuljahr und all seine Stunden sind weitere Stufen unserer Entfaltung, unserer Menschwerdung. Die Mütter haben unseren Körper auf die Welt gebracht, aber unsere geistige Entwicklung hängt von unseren eigenen Anstrengungen, von unserer täglichen Arbeit ab.
(…)
Es ist sehr wichtig, dass die Kinder, die Jugendlichen verstehen, dass man keine Angst haben muß vor den körperlichen Anstrengungen, vor den oft monotonen, langen Märschen, denn jeder Schritt macht stärker und führt in einen unbekannten, wunderbaren Morgen. Das Lernen, Begreifen und Behalten eines bestimmten Stoffes macht nicht unseren Kopf überflüssig voll, sondern es erweitert unseren Horizont, nützt unseren Talenten, wie der Sport, welcher unsere Muskeln stählt und stärkt. Dem mutigen Menschen stehen im Leben unglaubliche Perspektiven offen.
(….)
Verliere keine Zeit mit dem Sammeln von unnötigem, wertlosem Gerümpel! Belaste dich nicht mit solchen "Schätzen", die von den Motten und dem Rost zerfressen werden - sagt unser Herr und Meister, und Er wird dich nicht betrügen. Warum solltest du, wie die Pharaonen Pyramiden bauen, von "Schätzen" vollgestopft? Du selbst bist der wahre "Schatz"! Du selbst bist wertvoll, das Einzige, das Ewige, was du mit dir nehmen kannst, alles andere ist Ballast, das deinen Flug nur behindern kann.

Ich weiss, der am Weg, der in Bewegung ist, dem könnte ein Unfall passieren. Ohne dein Wollen könntest du in deiner Umgebung jemandem weh tun und du könntest auch verletzt werden, aber fürchte dich nicht, du bist nicht aus Porzellan, und Gott wird nicht gleich beleidigt sein, wenn Er einige deiner kleinen Irrtümer und Fehltritte sieht. Er möchte, dass du deine Talente nicht furchtsam in die Erde vergräbst, sondern mit Zinsen einsetzt, die fünfzigfache, hundertfache Früchte als Ergebnisse bringen. Gott weiss ganz genau, dass Er dich aus einer Handvoll Staub erschaffen hat, und deine Schwächen und Grenzen dich immer wieder hinunterziehen. Er selbst ist auch gestolpert, dennoch ist Er wieder aufgestanden!

Obwohl die Arbeiter ihren Lohn verdienen und wir in unseren Taschen eine Wegzehrung brauchen, bin ich dennoch überzeugt, dass nur eine reine Sehnsucht und der Glaube, die lebendige Hoffnung für die Lehrer und Schüler Flügeln verleihen können. Ohne diese Gefühle bist du nur ein Tagelöhner, der seine Noten oder den Tageslohn zählend dahin vegetiert.
Mit diesen Gedanken wünsche ich ein von Gott gesegnetes, erfolgreiches Schuljahr.

P. Csaba

(Istvan Hochbaum)

Bericht über das Schuljahr 2010 / 2011

 

Im Namen der Stiftung Heiliger Franziskus verfasst am 15. Juli 2011 von Csaba Böjte OFM

Auf dem Gebiet der Diözese Alba Iulia haben wir in den folgenden Orten unseren Dienst geleistet:

Deva

Die Leiterin hier ist Cecilia Palkó. Das Schuljahr haben wir mit 41 Mitarbeitern und 184 Kindern beendet. Sechs Kinder haben die 12. Klasse abgeschlossen. Unsere größeren Kinder besuchen die Schule in der Stadt und das hat auch seine Konsequenzen. Die gängige Denkweise, die Bequemlichkeit hat auch meiner Meinung nach in einigen Fällen zum Schwänzen der Schule und dazu geführt, dass einige nicht lernen wollten. Unsere größte Aufgabe ist, die Kinder und Erwachsenen zu ermutigen und ermuntern. Unser größtes Ziel ist hier aber auch in den anderen Häusern, dass die Kinder das Lernen und die Arbeit gern machen und achten.

Die Gebäude des Kinderheimes werden nach und nach renoviert, letztes Jahr haben wir die Wasser- und Abwasserleitungen und die Sanitärvorrichtungen in dem einen Block ausgetauscht und renoviert, in diesem Jahr möchten wir die Fenster austauschen. Arbeit gibt es immer, es ist mir klar, dass es nicht genügt, etwas zustande zu bringen, auch das Aufrechterhalten der Dinge ist eine riesige Herausforderung. Wie es aussieht, braucht man unsere Arbeit auch leider in der Zukunft, die Mitarbeiter in Deva können sich auch nicht zurücklehnen, denn es gibt immer und immer wieder Familien, die in ihrer Not zu uns kommen, dass wir ihre Kinder annehmen. Leider müssen wir unsere Fachschule schließen, alle Schüler möchten aufs Gymnasium, und die jetzige Schulpolitik scheint auch das als Ziel zu setzten.

Orastie

Ernö Menyhárt und seine zwölf Mitarbeiter haben das Schuljahr mit 74 Kindern beendet (44 wohnen im Heim, 30 sind Hortkinder und sind in der Nachmittagsbetreuung). Die Mehrheit der Kinder kommt aus der Stadt oder der Umgebung. Nach der vierten Klasse wechseln die meisten nach Deva, gehen dort in die weiterführende Schule und finden auch meist schnell Anschluss. Seit zehn Jahren funktioniert das Haus als Kinderheim und strahlt Frieden und Ruhe aus. Ohne große Schwierigkeiten kann das Haus seinen Aufgaben nachgehen.

Petrosani

Éva Ács, die Leiterin des Hauses Herz Jesu, hat im vergangenen Schuljahr mit 23 Mitarbeitern 107 Heimkinder und 60 Hortkinder betreut. Gott sei Dank wird unsere Arbeit sowohl vom Pfarrer Pater Rezsö Varga als auch von den staatlichen Behörden unterstützt. Die Leiterin des Hauses ist auch stellvertretende Direktorin der örtlichen Grundschule geworden, so besteht hier eine stabile Kooperation der beiden Einrichtungen. In diesem Haus sind sehr viele Kinder, wir haben leider nur einen kleinen Hof um das Gebäude, für viele ist die Muttersprache schwierig, deswegen wäre es schön, im Laufe des Sommers Ferienlagen und Ausflüge zu organisieren, die Kinder zu mobilisieren und zur Bewegung veranzulassen. Freiwillige sind hier herzlich willkommen.

Alba Iulia

László Böjte hat hier ein Haus mit 34 Kindern geleitet. Hier ist auch das zweite Haus fertig geworden. Natürlich hat das auch eine große Last bedeutet, aber wir hoffen, dass nach dieser gut gemachten und anstrengenden Arbeit das nächste Schuljahr leichter wird. Ich glaube, dass es sich gelohnt hat, in dieser historischen Stadt für die Zukunft der Kinder hart zu arbeiten.

Rimetea

Iringó Karczagi, die Leiterin des Hauses hat mit ihren drei Mitarbeitern 29 Kinder betreut. Jahrelang haben wir nach entsprechendem Personal für dieses von der Außenwelt etwas abgeschottete Haus gesucht, denn im langen Winter gefällt es hier den Leuten, die an ein Großstadtleben gewöhnt sind, natürlich nicht. Jetzt habe ich das Gefühl, dass das Haus zu einer wirklichen Gemeinschaft von Erziehern und Kindern wird, und dabei spielt der liebe Herr Pfarrer Sándor Csiby eine große Rolle, der aus Cornesti die Kollegen und Kinder in Rimetea regelmäßig besucht und betreut.

Klausenburg

Im Studentenwohnheim für Mädchen, in dem Internat Heilige Klara bereiteten sich unter der Leitung von Magdolna Maria zwanzig Mädchen auf ihre Zukunft vor. Sie besuchen alle eine Universität oder Hochschule, ebenso wie die Jungen, die im anderen Ende der Stadt ihr Internat haben. Die Entwicklung des Feingefühls und der Anspruch auf Ordnung bei den Jungen sollten bei allen unserer Einrichtungen von den Leitern ständig angestrebt werden. Am wichtigsten wäre die Erziehung der größeren Jungen (zwischen 14 und 18 Jahren), denn ihr Leben sollte die Früchte unserer erzieherischen Anstrengungen der langen Jahre und unsere Leistung im Kinderschutz tragen.

Sovata

In dieser schönen Bäderstadt hatten wir zwei Häuser zur Verfügung. Im Haus des Heiligen Josef hatten wir 84 Kinder in neun Sozialfamilien. Im neuen Haus, das wir vor Kurzem zur Ehre der Heiligen Jungfrau eingeweiht hatten, haben 31 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 ein neues Zuhause gefunden. Insgesamt waren dort 115 Kinder und Jugendliche unter der Leitung von János Lengyel und seinen 15 Mitarbeitern. Das Schuljahr ist ohne größere Schwierigkeiten vergangen. Auch wenn die Kinder auch hier keine Engel sind, glaube ich, müssen wir uns ihretwegen nicht schämen. Dank der Arbeit von Noémi Pápai, ist die Dokumentation, die wir den Behörden gegenüber vorlegen müssen, immer pünktlich und up to date.

Gherorghe Doja

Hier wird das Haus der göttlichen Gnade von Éva Bajkó und ihren drei Mitarbeitern geleitet. Sie haben das Schuljahr mit 15 Kindern beendet. Im Herbst letzten Jahres haben die Kinder dieses Haus bezogen und die Ruhe und der innere Frieden der Leiterin des Hauses haben die Sorgen und Schwierigkeiten, die es anfangs gab, gelöst. Es ist schön, in diesem Haus zu verweilen und Mittag zu essen (die Leiterin war früher auch Köchin), und zu sehen, dass sich die Kinder, die vor kurzem hergekommen sind, schön entwickeln und größer werden. In dieser protestantischen Gegend ist es uns gelungen, mit den Leuten hier und dem Pastor eine sehr gute Beziehung aufzubauen.

Lazarea

Im Gyergyó Tal, in Lazarea, hatten wir zwei Sozialfamilien mit 57 Kindern. Hajnal Csergö und ihre 12 Mitarbeiter haben die Kinder betreut. Außer den Heimkindern hatte man hier noch 22 Kinder, die täglich im Hort eine Betreuung hatten. Mit der Unterstützung von Ungarn, die in Australien leben, konnten wir in unserem zweiten Heim am Tatárdomb vier neue Sozialfamilien beherbergen. Die Häuser sind fertig, aber die Umgebung müssen wir noch nach und nach verschönern. Es ist eine große Herausforderung, aber wir hoffen, wir werden es schaffen.

Miercurea Ciuc

Sieben Mitarbeiter und Melinda Erzsébet Balázs haben im vergangenen Schuljahr 74 Jugendliche betreut. Vier von den Jugendlichen haben die 12. Klasse beendet. Wie schon geplant, haben wir aus unseren Heimen und Horten in der Umgebung nur Jugendliche ab der 9. Klasse angenommen. Es war eine große Aufgabe, das Gebäude des alten Gymnasiums zu renovieren und wieder Leben reinzubringen. In Demut kann ich aber bestätigen, dass wir Gott, unseren Unterstützern und Mitarbeitern es verdanken, dass wir alle Schwierigkeiten überwinden konnten. Unserer Planung gemäß könnten wir im nächsten Jahr noch 20 bis 25 Schüler aufnehmen. Nachdem wir das Gebäude renoviert haben, möchten wir den dazu gehörenden drei Hektar großen Garten verschönern. Zu Ehren der Heiligen Jungfrau zu Miercurea Ciuc (Wallfahrtsort, bekannt für die Wundertaten der Gottesmutter) möchten wir hier den "Garten Mariens" mit fünfzehn Höfen anlegen. Ich bin stolz darauf, dass wir diese Einrichtung in meiner Geburtsstadt errichten konnten.

Tusnad

Tibor Kolozsvári leitet mit seinen fünfzehn Mitarbeitern das Kinderheim Heiliger Ladislaus. Sie hatten 131 Kinder zu betreuen, wovon 101 Kinder im Heim gewohnt haben, 20 kamen nur zum Mittagessen und in die Nachmittagsbetreuung. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Haus schön entwickelt. Von hier haben wir einige Kinder auch nach Ghimes Faget gebracht und wir planen ebenfalls, von hier Kinder und Mitarbeiter in das neue Haus, nach Kászon hinüber, zu bringen.

Ghimes Farget

33 Kinder haben hier unter der Leitung von György Ciobotaru und seinen fünf Mitarbeitern gewohnt. In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Haus, aber auch seine Umgebung verschönert. Ich glaube, die hier wohnenden lieben Kinder entwickeln sich körperlich und auch geistig wohl. Ich glaube, dass dieses Haus eine Brücke zwischen den Csángos in Moldova und Ghimes sein wird und wenigstens zum Teil die Sorgen der hier in Armut lebenden Familien auf sich nimmt.

Kovászna

In dem Haus genannt nach dem Seligen Vilmos Apor haben 27 Kinder in drei sozialen Familien das Schuljahr beendet. In den Nachmittagshort kamen täglich 20 Kinder. Die Einrichtung wurde von Noémi Kolozsi und ihren sechs Mitarbeitern geleitet. Das Haus ist uns mittlerweile zu eng geworden, so haben wir im Dachgeschoss angefangen, eine neue Wohne herzurichten.

Im Széklerland (dem Gebiet im Osten Siebenbürgens) werden noch vier Heime gebaut. Das Heim in Kászon und das Internat in Gheorgheni möchten wir schon in diesem Jahr in Betrieb nehmen. In Borsec möchten wir in diesem Sommer mit den Bauarbeiten beginnen, damit das Haus im Jahre 2012 wenigstens zum Teil fertig ist. In Targu Mures haben wir im Tudor Viertel ein sehr schönes, aber auch sehr renovierungsbedürftiges Gebäude geerbt, die Übernahme ist jetzt auf offiziellen Wegen.

 

Horte

Nicht nur Kinderheime, sondern auch Horte, in denen die Kinder, wo möglich, ein warmes Mittagessen und Nachmittagsbetreuung bekommen, werden von uns in ganz Siebenbürgen angeboten.

Eremitu

Anna Hegyi sorgt hier mit ihren zwei Kolleginnen für die Nachmittagsbetreuung. Unser Hort, genannt nach dem Heiligen Emerich wurde von 33 Kindern täglich besucht.

Miercurea Nirajului

Frau Aranka Puiu betreut mit ihrer Kollegin zwei Hortgruppen mit 39 Kindern.

Iliesi

Tünde Demény hat das Schuljahr mit 20 Kindern beendet.

Curteni

Beáta Ivácson hat hier eine Gruppe von 20 Kindern betreut.

Valea Izvoarelor

Levente Benedek hat hier 17 Kinder geleitet.

Praid

Ágnes Kovács hat hier mit ihren zwei Mitarbeiterinnen zwei Hortgruppen betreut. Sie hatten 36 Kinder in zwei Gruppen, die in dem Haus Heilige Barbara, im Zentrum der Stadt gelegen, unterbracht worden sind.

Salina Praid

Magdolna Nagy hatte hier eine Gruppe von 20 Kindern, bestehend aus ausschließlich Roma Kindern.

Ocna de Sus

Margit Gagyi hat das Schuljahr mit 23 Kindern abgeschlossen. Sie hatten ihren Hort in einem von der Stiftung erworbenem und schön renoviertem Bauernhaus. Hier gibt es auch ein Gästezimmer, wo wir Gäste und freiwillige Mitarbeiter herzlich willkommen heißen

Ocna de Jos

Ilona Kacsó hat sich hier um 18 Kinder gekümmert.

Lupeni

Áron Pakot leitet hier 17 Kinder in einem schönen Haus mit Garten. Das Gebäude und den Garten hat ein großzügiger Unternehmer zur Verfügung der Kinder gestellt.

Dealu

Anna Mihály hatte hier den Hort mit 45 Kindern und einer Mitarbeiterin geleitet. Da wir hier mit der Heizung Probleme hatten, möchten wir an diesem sonst schönen Gebäude einige Fenster austauschen. Ein lieber Unterstützer aus Ungarn hat uns ein schön renoviertes Holzhaus mit Veranda zur Verfügung gestellt. Hier würden wir auch gerne Freiwillige im nächsten Schuljahr beschäftigen.

Sancraiu

Szerénke Bálint hat hier das Schuljahr 2010 / 2011mit 17 Kindern angefangen und beendet. Im Gebäude möchten wir im Sommer ein Badezimmer herrichten.

Varsag

Kovács Margit hatte in diesem Schuljahr 17 zur Betreuung. Hier hatten wir vom Bürgermeister ein schön renoviertes Gebäude bekommen. In diesem schön gelegenen Dorf hat die Stiftung auch eine Wohnung, so können wir hier Gäste und Freiwillige herzlich willkommen heißen.

Zetea

Erzsébet Zsombori hat vom Bürgermeister ein neues Gebäude bekommen, wofür wir uns auch hier bedanken möchten. Im Sommer werden wir hier auch renovieren. Das Schuljahr hatten wir mit 19 Schülern beendet.

Satu Mare

46 Kinder wurden hier betreut im "Haus der Solidarität", geleitet von Kató Olosz. Das ist eines unserer schönsten Häuser.

Capalnita

Katalin Both hat hier das Schuljahr mit 24 Kinder angefangen und beendet. Hier müssten wir auch ein Badezimmer herrichten.

Vlahita Noua

Anna Derzsi hatte hier 20 Hortkinder.

Vlahita

Mária Elekes beschäftigte sich hier mit 25 Kindern.

Carta

Unter der Leitung von Anna Gyenge befinden sich hier zwei Gruppen von insgesamt 30 Schülern. Sie haben Räume in der örtlichen Schule zur Verfügung bekommen.

Sancominic

In diesem Jahr haben wir hier ein schönes, neues Gebäude gebaut und zu Ehren von Áron Márton eingeweiht. Hier haben wir zwei Hortgruppen mit 31 Kindern. Sie werden von Ilona Albert geleitet.

Cetatuia

Mária Bedö hat das Schuljahr mit 19 Kindern beendet. In diesem Gebäude, das wir von der örtlichen Kirchengemeinde bekommen haben, müssten wir auch renovieren.

Gherorgheni

Hier haben wir zwei Gruppen von Schülern im ehemaligen kirchlichen Schulgebäude zur Nachmittagsbetreuung. Réka-Magdolna Bencze leitet hier den einen Hort und mit 22 Kindern hat sie das Schuljahr beendet. Die andere Gruppe von 17 Schülern wurde in der Schule Kós Károly von Emese Erzsébet Mezei betreut.

Ditrau

Júlia Bíró und ihre Kollegin hat hier im staatlichen Schulgebäude zwei Gruppen von insgesamt 42 Schülern zur Nachmittagsbetreuung. Auch hier wäre es gut, ein Badezimmer zu bauen.

Jolotca

Mária Magdolna Tamás hat das Schuljahr mit 24 Kindern abgeschlossen, sie hatten ein Klassenzimmer von der staatlichen Schule bekommen.

Sarmas

Tünde Rotár hat hier die Nachmittagsbetreuung geleitet, 22 Schüler haben sich für das Schuljahr 2010 / 2011 angemeldet und 21 Kinder haben auch bis zum Schulschluss den Hort besucht.

Remetea

Ágnes Ferencz hatte hier 28 Hortkinder.

Catunul Joseni

Renáta György Mózes hat hier mit 26 Kindern gearbeitet.

Ciumani

Beáta Ambrus hat hier das Schuljahr mit 22 Kindern beendet. Hier möchten wir auch im Laufe des Sommers einiges renovieren.

Suseni

Emilia Páll hatte hier 17 Kinder zu betreuen.

Joseni

Julianna Ferencz hat mit 25 Kindern das Schuljahr angefangen und beendet. Hier würden wir auch gerne noch eine Toilette ausbauen.

Valea Strâmba

Die Erzieherin Erika Molnár hat hier eine Gruppe von 20 Kindern geleitet. Der nette örtliche Pfarrer würde uns noch eine ehemalige Lehrerwohnung zur Verfügung stellen. Diese müssten wir dann etwas umgestalten und sie könnte auf Dauer den notdürftigen Kindern des Dorfes dienen.

Borsec

Kozma Éva-Teréz hatte 17 Schüler zu betreuen. Hier haben wir auch angefangen, ein Kinderheim zu bauen für Kinder, die dort wohnen würden. Innerhalb des Gebäudes möchten wir auch einen Raum für die Hortkinder sichern. Bislang hatten wir einen Raum im Pfarrhaus zu diesem Zweck benutzen dürfen.

Hidegség

Hier hatten wir eine Gruppe von 23 Kindern. Der örtliche Pfarrer hat uns hier sehr intensiv unterstützt. Beáta Tímár hat die Kinder hier betreut.

Bükszád

Mária Neagu hat den Hort mit 41 Kindern angefangen und mit genau so vielen das Schuljahr beendet. Hier möchten wir im Sommer ein Haus nach dem Muster in Sandominic erbauen.

Esztelnek

In dem Heim Heilige Rita hat Edit Csibi mit ihrer Kollegin und 40 Kindern das Schuljahr angefangen und erfolgreich beendet. Hoffentlich können wir hier im Sommer ein neues Bad für die Mädchen und auch eines für die Jungen installieren.

Leliceni

Die Erzieherin Éva Márthi hat das Schuljahr mit 14 Kindern beendet. Während des Sommers werden wir aus dem Raum der Pfarrei in ein Gebäude, das uns das Dorf angeboten hat, umziehen können.


Unsere Einrichtungen auf dem Gebiet der Diözese Oradea

Salonta

Wir haben das Schuljahr mit 85 Kindern und 12 Mitarbeitern beendet. Wir haben hier viele geschickte und kluge Kinder. Mit den örtlichen staatlichen und kirchlichen Behörden pflegen wir einen guten Kontakt. Im Laufe des Sommers möchten wir die Küche und den Esssaal verschönern und noch zwei Wohnungen mit Kindern füllen. Am Ende des Jahres übergibt Mária Pál die Leitung des Hauses an István Makai. Marika danken wir für ihre bisherige gewissenhafte Arbeit und auch dafür, dass sie die Sorgen angenommen hat, unser neues Haus in Targu Mures zu starten.

Galospetreu

In unserem Kinderheim, genannt nach der Hl. Dreifaltigkeit, hat Edit Jelnic das Schuljahr mit 26 Kindern und drei Mitarbeitern beendet. Die schöne ländliche Lage des Hauses gibt uns die Möglichkeit, Kindern hier ein naturnahes und gesundes Zuhause zu geben.

Sacueni

Hier hatten wir zwei Gruppen mit 38 Kindern, Erzsébet Galamb war hier die Leiterin. Wir haben hier die Villa Stubenberg übernommen, sie wird noch renoviert und wir möchten sie im Sommer 2012 übergegen.

Diosig

Die Erzieherin Éva Pongor hat das Schuljahr mit 20 Kindern angefangen und beendet. Hier haben wir für das Heim nur eine vorübergehende Lösung gefunden, wir suchen noch nach einem endgültigen Wohnheim.

Simonyifalva

Beáta Szabó hat hier das Schuljahr mit 30 Kindern beendet, in einem modernen Gebäude, das wir von dem Bürgermeister angeboten bekommen hatten. Hier möchten wir uns dafür herzlich bedanken.

Ádea

Éva Gizella Koncsek hat hier 21 Kinder geleitet.

Chisineu Cris

Die Erzieherin Mária Bálint hatte hier 21 Kinder.

Zerind

Piroska Tyukodi hat hier 20 Kinder betreut.


Einrichtungen in der Diozöse Timisoara:

Dorobanti

Melinda Györfi hat hier mit zwei Mitarbeitern und 22 Kindern das Schuljahr beendet. Dieses Kinderheim wurde nach Padre Pio genannt. Die Schönheit, die Stille und die natürliche Ausstrahlung des Heimes ähnelt, wie ich es mir vorstelle, dem einstigen Zuhause der Heiligen Familie in Nazareth.

Jimbolia

Piroska Márkó hat hier mit einer Mitarbeiterin und 20 Kindern das Schuljahr beendet.

Arad-Gáj

Éva Bojoievschi hatte hier neun Kinder mit einer Mitarbeiterin zur Betreuung. Ich bin mir sicher, dass man hier auch unsere Kinderschutzarbeit braucht und dass die junge und gut qualifizierte Leiterin alle Probleme bewältigen kann. Dabei wird ihr der nette Pfarrer, Pater Tivadar Sándor, helfen.

Majláth

Mit sechs Heimkindern und 21 Hortkindern hat Róbert Csatlós mit zwei Mitarbeitern das Schuljahr beendet. Wir haben in einem Gebäude Platz bekommen, das uns die Direktorin der Schule angeboten hatte. Diese beispielhafte Partnerschaft ist die Garantie dafür, dass das Heim weiter funktionieren kann.

 

(Livia Kortmann)


Deva, im Juli 2011

 

Mit großer Liebe und "väterlichem Stolz" möchte ich den Brief eines meiner "Söhne" mitteilen. Razvan habe ich aus der Stadt Piski in unser Kinderheim aufgenommen, er kam damals in die erste Klasse. Als er in die 9. Klasse kam, war er ein Heranwachsender. Er hat viel rebelliert und plötzlich hat er sich entschieden, dass er arbeiten gehen würde und das Heim verlassen wolle. Nach zwei Jahren ist er wieder zurückgekommen, hat mich weinend umarmt, wir haben uns versöhnt, ich habe ihn zurückgenommen, nun macht er in diesem Jahr Abitur.


Viele haben Bücher von den Geheimnissen des Wallfahrtsorts Miercurea Ciuc geschrieben. Mir scheint, der nette Junge hat es gleich begriffen und das große Geheimnis zum Ausdruck gebracht.


Pater Csaba

Bericht über die Pfingstwallfahrt in Miercurea Ciuc

Ich habe mich schon immer danach gesehnt, an der Pfingstwallfahrt nach Miercurea Ciuc teilzunehmen, aber bislang hatte ich keine Gelegenheit, diesen Traum zu verwirklichen.

Wie ist es gekommen?

Vier Tage vor der Wallfahrt fragte mich Pater Csaba, ob ich bereit wäre, im Zug, in dem die Pilger zur Wallfahrt kommen, Zeitungen und einige Bücher, die der Pater geschrieben hatte, zu verkaufen. Ich konnte und wollte nicht nein sagen, denn damit hatte ich die Möglichkeit bekommen, an der Wallfahrt teilzunehmen. So nahm ich sein Angebot an und stieg am Freitag um 15 Uhr in den berühmten Zug ein, wobei ich nie gedacht hätte, einmal mitfahren zu dürfen.

Am Pfingstsamstag bereiteten sich die Pilger schon um sieben Uhr auf den Weg vor. Ich verspätete mich leider und kam erst auf dem Hügel an, als die Predigt schon angefangen hatte. Als ich einen Platz fand, wo man die Predigt hören konnte, blieb ich stehen.

Auf einmal fing es an, sehr stark zu regnen, aber alle hatten einen Regenschirm oder einen Regenmantel dabei. Man zog sich die Sachen schnell an, niemand ging von der Messe weg, auch als es noch so stark geregnete. Obwohl ich durch und durch nass war, ging auch ich nicht weg, weil ich dachte, dass ich Gott nur so zeigen kann, dass ich Ihn liebe. Ich war ganz verblüfft, dass es aufhörte zu regnen, als wir die Hymne sangen, und dass es danach wieder zu regnen anfing.

Ich kam nach der Messe, nass bis auf die Haut und voller Schlamm, wieder vom Berg runter, und ich kann ehrlich sagen, dass ich nicht merkte, wie klitschnass ich war, dass es kalt war, aber auch nicht, dass ich müde war. Ich fühlte mich im Geist frisch und rein, dieses Erlebnis hatte ich noch nie zuvor gehabt.

Es war wert, auf den Hügel zu klettern, lange in der Menschenmenge zu stehen, auch als es so schüttete, das Erlebnis war das alles wert. Es ist wert, dem lieben Gott zu vertrauen, Ihm zu folgen, sich für Ihn zu bemühen!

Lieber Pater Csaba, ich habe Ihnen all das nur erzählt, weil ich darauf gekommen bin, warum Sie für uns kämpfen, warum Sie tun, was Sie tun, und ich bin darauf gekommen, warum Sie nie aufgeben. Ich weiß, der liebe Gott erfüllt Sie mit solch einem Gefühl, das ich hatte, das man nicht erklären kann. Ich danke Ihnen vielmals dafür, was Sie für uns tun, und für diese Tage in Miercurea Ciuc.

Der Herr segne Sie, beschütze Sie und gebe Ihnen Gesundheit, damit Sie fortsetzten können, was Sie vor so langer Zeit schon angefangen hatten und was Sie so gut machen!

In Liebe,
Razvan Vermesan
15. Juni 2011
(Livia Kortmann)

Brief an unsere Unterstützerinnen und Unterstützer!

Csikszereda, 15.Mai 2011

Der Herr Jesus Christus hat im Laufe seines irdischen Lebens immer wieder gesagt, empfohlen, sogar befohlen, „Fürchtet Euch nicht!“ Papst Johannes Paul II., der große Prophet des XX. Jahrhunderts, hat in zahlreichen seiner Schriften, Predigten, Aussendungen, dieses Jesus-Wort in den Mittelpunkt gestellt: „Fürchtet Euch nicht!“

Liebe Freunde, die uns unterstützen, mit schmerzerfülltem Herzen muss ich nun niederschreiben, dass in Siebenbürgen leider noch immer sehr viele Kinder leben, die sich fürchten, traurig und einsam sind, weil sie verlassen wurden, weil sie hungern und an Kälte leiden, weil ihr Leben aussichtslos zu sein scheint. Und es ist unglaublich schön, im Namen Jesu Christi sich zu ihnen hinunter zu beugen und in eurem Sinne, liebe UnterstützerInnen, zu sagen:

„Mein liebes Kind, fürchte dich nicht, komm, da ist das Badezimmer, da kannst du dich baden, wir werden deine Haare in Ordnung bringen, deine Nägel schneiden und suchen dir schöne Kleider aus, dann kannst du dich schön anziehen, du wirst wieder hübsch und gepflegt sein.

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer! Im Namen des allmächtigen Gottes danke ich Euch für Eure tägliche Unterstützung! Es ist unglaublich schön, in Eurem Namen die von Angst zitternde Hand des Kindes zu ergreifen, um mit einigen Worten der Zuneigung und des Vertrauens zu erklären, dass es sich in dieser Welt nicht fürchten soll, denn es gibt viele gute und weise Erwachsene, die in schöner Gemeinschaft seine Probleme und Sorgen lösen wollen und können.
Es ist gut, im Namen des auferstandenen Christus liebevoll zu sagen: „Fürchtet Euch nicht!“ Und es ist wunderbar zu sehen, wie das vorher noch gequälte Gesicht des Kindes sich in Frieden und Ruhe zu entspannen beginnt, bei einem heißen Bad oder bei einem guten Mittagessen.

„Fürchte dich nicht!“ – und fühle, dass das Kind deine Worte förmlich trinkt –, denn alle Probleme sind lösbar! Du bist nicht in einer Sackgasse gefangen! Vertraue darauf, dass dich sehr viele lieben und dich nicht verkommen lassen! Nach den guten Worten kehrt in der Seele des Kindes Ruhe, Zuversicht und Tatkraft wieder ein. Es beginnt dankbar zu lernen, sich zu entfalten, zu einem erwachsenen Menschen zu entwickeln. Die tagtäglichen kleinen Erfolgserlebnisse geben ihm Flügel, und so beginnt das Kind vor deinen Augen von Tag zu Tag schön zu wachsen. Vor dir, man kann sagen: in deinen Händen geboren, und dennoch fühlst du, dass es von sich selbst entfaltend, in ruhigen Tagen, jahrelang, zu einem weisen Erwachsenen gereift ist.

In dem geretteten Kind entfaltet sich nicht nur ein reifer, gescheiter, geschickter Erwachsener, sondern auch dein Tröster, denn deine gute Tat muss vergolten werden. Es kommt die Zeit, als du dein aus Staub geschaffenes Leben in die Hand deines himmlischen Vaters legen musst. Dann und dort vor Gott, zählt jedes Glas Wasser, das du jemals jemandem aus Liebe gegeben hast, zählt jedes getröstete, gerettete Leben eines Kindes viel mehr, als deine menschlichen Schwächen, sogar deine schuldhaften Verfehlungen. Ich glaube fest daran, dass deine mit dem Worten „Fürchtet euch nicht!“ gegebenen gütigen Spenden vielfach vergolten werden, und die von dir Getrösteten dankbar sein werden und beim letzten Gericht deine Fürsprecher und deine liebevollen Tröster sein werden!

In dankbarer Liebe
Pater Csaba

   

***********************************************************************

 

 

Deva, den 23. März 2011

Liebe Unterstützer!


Gestatten Sie mir, dass ich Ihnen einige meiner Gedanken der Fastenzeit 2011 mitteile, wobei ich mich bei Ihnen von Herzen bedanken und ein von Gott gesegnetes Osterfest wünschen möchte.

Ich bewundere Maria! Eine lebensfreudige und  junge Frau, voller Träume und Pläne für ihre Zukunft. Ich stelle sie mir vor, wie sie mit ihrem Verlobten, Josef, über ihre gemeinsame Familie träumt, und dann kommt plötzlich der Engel mit einem riesigen Auftrag, einer unbekannten Aufgabe, die ihr ganzes Leben verändern soll, mit dem Willen Gottes. Marias Größe besteht darin, dass sie dem lieben Gott ja sagen kann. Sie kann all ihre Pläne loslassen, die sie bis dahin in ihrem Herzen gehütet hatte, um ihrem Schöpfer ja sagen zu können. Es ist, wie wenn ein Akrobat das sichere Trapez loslässt und sich mit einem Salto Mortale in die Arme des anderen Artisten wirft. Maria lässt alles los, stürzt sich ins Unbekannte, und die väterlichen Arme Gottes fangen sie auf.
Der Mut des Menschen, der auf Gott vertraut, ist bewundernswert! Wir merken es auch, insbesondere in der Fastenzeit, dass wir dieses oder jenes loslassen sollten, um uns mit einem riesigen Schwung in Dinge zu werfen, die wir für wertvoll, wichtig und für den Willen Gottes halten. Die Frage ist, ob wir den Mut und die Lebenskraft der Gottesmutter haben. Ob wir den gewohnten und bequemen Trott verlassen können, der uns zurückzieht und uns nicht erlaubt, unsere Träume zu verwirklichen.
Ich weiß noch, wie schwer ich meine sichere und bequeme Stelle als Mechaniker in einer kleinen Werkstatt verließ, um als Hilfsarbeiter in die Miene zu gehen. Ich selbst verstand es auch nicht genau, warum ich auch wechseln sollte, aber dort, tief in meinem Inneren, merkte ich, dass ich diesen Schritt tun musste. Ich arbeitete hart unter Tage und dann, nach einem Jahr, an einem schönen Frühlingstag, spürte ich, dass ich für den nächsten Schritt reif wurde. Ich merkte, dass ich weiter gehen musste und mein Leben, das einzige, mutig in Gottes Hände legen musste. Geführt von einer Sehnsucht, die ich schon länger hatte, bewarb ich mich um die Aufnahme ins Priesterseminar. Es war unglaublich schwer, die Freunde, das gewohnte Leben, die vielen Bekannten und die Bequemlichkeiten loszulassen und mich mit einem riesigen Salto Mortale in die ungewisse und  geheimnisvolle Zukunft zu werfen – und daran zu glauben, dass mich die Liebe Gottes auffängt und mein übermutiger Sprung nicht in einem tödlichen Sturz enden wird.
Im Seminar war es wunderschön, beinahe ohne Atem zu holen in eine unbekannte und neue Welt zu fliegen. Mich schaudert es heute noch, wenn ich an die damaligen Erlebnisse denke. Mitte zwanzig alles loszulassen und zwischen den Fangarmen eines kirchenfeindlichen kommunistischen Regimes vertrauensvoll in die Arme des liebenden Gottes zu gleiten. Dann, als ich schon geweihter Priester war und verantwortlich für die Jugendarbeit, ließ ich den ruhigen und konventionellen Lebensstil eines Priesters los, um Kinder anzunehmen und mich in die „außergesetzliche“ und  unendliche Ferne der Liebe zu stürzen.  Wie soll ich sagen? Jede neue Entscheidung ist ein sicherer Tod, aber auch gleichzeitig die Erfahrung einer unendlich starken, guten und dynamischen Kraft. Eine unglaubliche Freude lebt in mir, weil ich es erfahren habe, dass Gott mich mit seinen starken  Armen auffängt und hoch hebt.
Wir brauchen Zeit, um zu verstehen, dass unser Leben nichts anderes ist, als ein kontinuierlicher Todessprung ist, weil jeder neue Schritt, das mutige Loslassen, ein Sturz ist in die Arme des fürsorglichen Gottes. Ein neuer Arbeitsplatz, die Gründung einer Familie, Kinder zu bekommen, eine neue Freundschaft oder Liebe, alles, aber alles ist ein kleinerer oder größerer Sprung. Wenn wir diesen Sprung nicht wagen, kann sich unser Leben nicht weiter entfalten, und wie der Heilige Petrus auf dem See Genezareth, fangen auch wir an ,auf dem stürmischen Meer unseres Lebens zu sinken.
In diesen heiligen Tagen der Fastenzeit bete ich für Mut, dass wir wagen, die nächsten Sturzsprünge, um die uns unser Herr bittet, zu tun. Ich bete darum, dass wir wagen, unsere bequemen, vielleicht schon längst überholten Stellungen loszulassen und die Vorhaben, die wir durch reine Liebe in unsere Herzen gesetzt haben, Gott vertrauend zu erzielen. Dabei geht es vielleicht lediglich um einen Führerschein, den Erwerb einer Fremdsprache, oder aber um die Erfüllung einer reinen Liebe als Eheschließung. Vielleicht ist dein Ziel, einer wunderschönen monastischen oder priesterlichen Berufung nachzugehen. Ich kann es nicht wissen, welcher dein Weg ist, aber es ist sicher, dass uns Gott auf dem Weg einer dynamischen Entwicklung und Entfaltung leiten will. Sicher ist dein Ziel das Unendliche, so gibt es ein immer weiter. Du musst es wissen, auf Erden gibt es kein Ankommen an einen Ziel, es gibt nur entweder eine  Pause, um kurz  Atem zu holen, oder ein tödliches Stagnieren. Hast du eine Familie? Das ist kein Grund für ein träges Dahintreiben. Nehmt euch Zeit, um eure Pläne zu besprechen, folgt eurem Ziel mit Vertrauen. Ein nächstes Baby bewusst willkommen zu heißen, ist vielleicht euer nächster großer Sprung? Oder setzt du den Grundstein eures Hauses, wovon ihr schon seit langem geträumt habt? Ich weiß es nicht. Der liebe Gott will euch durch die Sehnsucht eurer Herzen leiten. Eure schönsten Träume, das ist Sein heiliger Wille!

Ich, dein kleiner Bruder, kann dich nur ermutigen. Hab keine Angst! Du hast nur ein Leben, mach keine Kompromisse in lauwarmem Nichtstun, lass dich nicht in deiner Bequemlichkeit gehen! Hab Mut, den sicheren Halt loszulassen, und wage es, deine schönsten Sehnsüchte zu verwirklichen! Hab Vertrauen! Wenn dir dein Herz das sagt, lass die Trapeze los und stürze dich in die gähnende Leere! Hab den Glauben, dass du dich in die Arme des lebendigen Gottes wirfst. Der Herr des Lebens wird dich auffangen und dich mit sicherer Hand weiterleiten. Und dieses immer weiter, siehst du, das ist das Leben! Fürchte dich nicht! Dein körperlicher Tod wird dein letzter Sprung hier auf Erden sein, ein Loslassen, eine Erfüllung, ein mutiger Flug in die Arme Gottes.
In brüderlicher Liebe,
Pater Csaba
Ostern 2011
(Livia Kortmann)

 

Besuch in Wien 2011

 

Eines des größten Wunder in meinem Leben ist die enge Freundschaft mit meinen Wiener Schwestern und Brüdern.

Im Herbst des Jahres 1992, als ich nach Deva gekommen war, haben mich Mitglieder der action 365 besucht. Sie haben mir eröffnet, dass sie jeden Tag des Jahres die Liebe unseres Herrn Jesus Christus erleben wollen. Aus diesem edlen Entschluss sind Taten geworden! Sie haben in Deva die ersten Kinder als Patenkinder angenommen, und diese Kinder Tag für Tag mit einem Stipendium unterstützt. Die Summe war nicht hoch, 1 Euro pro Tag, aber Gott sei gedankt, ich konnte in den vergangenen fast zwanzig Jahren damit jeden Tag fix rechnen. Ihrem Beispiel folgten seither viele, viele Menschen, insbesondere aus der Pfarre Mauer.

Mit der Wärme meines ganzen Herzens danke ich für ihre Güte, danke für das große Wunder der Liebe, welche fähig ist, Grenzen und lange, lange Jahre zu überwinden.

Ihre andauernde gütige Gegenwart hat mir Kraft gegeben, in den schweren Jahren durchzuhalten und meine Arbeit gewissenhaft fortzuführen. Ich glaube, sie haben uns nicht nur finanziell unterstützt, denn die persönliche Treue, die ich gefühlt habe, hat meinen Glauben an die Menschheit grenzenlos gestärkt. Ihre ausdauernde Güte und Treue ist mir und meinen Kindern ein immer währendes Beispiel geblieben.

Für all das sage ich mit der Demut des Franziskaners im Gebet herzlichen Dank!

P. Csaba

 

 

"Mit Gott ins Gespräch kommen"


Dies war das Thema der Predigt von P. Csaba, als er im Pfarrzentrum der Pfarre Mauer-
St. Erhard am 18. Februar zu Gast war.

Wir waren eine große Gemeinschaft, ungefähr 70 Paten und Interessierte aus der Pfarre und der action 365. Nach der hl. Messe sangen die rumänischen Kinder - zuletzt ein Segenslied -, wobei sie ihre Arme ausbreiteten als Zeichen für "einander Segen sein".

Diesen Gedanken drückte P. Csaba immer wieder in den Berichten über die Entwicklung der Franziskanischen Gemeinschaft aus. Derzeit werden 2.200 Kinder in 63 Häusern, Familiengruppen und Tagesheimen betreut. Für den Erhalt des Unternehmens kommt der rumänische Staat zu 30% auf, ca. ein Drittel wird durch Patenschaften aufgebracht, der Rest durch Predigten "zusammengeschnorrt". Einen wesentlichen finanziellen Beitrag leistet auch der ungarische Staat.

In den letzten Jahren haben insgesamt 4 Millionen Jugendliche das Land verlassen; von P. Csabas "Kindern" leben nur 10 (!!!) im Ausland. Fast alle Jugendlichen erreichen Maturareife, 70 - 80% studieren weiter (in Klausenburg leben derzeit 18 Studenten und 20 Studentinnen in zwei Häusern); 25 Absolventen arbeiten derzeit innerhalb der Stiftung P. Csabas. Leider wird in Rumänien die so notwendige handwerkliche Ausbildung vernachlässigt - es gibt kaum Lehrstellen und keine Fachhochschulen.

P. Csabas Herzensanliegen sind funktionierende Familien; er führt ausführliche Beratungsgespräche mit den Ehepaaren, denn kein Erzieher kann die leiblichen Eltern ersetzen. In einem Mutter-Kind-Heim wohnen junge Mütter in Gemeinschaft mit älteren, erfahreneren, um von diesen zu lernen. Neu gegründet wurde ein "Junge-Mütter-Club", um die Mütter auch in der Selbständigkeit des eigenen Wohnens und der Kindererziehung weiterhin zu unterstützen.

Nach Jahrzehnten der Enteignung hat der Franziskaner Orden einige seiner Grundstücke wieder zurückbekommen - auf einer 4 Hektar großen Fläche soll ein Wald, ein Garten mit Sträuchern und Blumen entstehen, in dem auch Kleintiere wohnen werden, um den Kindern auch die Natur nahe zu bringen. P. Csaba hat arbeitslose Eltern eingeladen, gegen einen angemessenen Lohn diese Aufforstungsarbeiten zu übernehmen.

Abschließend berichtete Erhard Alexitsch, dass durch die Neugründung des "Caritativen Vereins Kinder von Deva" seit 2010 die steuerliche Spendenabsetzbarkeit gegeben ist. Nachdem die steuerliche Abwicklung über die Caritas läuft, ist die Spendenbestätigung für 2010 auch von der Caritas ausgestellt worden, d.h. die Spender erhalten eine Bestätigung über Spenden an die Caritas! Die 100%ige Verwendung der Spenden für die Kinder ist dadurch jedoch nicht beeinträchtigt; nach wie vor wird das gespendete Geld der Paten persönlich an P. Csaba übergeben.

Seit fast 20 Jahren fühlen wir uns mit P. Csaba und den Kindern zutiefst verbunden. Der Herr hat uns zusammengeführt, uns eine Aufgabe gegeben, die wir gemeinsam weiter erfüllen wollen. So wie es Gott in seinem Plan vorgesehen hat.

Mit einem herzlichen "Danke" an alle Beteiligten, einer Agape und Gedankenaustausch unter Freunden endete dieser Abend.

Gerti Werner

 

 

Ein Geschenk Gottes - Brief von Pater Csaba im Advent 2010

Liebe Freunde!
Liebe Unterstützer!

Gestatten Sie mir, mich bei Ihnen für Ihre großzügige Hilfe mit einigen Gedanken zu Weihnachten zu bedanken.

Ich wünsche Ihnen ein besinnliches Fest und dass Sie sich aus Herzen über Gottes liebstes Geschenk, Sein Christkind freuen können.

Der Mensch sehnt sich in seinem Innersten nach Freude, die nicht erlischt. Wenn man nach dieser Quelle sucht, findet man eine Person - und diese ist Christus.

Ein Geschenk! Es ist so schön, daran zu denken, dass alles, was auf Erden existiert, ein Geschenk Gottes ist. Der blaue Himmel, unsere beiden Hände, alles, ja, alles. Es macht so viel Freude, die Dinge und Personen um uns mit diesem Glauben zu betrachten! Eigentlich könnte unsere Welt auch nur schwarz-weiß sein, wie auf dem Bildschirm alter Fernseher. Verstanden haben wir die Filme ja auch so! Was für ein Wunder ist es, dass Gott uns in Seiner überquellenden Liebe mit der Welt der Farben bescherte!

Hast Du schon an die unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gedacht? Es könnte ja auch nur zwei oder drei geben. Gott hätte sagen können: "Hier habt ihr zwei Sorten von Gemüse: Salat und Rettich, und das war's." Wenn Du jemanden besuchst und mit einem 6-Gänge-Menü empfangen wirst, bedeutet es, dass Du wichtig für die Gastgeber bist, dass sie Dich lieben. Mit wie viel Obst und Gemüse hat Dich unser Herr bei Deiner Geburt empfangen! Bei den Autos gibt es ja auch keinen Sprit, der nach Vanille oder Schokolade schmeckt, und sie fahren trotzdem! In Seiner überquellenden Liebe überhäuft uns unser Schöpfer mit Seinen Gaben, damit wir uns auf dieser Erde wohl fühlen. Unser Dasein ist auch ein Geschenk Seiner Liebe.

Bewundere Deine Hände! Sieg ihnen zu, wie Du streichelst, etwas greifst, Brot schneidest, schreibst oder hart arbeitest. Deine Hand ist ein schönes Geschenk Gottes. Deine Beine, mit denen Du läufst, Fußball spielst oder auch schwimmen kannst, sind alle Geschenke, Du hast sie umsonst bekommen. Eines meiner Kinder hatte einen angeborenen Herzfehler, eine seiner Herzklappen funktionierte nicht richtig. Die notwendige Operation hat 10.000 Euro gekostet. Meine vier Herzklappen arbeiten seit siebenundvierzig Jahren leise vor sich hin. Vier Herzklappen wären dann 40.000 Euro. Sie sind ein Geschenk, ich habe nichts für sie bezahlt oder gegeben.

Wenn Du verheiratet bist, ist es für Dich schön zu wissen, dass, bevor Du noch geboren bist, Gott ein Mädchen oder einen Jungen für Dich auserwählt hat. Er hat das kleine Wesen geformt und verschönert, um es Dir zu schenken. Eigentlich hätte er uns auf dieselbe Masche schaffen können. Oder er hätte zwei, drei Maschen machen können: eine blonde, eine braune und eine schwarze. Warum sollte es man auch kompliziert machen? Aber jeder Mensch ist anders. Gott wollte es so und für Seinen Reichtum und Seine Großzügigkeit loben wir Seinen Namen. Es ist wunderbar, den anderen als ein Geschenk zu betrachten, ein Segen und Gottes streichelnde Hand. Gott möge dich glücklich machen, deshalb beschert er Dich mit Deiner Frau, die Dich annimmt, ehrt und glücklich macht.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass nicht nur der andere ein Geschenk für Dich ist, sondern auch Du ein Geschenk für ihn bist. Setz Dich hin und übergib Dich bewusst dem Gefühl, dass Du ein Geschenk, ein Segen bist. Gott liebt Deinen Partner so sehr, Er möchte ihn so sehr glücklich machen, dass Er ihn für Dich geschaffen hat. Du bist die Antwort auf seine Fragen, der Sinn, dass er früh aufsteht, dass er hart arbeitet. Dein Streicheln ist Gottes Dankbarkeit für seine Güte und sein ehrliches und reines Leben. Setz Dich in Dein Zimmer hin und übergib Dich diesem Gefühl! Du bist kein sinnlos herumtreibendes Blatt, das im Herbst vom Wind hin und her geweht wird, sondern ein Segen, ein Geschenk. Überlege mal, ist Dein Dasein wirklich ein Segen Gottes für den anderen? Dieser heutige Tag, der letzte Satz, den ich gesagt habe, war das wie ein Streicheln? Eine Umarmung? Ein Segen? Eine Heilung für die Wunden des anderen? Ein warmer Frühlingsregen, der in meinem Ehemann oder Ehefrau die ängstlichen Blumenknospen zum Blühen bringt?

Jeder wird reichlich von Gott mit Geschenken überhäuft. Wenn Du alleinstehend bist, hast Du die Gabe und Möglichkeit bekommen, ein Geschenk und Hilfe für andere zu sein, und jeder kennt die einzigartige, wahre Freude, die daraus entspringt. Wenn Du Priester bist, hat Dich unser Herr mit einem unglaublich großen Abenteuer beschert, denn Er teilt Seine Macht auf eine ganz besondere Weise mit Seinem Kind, das lediglich aus einer Handvoll Asche geschaffen ist. Der Priester schenkt wich wiederum Gott und Gott beschenkt Seine anderen Kinder mit dem Priester.

Gott hat ganz bestimmt niemanden geschaffen, damit er zu einem Fluch, einem Problem oder einem bitteren Skandal hier auf Erden wird. Der Herr möchte, dass wir alle auf unsere Weise zu Seinem Segen, Seinem Geschenk und zum Zeichen Seiner Liebe für unsere Familie, unsere Mitmenschen und unsere Kirche werden. Werde dazu, wozu Du geboren bist, wage Dich selbst anzunehmen und Du wirst glücklich sein!

Bruder Csaba


 

Aufwachen! - Brief von Pater Csaba vom 5. April 2010

Es ist Ostermontag! Ich fühle einen inneren Zwang, mit einem Kübel eiskaltem Wasser loszuziehen, um die Schlafenden zu wecken. Im Frühjahr 2010 will ich die mit dem kalten Wasser begießen, die mit sehr viel Zuwendung und Liebe, jahrelang von einigen gewissenhaften Priestern und Ordensleuten, alles beiseite lassend, gelehrt und erzogen wurden in diversen Schulen, Kollegien und Internaten.

Aufwachen, ehemalige Zöglinge von kirchlichen Einrichtungen!

Einige, vom Bösen befallene Priester wurden zu Recht enttarnt. Es ist sehr traurig, was sie getan haben, aber richtig, dass man darüber redet. Dennoch: ihr, die ihr so viele großartige, untadelig lebende Priester kennt, warum schweigt ihr?

Ja, wir müssen über dieses eine Prozent Priester reden, die die ihnen anvertrauten Kinder verantwortungslos verletzt und beschmutzt haben. Aber wir dürfen die anderen Priester, die sich mit unendlicher Güte und Liebe zu uns heruntergebeugt haben, nicht vergessen und auch darüber reden.

Ich kenne sehr viele Priester. Aber unter meinen Bekannten gab es keinen, der sich mir als Kind, mit böser Absicht unzüchtig genähert hätte. Alles, was ich als Wert in mir betrachte, habe ich größtenteils von untadelig lebenden, großherzigen Priestern, wie der kürzlich verstorbene Bischof Lajos Balint einer war, bekommen. Über ihn und über viele andere untadelig lebende Priester und Ordensleute kann ich nur das Beste und Schönste sagen. In den sechs Jahren des Theologiestudiums hat sich mir, aber auch meinen Studienkollegen, niemand in böser Absicht genähert. Das Seminarium in Weissenburg war für mich wahrhaftig ein Ort der Weisheit und ich denke immer mit überaus großer Hochachtung an meine Lehrer, Vorgesetzten und Bischöfe zurück. Unsere geistlichen Professoren haben für ihre selbstlose und aufopfernde Arbeit von dem komunistischen Regime weder Anerkennung noch eine Unterstützung bekommen - und dennoch haben sie die sehr mühsame Erziehungsarbeit auf sich genommen, haben mit unglaublicher Anständigkeit durchgehalten. Sie waren für mich, aber auch für meine Mitseminaristen, in allem Beispiel gebend.

Wachen wir auf am Ostermontag, denn mit unserem Schweigen werfen wir einen Schatten auf uns, weil die Außenstehenden nur das Böse hören, leicht verallgemeinern und glauben, dass die kirchlichen Einrichtungen der Hort des Bösen und Schmutzigen sind.

Wir werden von der Wahrheit, die wir kennen und erfahren haben, gefordert! Ich ermutige euch, dass ihr von einigen unserer lieben geistlichen Lehrer, Ordensbrüder als Erzieher den Schleier des Schweigens entfernt und darüber in Briefen und Berichten schreibt, wie viel Gutes und Schönes wir von ihnen, von Gott erfahren haben. Füllen wir die Presse, den World Wide Web mit der Lebensgeschichte von solchen, sich Gott widmenden Menschen, an die wir nur mit Stolz denken können. Lassen wir nicht zu, dass manche, noch gar nicht bewiesene Halbwahrheiten die kirchlichen Einrichtungen und Personen besudeln, die uns großzügig in einem Heim aufgenommen und zu unserer geistigen Geburt beigetragen haben.

Am Ostermontag wünsche ich allen ein Aufwachen mit frischen kaltem Wasser.

Pater Csaba Böjte
Deva, Ostermontag, 05.04.2010

 

Fürchtet euch nicht!! - Brief von Pater Csaba vom 3. März 2009

Viele fragen mich, unsere Kinder, meine MitarbeiterInnen, wie geht es weiter, was geschieht mit uns? Was wird aus der Stiftung, was passiert mit den Kindern? Was wird mit unserer Welt passieren in dieser großen Wirtschaftskrise? Mein Antwort ist ehrlich: Ja, ich fühle es auch, dass sehr schwere Zeiten kommen, eine harte Krise, eine Umstrukturierung, wo unsere Welt und auch unsere große Familie, unser Volk und die Kirche im Karpaten-Becken hineingeraten ist, dennoch bin ich überzeugt, dass wir stärker sind … Wir sind fähig, weiter zu gehen, die schwierigen Zeiten unserer Welt mit Ausdauer und Zusammenhalt zu besiegen.

In meiner Kindheit und auch später bin ich öfters in den Wäldern, die vom Sturm zerstört wurden, gewandert. Die Ausmaße der  Zerstörung durch den Windbruch sind unglaublich. Im allgemeinen sind die kranken, alten Bäume betroffen und die, die nicht tief genug in den Waldboden wurzeln. Die größte Zerstörung ist aber dort sichtbar, wo die Bäume nicht dicht beieinander stehen. Dort, wo die Bäume sich gegenseitig durch ihre Stämme und Kronen nicht schützen, kann der Sturm enormen Schaden anrichten und ganze Waldgebiete vernichten. Das Herz bleibt einem stehen, wenn man sieht, wie die Baumriesen aufeinander gestürzt liegenbleiben, der Wald wird zu einen Friedhof, so weit das Auge blicken kann.

Stürme hat es immer schon gegeben und es wird sie weiterhin geben, dadurch erneuert sich, erfrischt sich die Welt, erneuert sich das Leben. Wie die tektonischen Platten ihren Platz durch gigantische Erdbeben suchen, bewegt sich und bebt auch die sich erneuernde gesamte Welt. Seit Jahrzehnten wird schon gesagt, dass diese auf noch mehr Konsum aufgebaute, dahinrasende Wirtschaft auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden kann. Derjenige, der jeden Abend zweimal zu Abend isst, wird bald einen Gehirnschlag erleiden. Vergeblich packen wir alles Mögliche in unseren Rucksack, denn wenn er zu schwer wird, dann ist unsere Reise kein Vergnügen mehr sondern eine schweißtreibende Qual, und wir werden unser Leben lang so dahin stolpern, dass wir kein Auge mehr für die wahren Werte des Lebens haben. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass es nicht möglich ist, für Jeden unnötigerweise 200 –300 m² große Häuser, Paläste zu bauen und mit allem möglichen, unnötigen Plunder vollzustopfen. Wie wir aus klugen Büchern die richtige Ernährung erlernen, so müssen wir auch die richtige Lebensweise schaffen, von leistbaren Wohnräumen, die Nutzung von Verkehrsmitteln erlernen. Natürlich nicht nur wir, sondern alle Teile der Bevölkerung, die Regierungen mit eingeschlossen. Wir sollten lernen, nur so viel von dem großen Topf zu schöpfen, dass für alle noch genügend übrig bleibt und die nächsten Generationen auch noch auf dieser Erde leben können.

Seid fruchtbar und vermehret euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch, sagt der Herr in seinem ersten Gebot, vor dem Sündenfall. Ich glaube nicht, dass wir all unsere Früchte der Jahrtausende langen Entwicklung auf den Befehl Ghandis in den Meeren versenken sollten. Unsere materielle Entwicklung ist nicht schlecht, aber es ist nur das eine Bein des Menschen auf dem Weg des ewigen Lebens. Unser zweites Bein ist der lebendige Glaube, die uns nie verlassende Hoffnung, und die uns zu Brüdern und Schwestern zusammen schweißende christliche Liebe und Güte. Die zehn Gebote dienen als ein Kompass für all das, und das wegweisende Haupt-Gebot unseres Meisters, das Gebot der Liebe. Der an Gott glaubende Mensch weiß, dass er kein hoffnungsloser, tragischer Held ist, sondern ein Wanderer am schmalen, steilen Pfad, der zur persönlichen Ewigkeit führt. Der heilige Paulus hat auch  als Zeltmacher gearbeitet, hat lange Schiffsreisen unternommen, und hat die Schrift, als das damals modernste Kommunikationsmittel dafür benützt, um uns unsterbliche Briefe zu schreiben, und seine Tage wurden von der Liebe zu Gott und seinen Mitmenschen geprägt. Er hat sich auf beiden Beinen bewegt und ist an seinem Ziel angekommen, kann an einem Tisch mit dem heiligen Petrus, am Tisch des Herrn sitzen. An dem Tisch, wo auch wir alle eine Einladung erhalten haben, wo es  keinen ersten und keinen letzten Gast gibt, wo die Freude von Gott unsere Freude ist, und das vollkommene Glück wird uns ewig zuteil werden.

Sind wir in der Lage, uns zu erneuern? Neben der wunderbaren materiellen Kultur auch eine reife, erwachsene Kultur der Seele zu entwickeln? Damit wir nicht dahinstolpern auf dem Weg des Lebens, sondern mit festem Schritt uns zur unendlichen Liebe, zum Reich Gottes hin bewegen?

Ich vertraue nicht der Klugheit und dem Glück des aus Staub geborenen Menschen, sondern dem uns erschaffenden Gott, der Mensch geworden ist, und uns von den Blättern der Heiligen Schrift gesagt hat: „Mein Vater arbeitet unentwegt, und ich arbeite auch.“ Ich glaube, dass der an Gott glaubende Mensch stärker ist als die jetzige Wirtschaftskrise, dass diese mächtige Umstrukturierung nicht das Ende der Welt bedeutet, sondern eine Erneuerung bringt.

Fürchtet euch nicht, suchet den Weg, denn wir glauben daran, dass es weitergeht.

Herzlichst, Pater Csaba       

 

B E R I C H T von Pater Csaba aus Deva, 24. Februar 2009

Der liebe Gott hat mich nicht für die Inventarisierung der Kinder bestimmt, sage ich manchmal spaßhaft, sondern das Leben zu lieben und zu dienen. Trotzdem habe ich mich jetzt bei der Weiterbildung der Tagesheim-Erzieher sehr gewundert, dass wir schon so viele sind und habe im Büro die Unterlagen angesehen. Ich habe nachgerechnet und zu meiner Verwunderung festgestellt, dass wir mit unserem neuen Haus in Szentkeresztbanya bereits mehr als eintausend Schulkinder in Tagesheimen betreuen. In den Kinderheimen werden bereits mehr als achthundert Kinder mit viel Liebe betreut. Ja, unsere Erzieher bereiten für mehr als eintausendachthundert Kinder täglich Schmalzbrote und Butterbrote und erziehen die Kinder mit Güte für das tägliche Gebet und ein ordentliches Leben in beinahe fünfzig Heimen.

Es war ein wunderbares Gefühl, im Bewusstsein dieser Tatsachen in der Kapelle in Homorodfürdö (Băile Homorod) während der Weiterbildung zu beten. Und ich habe daran gedacht, während die Erzieher leise gesungen haben, wer könnte es sagen, wie viele schöne Ehen geschlossen werden, und wie viele wunderbare Kinder als Frucht unserer ausdauernden, gutgemeinten Arbeit einst geboren werden. Ich habe mich sehr klein und zerbrechlich gefühlt und in Gedanken habe ich diese zukünftigen Kinder segnen wollen. Sehr oft fühle ich mich von den vielen Gewittern des Lebens zerrissen und von dem strengen Frost erstarrt, aber das Lächeln der vielen Neugeborenen, die von unseren wohlerzogenen Kindern im Erwachsenenalter in die Welt gesetzt werden, geben mir immer wieder die Kraft, weiter zu machen. Wenn ich auch tausendmal neu geboren werden würde, meine ganze Kraft würde ich dem Dienst des Lebens widmen, diese wertvollen Geschenke Gottes in Form von Kindern mit all meiner Kraft unterstützen.

Als Gnade Gottes ist es mir gelungen, jetzt am Jahresanfang, noch vor der Australienreise, die meisten meiner Mitarbeiter in der Weiterbildung für Erzieher zu treffen und viele unserer Häuser zu besuchen. Viele Erzieher haben vom letzten Halbjahr Berichte mit Fotos geschickt, wofür ich herzlich danke, und erwarte natürlich noch die ausstehenden.

Kinderheime:

In Deva hört man die Stimmen der friedlichen Arbeit. Csilla Szasz hat die Leitung des Hauses von Robert Karda erfolgreich übernommen, und wenn wir die – von uns schon gewohnte –  harte Arbeit nicht rechnen, geht hier alles wie von alleine. In den Familien wird viel gelacht, gute Laune überwiegt, und mich haben heute viele Kinder herzlichst begrüßt nach der langen Reise. Wahrhaftig, ich fühle mich hier wie zu Hause, es ist schön, wenn die Kinder mich umarmen. Von unseren Aktivitäten in Deva möchte ich das Folgende erwähnen: Tee bei Zsoka, mit den Erzieherinnen. Es ist bereits auf unserer Homepage www.magnificat.ro hörbar. Wie ein kleines Radioprogram dient es auch für die Weiterbildung und Kommunikation. Das Zweite, wofür ich bete, ist das Zustandebringen einer Schnitzerwerkstatt, wo Luster und Vorhang-Karnischen hergestellt werden können. Es gibt einige junge Burschen, die bereits die Fachschule absolviert haben, und ich ermuntere sie, für unsere Häuser Gegenstände des täglichen Gebrauchs herzustellen, damit alle unsere Besucher sehen können, dass hier gutgelaunte, geschickte Siebenbürger-Szekler zu Hause sind.

Die bereits seit einiger Zeit eingearbeiteten Häuser bringen gute Resultate: Szaszvaros (Orăstie), Petrozseny (Petrosani), Zsombolya (Jimbolia), Gyulafehervar (Alba Julia), Kovaszna (Kovasna), Szarhegy (Lazarea), alle funktionieren ausgezeichnet. In diesen Häusern wird langsam das verwirklicht, was ich mir vor 15 – 20 Jahren erdacht, aber kaum für möglich gehalten habe.
Diese Häuser funktionieren schön selbstständig und gewährleisten den Kinderschutz eines ganzen Gebietes. Sie versuchen ihre eigenen Hilfsquellen auszubauen, dennoch halten sie weiterhin miteinander und mit der Zentrale sehr enge Verbindungen aufrecht. Für mich ist es immer eine Freude, unsere Häuser zu besuchen, denn ich kann die Gegenwart des Segen Gottes und die Liebe der Kinder und Erzieher spüren. Das Lachen der Kinder, ohne Beschwerden, wenn sie mich leise umarmen, beweist, dass wir am richtigen Weg sind.

Unsere Häuser in Kisiratos (Dobrobanti) und Torocko (Rimetea), die voriges Jahr mit einigen Problemen gekämpft haben, sind jetzt aus diesen Schwierigkeiten gestärkt hervorgegangen. Die neue Leitung arbeitet gut, wie das Sprichwort sagt: „Neue Besen kehren besser“. Es ist eine Freude, dorthin zu gehen, denn fröhliche Heiterkeit herrscht in diesen Häusern. In Kisiratos (Dobrobanti) ist das Ehepaar Györfi, und Melinda und Laci arbeiten unermüdlich, die Anzahl der Kinder wächst, und die schlechten Noten verschwinden – ich bin stolz auf sie. In Torocko (Rimetea) ist Iringo Karcagi und MitarbeiterInnen, die eine schöne Arbeit leisten, und ich kann sehen, dass auch unterhalb von „Szekelykö“ eine fröhliche Schar von Kindern lebt, mit einer natürlichen Heiterkeit, wie auch in allen anderen Häusern.

In Sovata, Salonta und Bad Tuschnad ist der Wechsel der Leitung gut gelungen. Die erprobten, erfahrenen MitarbeiterInnen können sich in die neue Situationen gut einordnen, werden von den anderen Kollegen gut akzeptiert, haben Freude an ihrer Arbeit. Nicht nur die bestehenden Standorte werden gehalten, sondern noch zusätzliche neue Aufgaben werden in Angriff genommen. In Sovata wird das hintere Gebäude, aus der Spende einer sehr lieben Dame weiter ausgebaut, zwölf neue Zimmer mit Badezimmer entstehen für die größeren Kinder. Davor ein großes Wohnzimmer nach Szekler Art, mit einem Holzofen fürs Brotbacken, wo man mit guter Laune frisch gebackenes Brot und Kuchen essen kann (der Backofen ist schon in Betrieb, wenn jemand vorbei kommt, kann er bereits in die Produkte hineinbeißen).

In Salonta wird schön langsam das dritte Kasernen-Gebäude fertig gestellt, hier wurden schon Gästezimmer eingerichtet, damit die nahezu siebzig Kinder zählende Großfamilie die Gäste und Freiwilligen viel besser unterbringen kann. Es gibt noch eine gute Nachricht von Salonta: die Stadtverwaltung hat auch die anderen zwei Kasernen uns überlassen. Es sieht so aus, dass durch eine großzügige Unterstützung auch diese Gebäude übernommen und renoviert werden können. In ein-, zwei Jahren könnte hier ein großes Kinderdorf mit 12 Familien entstehen und von unseren Besuchern besichtigt werden.

In Bad Tuschnad konnte bereits die achte Sozialfamilie gegründet werden, und ich fühle, dass hier die Kinder nicht nur in der Anzahl, sondern auch in allen anderen Aspekten schön wachsen und gedeihen. Jetzt werden gerade die Pläne für eine Thermalwasser-Heizung erstellt. Wenn das gelingt, kann das Heizproblem für dieses 1700 m² großes Haus sehr günstig gelöst werden, und es kann sich zu einer Perle unserer Kinderschutzeinrichtungen entwickeln.

Unser Mädchenkollegium in Csikszereda (Miercurea Ciuc) funktioniert auch schön. Es ist zwar momentan sehr voll, wir sind aber nicht verzweifelt, denn es wird an einem Heim in Csiksomlyo (Sumuleu) gearbeitet, und wenn Gottes segnende Hand weiter über uns ist, kann bereits zu Pfingsten die Hälfte des Gebäudes innen fertig gestellt sein.

In unserem Mutterheim in Arkos (Arcus) ist wieder ein Neugeborenes auf die Welt gekommen. Leider kann dieser liebe Säugling nicht bei seiner Mutter bleiben, denn die Behörden und auch wir halten die viel zu junge Mutter, die in einem staatlichen Kinderheim aufgewachsen ist, noch nicht für fähig, ein eigenes Kind zu erziehen. Es ist das erste Mal, dass ein Kind nicht bei seiner Mutter bleiben kann ...

Die Studenten und Studentinnen in Kolozsvar (Cluj Napoca) sind zwar nicht immer die Besten, denn sie sind in manchen Gegenständen nicht durchgekommen, aber sie gehören doch zu uns, und sind liebenswürdige junge Menschen. Ich habe sie öfters besucht, um gemeinsame Stunden miteinander zu verbringen, die mein Herz immer erfreut haben, und ich bin stolz auf sie. Jetzt planen wir einen großen Ausflug und hoffentlich können wir ihn im Frühling verwirklichen. Aus Gottes Gnade und durch die großzügige Unterstützung einer großherzigen Spenderin aus Kolozsvar, und durch die tatkräftige Hilfe der Studenten aus Norwegen wurde es möglich, das zweite Studentenheim fertigzustellen. Nach der Möblierung kann es im Herbst eröffnet werden.

Unsere Tagesheime wachsen und gedeihen. Einige haben sehr schöne Häuser bekommen. Das Heim in Parajd (Praid) habe ich dieser Tage besucht. Dieses schöne Haus in der Ortsmitte wurde im vergangenen Herbst eröffnet und beherbergt jetzt vierzig Kinder. Dank fleißiger Hände wird der erste Stock auch ausgebaut, und zu Pfingsten werden drei Zimmer mit Badezimmer den Pilgern zur Verfügung stehen. Weiters können wir hier Kinder, die öfters stark husten, für eine Therapie im salzhaltigen Bergwerk unterbringen.

Im Nyaradszereda (Miercurea Nirajului) können nicht nur die vierzig Kinder von unseren zwei Erzieherinnen mit viel Liebe betreut werden, sondern im Gästezimmer werden ehrenamtliche Mitarbeiterinnen herzlich erwartet. In Sofalva (Sărata) und Oroszhegy (Dealu) würden wir auch gerne freiwillige Mitarbeiterinnen unterbringen. In Kapolnasfalu (Căpilnita) und Esztelnek (Estelnic) haben wir erst jetzt unsere Häuser gekauft und fangen an zu renovieren. Ich denke, wir sind am richtigen Weg. Die Bürgemeister, Pfarrer, Schuldirektoren unterstützen unsere Arbeit und sind zu unseren Projekten sehr positiv eingestellt. Der Bürgermeister von Gyergyoujfalu (Suseni) hat uns dieser Tage ein sehr schönes Haus zur Verfügung gestellt, und der Pfarrer von Gyergyohodos (Hodosa) hat das ehemalige Haus des Kantors für unsere Kinder kostenlos angeboten. In Gyimeshidegseg (Ghimes) hat der großzügige Pfarrer den Kindern im Pfarrzentrum das Zimmer für den Religionsunterricht angeboten und unterstützt sie mit vielen guten Sachspenden. Viele Häuser bekommen alles Notwendige von der lokalen Bevölkerung. Zum Beispiel Brennholz vom Bürgermeisteramt, Lebensmittel von den örtlichen Gläubigen. Ich fühle, dass die meisten Tagesheime in den Gemeinden so gut integriert sind, dass sie auch ohne Unterstützung der Stiftung überleben könnten.

Aus Gottes Gnaden kann ich mit ruhigem Gewissen die Reise nach Australien antreten, denn die Kinder sind überall in guten Händen und in Sicherheit, die ErzieherInnen arbeiten sehr gewissenhaft. Die zwei Gebiets-Koordinatoren Robi (Karda) und Balazs (David) sind beispielgebend in ihrer Tätigkeit, sie halten alle unsere bestehenden und entstehenden Einrichtungen sicher in ihren Händen, sehen die Probleme und Sorgen und kennen unsere Unterstützer. Die lebendige Verbindung zu unseren materiellen und rechtlichen Resourcen, die wichtig für die Stiftung sind, wird von ihnen aufrecht erhalten.

Mit aller Demut und reinem Herzen fühle ich, dass unsere Häuser jederzeit von Jedem besucht werden können, so wie das Haus in Kovasna, dem die Frau des Präsidenten der Republik Rumänien, Maria Basescu, neulich einen Besuch abgestattet hat. Wir brauchen uns nicht zu schämen, denn wir haben den Weg gefunden, den wir nach dem Willen Gottes gehen müssen, damit unsere Kinder gut gedeihen und aufwachsen können, zur Freude von uns allen.

Betet für unsere große Familie!

Herzlichst, Pater Csaba 

Besuch bei Freunden

 

Der alljährliche Besuch bei Pater Csaba und den Patenkindern fiel heuer etwas umfangreicher aus. Zehn Paten machten sich am 28. September 2007 von Mauer aus auf den Weg nach Deva.

Unterwegs besuchten wir die Bischofstadt Esztergom, die Burg von Visegrád und bestaunten in Csobánka, nahe Budapest, ein ehemaliges Sanatorium, das der Stiftung zur Nutzung übergeben wurde. Erzbischof Péter Erdö hatte P. Csaba gebeten, hier eine Heimstätte zu schaffen, wo das ungeborene Leben geschützt wird, und wo werdende Mütter in ruhiger und geschützter Atmosphäre ihre Kinder zur Welt bringen können und gleichzeitig die Väter, so diese noch gegenwärtig sind, zu aktiver Teilnahme am gemeinsamen Leben – in Haushalt und Garten beispielsweise – ermuntert werden. Nach einem Jahr sollte die Situation so weit geordnet sein, damit die Kinder eine Chance haben, in geordneten Verhältnissen aufwachsen und einem gelingenden Leben entgegensehen zu können.

Insgesamt besuchten wir sechs Einrichtungen der Stiftung. Besonders beeindruckend war das uns bisher unbekannte Lăzarea. Auf einem Hügel in wunderschöner Landschaft liegt ein altes Franziskanerkloster, neben dem ein Gebäude errichtet wurde, das als Tagesheim für die Betreuung von 43 Kindern in zwei Gruppen eingerichtet ist. Wir alle spürten mit Freude, inmitten von frohen, lachenden Kindern und freundlichen Betreuern herzlich willkommen zu sein.

Es grenzt an ein Wunder, dass immer neue Werke der Nächstenliebe gleichsam aus dem Boden wachsen, im Geiste der Idee des Pater Csaba!

Erhard Alexitsch

 

Pater Csaba bemüht sich seit fast 15 Jahren, ein „Werk Gottes mit seinem Partner Mensch“ aufzubauen. 50 Jahre kommunistische Herrschaft ohne Gott hat das Land und die Menschen lahmgelegt. In dieser ausweglosen Situation entstand ein neues Leben, weil einer geglaubt und geliebt hat. Pater Csaba sah das Leid vieler Familien und hat nicht weggeschaut. Tief verwurzelt in Gott und seiner Heimat und mit Vertrauen auf das Gute im Menschen schritt er zur Tat. Jahrelange Arbeit brachte den Erfolg.

Gegenwärtig leben rund 700 Kinder in Familiengruppen mit Erziehern in 20 Häusern, darüber hinaus unterhält die Stiftung in 26 Ortschaften Tagesheime für knapp 700 Kinder. Sie alle sind auf dem Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft.

Wir besuchten die Familiengruppen und sahen lernende Kinder mit ihren Erziehern. Wir freuten uns mit den fröhlich spielenden Kindern und mit den Kleinen, die uns mit strahlenden Augen entgegenliefen und die wir umarmten.

Einige der Erzieher und der „Eltern“ lebten vor Jahren als Kinder im Kloster bei Pater Csaba und gingen dort zur Schule. Heute studieren einige Schützlinge in Klausenburg oder arbeiten bereits. Es gibt eine Berufsausbildung für verschiedene Berufe und man hofft, dass es bald auch eine Au­bildung für Installateure und Landwirte geben wird.

Über 100 Mitarbeiter von Pater Csaba, Helfer im eignen Land und viele Paten aus Österreich, Ungarn, Deutschland, Schweiz und den USA helfen auf ihre Weise mit, dass aus verängstigten, seelisch kranken Kin­dern gesunde, lebenstüchtige und gläubige Menschen werden können.

Csabas Glaube ist stark. Er ist überzeugt, dass es einen Gott gibt, der uns liebt und unser Vater ist, unser Schöpfer, der uns Leben, Talent und Kraft gegeben hat. Er glaubt an den Weg der Liebe und vertraut auf Gottes Führung, eine Liebe, die in den Kindern und Erziehern lebendig wird. Starker Glaube und ehrliche, selbstlose Liebe strahlen aus und wirken ansteckend. So wurden wir alle in diesen Kreis der Liebe seiner Familie einbezogen.


Gerti Werner

 

Frühere Berichte

 

Besuch mit Freunden bei Freunden

„Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Mt. 25,40

In der Zeit vom 6. bis 9. Oktober 2006 fuhren wir – je 3 Personen von der Pfarre St. Erhard-Mauer und der action 365, den „Laabern“ – nach Siebenbürgen, um Pater Csaba zu besuchen und neue Einrichtungen der Stiftung „Hl. Franziskus“ kennen zu lernen.

            P. Csaba empfing uns vor dem Franziskaner Kloster in Deva

 

 

mit gewohnter Herzlichkeit und, für ihn typisch: ein Kind auf seinen Schultern, eins an der Hand. Beim Abendessen im Kloster führten wir ein anregendes Gespräch über die Entwicklung der Stiftung, aber auch des Landes, vor allem, wie es den Leuten hier wirklich geht.
      Nach der Frühmesse und dem anschließenden Frühstück im Speisesaal mit den Kindern – sie waren wie immer auf eine uns ungewöhnliche Weise diszipliniert, es gab kein lautes Reden, alle hatten genug zu essen und keiner brauchte auf den anderen neidisch zu sein – begaben wir uns wieder auf die Reise, unser Tagesziel war Sovata.
     

Zunächst besuchten wir in Alba Iulia / Gyulafehérvár / Karlsburg

eine Familie der Stiftung und wurden mit Kaffee und Keksen freundlich bewirtet. László Böjte, der Bruder jenes Pater Michael, der vor ein paar Jahren P. Csaba in Deva zur Seite gestanden war, lebt hier mit seiner Frau und den drei Kindern. Sie haben noch weitere 8 Kinder zu sich genommen, die, wenn sie nach Mittag von der Schule kommen, gemeinsam betreut werden; vergleichbar etwa einem Hort. An diesem Samstagvormittag wurden die Kinder medizinisch untersucht, Gewicht, Größe, Sehschärfe und auch der Blutdruck wurde gemessen, während in der kleinen Küche eifrig Krautrouladen – eine Siebenbürgische Spezialität – zubereitet wurden.
     

Auf einer zuletzt äußerst holprigen und löchrigen Straße hinter Turda gelangten wir in das idyllische Dorf Torockó / Rimetea,

das sogar als Weltkulturerbe genannt wird. Umgeben von hohen Bergen, in einem der Häuser in einer Häuserzeile, die in einem Viereck rund um die Kirche mit schmuckem Aussehen angelegt sind, befindet sich unter der Leitung von Márta Tamás die so genannte „Kinderschutzzentrale Theresa von Lisieux“ – auf Englisch wird es als „Child Protecting Center“ seiner Bestimmung gerechter.
      Es handelt sich einerseits um ein an der Straße gelegenes, nach hinten in den großen Garten ausgerichtetes ebenerdiges Haus, in dem die Buben wohnen, und die Kapelle, die in einem ehemaligen Lagerkeller untergebracht ist, und anderseits um einen mit viel Gespür fürs Wesentliche und Praktische ausgebauten Stall, in dem sich ebenerdig die Küche, Nassräume und ein großer Wohn- und Essraum befinden. Im Obergeschoß ist die liebevoll aus Holz gezimmerte Schlafstatt für die Mädchen untergebracht; dieser gegenüberliegend ist in einem zweiten Schlafraum viel Platz geschaffen für weitere Kinder. Derzeit sind 22 Kinder im Alter von 4 bis 16 Jahren in der Wohngemeinschaft integriert, sie alle besuchen Kindergarten und Schule im Ort. Die Terrasse vor dem Gebäude ist gerade in Arbeit.
      Nach einem kurzen Besuch in der Hauskapelle verabschiedeten wir uns und lobten das bisher Geschaffene sowie das gute Essen und wünschten allen weiterhin gutes Gelingen. Es ist wohl nur natürlich, dass sich die Kinder hier besonders wohl fühlen …
     

Über Turda und Tîrgu Mureş setzten wir unsere Fahrt nach Sovata / Szováta

fort. Es dämmerte bereits, als wir dort – in dem großen, dem hl. Josef geweihten Haus – ankamen und von der rührigen Márika Pál herzlich begrüßt wurden, die wir seit Jahren kennen. Das einst am Karfreitag durch Brandstiftung zerstörte Gebäude ist wieder aufgebaut und von ca. 100 Kindern in 9 Familien freudig in Besitz genommen worden. Es ist gediegen ausgebaut und wird allen Ansprüchen gerecht.
      Noch ehe wir zum Abendbrot kamen, begleiteten wir Márika auf ihrer Fahrt in die nähere Umgebung, um Kinder fürs Wochenende zu ihren Angehörigen zu bringen. Die besuchten Familien entsprachen leider genau dem, was wir seit Jahren schon zu sehen bekommen. Sie sind nicht nur arm, sondern leben auch unter desolaten Umständen. Am schlimmsten ist wohl jene vierköpfige Familie dran, die am Rande einer Müllhalde auf einem Grundstück, das ihnen nicht gehört, in einer Keusche ohne Licht und Wasser haust, und jeden Tag damit rechnen muss, vertrieben zu werden; der Mann sorgt mit dem Sammeln von Alteisen für ein karges Einkommen. 
      Auf dem Rückweg – auf den ver­mutlich schlechtesten Straßen der Welt – durchfuhren wir bereits in der Dunkelheit den Kurort Sovata und lieferten das letzte Kind in einer großräumigen Unterkunft im Parkgelände ab. Wieder waren wir mit einer traurigen Wohnsituation konfrontiert. Ein Vater mit vier Kindern, dem die Frau davongelaufen ist. Wir waren froh, als wir endlich zu Tisch saßen und nach dem Tischgebet tüchtig zulangen konnten. Es entwickelte sich ein anregendes Gespräch, in dem wir erfuhren, welche Arbeit die Mitarbeiter verrichteten und wie es hier und anderswo lief.
      Am nächsten Morgen sahen wir uns auf dem weitläufigen Gelände um. Man ist hier durchaus in der Lage, durch landwirtschaftliche Nutzung für den Eigenbedarf zu sorgen: zwei Kühe, mehrere Schweine und viele Hühner werden hier gehalten. Der zweite, annähernd gleich große Ziegelbau, den P. Csaba noch vor einem Jahr einer späteren touristischen Nutzung zuführen wollte, ist nunmehr als Internat für viele Kinder geplant und soll für weitere Wohngemeinschaften nutzbar gemacht werden.
      Wir dankten Márika sehr herzlich für die Gastfreundschaft und empfingen etliche Mitbringsel, Tontäfelchen, die die Kinder herstellen, die wir an die Paten verteilen werden; auch wir ließen Kaffee und Süßigkeiten hier. Wir nahmen Abschied von Sovata und wünschten allen viel Glück.
     

Als wir am späteren Vormittag Tîrgu Mureş / Marosvásárhely / Neumarkt

erreichten, erwartete uns bereits die Familie Márton. Um 12 Uhr nahmen wir anlässlich der Einweihung einer Kapelle – nach Restaurierung durch Judit Márton – in der Nähe der Stadt an der feierlichen Bischofsmesse teil. Zwei Stunden später wurden wir zur Agape von freundlichen Frauen und Mädchen eingeladen, von ihren Naschereien zu kosten. Ich musste unwillkürlich an eine burgenländische Hochzeit denken, auch dort serviert man solche Köstlichkeiten!
      Im gastlichen Hause Márton setzten wir uns schließlich in einem selbst gezimmerten Salettl im Garten zum Mittagessen, das Dr. András Márton persönlich bereitete – dieser baut derzeit mit 250 Mitarbeitern und etwa 100 Autos ein Netz der Caritas-Hauskrankenhilfe über Siebenbürgen auf. Das Essen schmeckte vorzüglich, wir langten kräftig zu und wären noch gerne länger geblieben, doch es wartete noch eine lange Fahrt an die westliche Grenze Rumäniens.

Salonta / Nagyszalonta,

ein Ort zwischen Oradea und Arad, war unser letztes Ziel. Dort befindet sich jenes Haus der Stiftung, das dem hl. Antonius gewidmet ist. Es war 22 Uhr, als wir von Hilda Tarsoly, der Leiterin des Hauses, begrüßt und zu einem späten Abendbrot eingeladen wurden.
      Am andern Morgen bestaunten wir das Anwesen. Die Gebäude waren alle bereits renoviert, die Einfahrt in den gepflegten Hof mit kleinen Trittsteinen ausgelegt; alles sah ordentlich aus. Der Garten ist für die 29 Kinder, die in zwei Gruppen aufgeteilt sind, ideal. Auf der Wiese gibt es eine Sandkiste, Spielgeräte, einen Spielplatz, einen Essplatz – und einen Brotbackofen. Ein wunderbares Refugium. Die Räumlichkeiten sind noch in dem einfachen Zustand, in dem das Haus übernommen wurde; aber alles ist sauber und funktionstüchtig.

            Nach dem schlichten Frühstück fuhr uns, auf dem Weg zur nahen Grenze, Hilda voraus und zeigte uns stolz eine Neuerwerbung der Stiftung. Es handelt sich um drei ehemalige Militärgebäude, die P. Csaba umbauen, renovieren und für seine Zwecke nutzen möchte.

Sie sollen etwa 100 Kindern Platz bieten. Es ist dies keine Schenkung wie sonst üblich, er bekam die Liegenschaft in Pacht auf 50 Jahre inklusive einer Kaufoption; die umgrenzende Mauer soll niedergerissen und die Fläche bis zur Straße genutzt werden. Ein Sendemast daneben animierte ihn angeblich bereits zu einer Art „Radio Csaba“. Denkbar ist es, ihm zuzutrauen ebenso, denn sein Ideenreichtum scheint unerschöpflich …

- & -

Die vier Tage waren wie im Flug vergangen. Ich möchte versuchen, die Eindrücke mit jenen der Vorjahre zu vergleichen. Denn es hat sich vieles verändert. Allein die Begleitumstände, wie die Mühen der Fahrt oder die mitunter schikanösen Grenzaufenthalte, sind nicht mehr mit früher zu vergleichen. War es einst notwendig, mitten in der Nacht von Wien loszufahren, um noch vor dem Frühverkehr durch Budapest zu fahren, wurde dies mit dem Bau der Außenring-Autobahn nur mehr eine Frage von Staus. Die Autobahn M1 ist die Fortsetzung der österreichischen A4, und nach der Umfahrung von Budapest geht es nun schon fast bis Szeged auf der M5 weiter. Rasthäuser und Tankstellen sind so häufig anzutreffen wie bei uns, man braucht sich also diesbezüglich nicht zu sorgen. So kommt man rasch und bequem an die rumänische Grenze.
      Was sich dort früher abgespielt hat, steht in keinem Vergleich zu den Erlebnissen auf dieser Reise. Man begegnete freundlichen, jungen Grenzern, die lächelten, mit einem Dankeswort die Papiere wieder zurück gaben und – meist auf Deutsch – eine gute Fahrt wünschten. Keine Schikanen, kein Verzögern, nicht einmal Dienst nach Vorschrift. Wir waren verblüfft.
      Die Fahrt durch das Land war durch keine einzige Kontrolle unterbrochen. Obwohl viele Polizei-Fahrzeuge auf den Straßen zu sehen waren, viel mehr als bei uns, wurden wir nie angehalten. Das Abzocken scheint der Vergangenheit anzugehören. 

Was die Einrichtungen der Stiftung „Hl. Franziskus“ anlangt, so hat auch hier sich ein Wandel vollzogen. Haben wir früher die Gastfreundschaft des P. Csaba ganz hautnah und unmittelbar verspürt, und dies über Tage hinweg, so wurden die direkten Kontakte immer spärlicher. Freilich, die Stiftung ist in den nun schon 13 Jahren ihres Bestehend von einem „Einmann-Betrieb“ auf ein mittelgroßes „Unternehmen“ angewachsen. Wenn man bedenkt, dass die Stiftung derzeit insgesamt 1.400 Kinder betreut und mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigt, kann man dies wohl nicht mehr erwarten. Doch wissen wir, und darauf dürfen wir mit Recht stolz sein, dass Csaba sich immer noch auf unsere Patenschaften ganz wesentlich stützt. Denn ohne uns – und das betont er bei jeder sich bietenden Gelegenheit – hätte er sich damals vor mehr als 10 Jahren nicht getraut, dieses Unterfangen zu beginnen und danach dieses immer größer werden zu lassen. Wenn nicht unsere Spenden – meist in Form von Patenschaften – regelmäßig und verlässlich bei ihm eintreffen würden.
      Wenn man wie wir von einem Stützpunkt der Stiftung zum anderen unterwegs ist, so ist es doch wunderbar mitzuerleben, wie unterschiedlich alle Häuser sind und doch alle den gleichen Geist spüren lassen. Hier wird Menschlichkeit verströmt und Kindern Gutes getan. Ich vermute, denen geht es nun weit besser als den meisten anderen im Land. Daher ist es geradezu notwendig, immer neue Einrichtungen entstehen zu lassen und das Werk weiterzuführen. Vor allem zahlreiche großzügige Einzelspenden aus dem Ausland machen dies möglich.
      Dabei haben wir nur eine Sorge: Wie soll das der Pater als einzelner Mensch auf Dauer schaffen? Csaba hat in den Jahren des Aufbaus und der Weiterentwicklung seiner Idee, mit der Stiftung Hl. Franziskus zahlreichen Kindern unterschiedlichster Herkunft ein Zuhause mit Liebe, Zuwendung und Erziehung zu bieten, zunächst seine ganze junge Kraft eingesetzt, um in schier übernatürlicher Anstrengung all das zu schaffen, das jetzt bereits existiert, hier in Deva und an einem Dutzend Orten in Siebenbürgen, und Siebenbürgen ist etwa so groß wie Österreich. Dabei hat Csaba sich nicht geschont. Unermüdlich hat er sein Ziel verfolgt und ist dabei einen schwierigen Weg gegangen, der nicht auf seine Gesundheit Rücksicht nahm.
      Bei unseren Besuchen oder wenn er uns in Österreich besuchte, stellten wir stets mit Freude fest, dass er bei seinen Erzählungen und im persönlichen Gespräch nichts von seiner Ausstrahlung, seinem Charisma, eingebüßt hatte. Aber manchmal wirkte er müde, manchmal abgearbeitet. Aber er will sich nicht schonen, zu sehr ist er von seiner Kraft und dem Willen Gottes überzeugt, er würde ihn das Rechte tun lassen.
      Gott sei Dank hat er viele rührige, fleißige und tüchtige Mitarbeiter um sich, die für ein Jahr oder länger um geringen Lohn sich dem Werk zur Verfügung stellen, doch die Ideen und die Verantwortung sind bei ihm selbst angesiedelt.
      Möge Gott stets seine schützende Hand über ihn und seine Stiftung halten!

Erhard Alexitsch

 

Einweihung des neuen Kinderheimes “St. Josef“ in Sovata

Am Montag, dem 20. September 2005, reisten wir zunächst nach Tîrgu Mureş (Neumarkt),

RO5

 wo wir bei Familie Márton herzlich aufgenommen wurden. Am nächsten Tag fuhren wir mit Dr. András Márton, seiner Gattin Judit und Töchterchen Dorka nach Sovata.

RO2

Hier wurde in der Pfarrkirche unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eine feierliche Bischofsmesse zelebriert, mitgestaltet vom Kinderchor aus Deva. Zum Abschluss boten uns die Kinder ein beeindruckendes Singspiel vom Leben und Wirken der im Jahre 1999 von Papst Johannes Paul II. heilig gesprochenen Kinca, einer Tochter des ungarischen Königs, Fürstin, Ordensgründerin und Ordensfrau.

Anschließend bei Zigeunermusik und Jahrmarktstimmung fand die Segnung des neuen Kinderheimes durch den Bischof statt. Danach Mittagessen und Besichtigung des Hauses. Es gibt 9 Wohneinheiten für je 6 Kinder, bestehend aus 2 Etagen. Im Erdgeschoss befinden sich Vorraum, WC, Wohnraum – im Dachgeschoß WC, Dusche und 3 Schlafzimmer. Im Keller sind die Zentralheizung, Waschküche, Küche, Speiseräume und eine Kapelle untergebracht. Das Haus ist Heimat für ca. 45 Kinder. Derzeit sind es aber mehr als 70, weil ca. 30 Kinder aus hochwassergeschädigten Familien vorübergehend hier sind. Bei dieser Gelegenheit überreichten wir dem zuständigen Caritasbeauftragten eine Geldspende für die Hochwasseropfer. Es  regnete auch heute in strömen, was aber der guten Allgemeinstimmung nichts antat.

RO4    RO3

Für ein Gespräch mit Marika, der Leiterin des Kinderheimes, bzw. Pater Csaba fanden wir kaum Zeit. Sie waren immer beansprucht von Prominenz und anderen wichtigen Personen. Doch der Pater lud uns für nächsten Tag nach Rimetea (ca. 180 km von hier) ein, wo ebenfalls eine Hauseinweihung stattfinden soll. Dort würden wir dann mehr Zeit füreinander haben.

Am Nachmittag entführten uns Judit und Andras nach Plajesii de Jos, ein romantisches Dorf in den östlichen Karpaten. Pater Csaba soll hier im Auftrag des Bischofs aus einem Schloss mit dazugehörigem Obstgarten ein Kinderheim entstehen lassen. Leider war es stockdunkel, als wir ankamen. Im Scheinwerferlicht unserer Autos und mit Taschenlampen konnten wir uns von der Schönheit und dem guten Zustand des Gebäudes überzeugen.

Am nächsten Tag folgten wir der Einladung P. Csabas nach dem vor einem Jahr erstandenen Haus “Theresa von Lisieux“ in Rimetea, einem malerischen Dorf im Siebenbürgener Erzgebirge.

RO1

Es wurde heuer fertig gestellt und an diesem Tage vom rumänischen Bischof eingeweiht. Zurzeit befinden sich 14 Kinder aus der Gegend um Hunedoara hier, und es sollen mehr werden. Hier konnten wir uns endlich mit P. Csaba ausgiebig unterhalten.

Bei der Heimreise nutzten wir das Angebot P. Csabas und übernachteten im Kinderheim “Hl. Antonius“ in Salonta, nahe der Grenze zu Ungarn. Ebenfalls erst vor einem Jahr aus einem zerfallenden Gebäude entstanden, zeigte es sich uns als ein wahres Schmuckstück. 17 Kinder finden hier zurzeit ein Zuhause, betreut von Hilda Tamas, die wir bereits aus Deva kannten, und 2 Studentinnen als Lernhelferinnen.

Ausgeruht und frohgelaunt fuhren wir am nächsten Tag nach Hause. Wir konnten uns wieder einmal mehr überzeugen vom Gelingen des großartigen Werkes Pater Csabas.

Willi Peer