Unser Projekt in Deva, Rumänien

 

Aktuelle Berichte

Zu den Kindern in Siebenbürgen!

Liebe, Freiheit und Hoffnung sind nicht nur Worte – so heißt es in einem Lied – sondern Worte und Taten. „Als Zeichen der Hoffnung ist Jesus lebendig, als Zeichen der Hoffnung für diese Welt.“

Das haben wir auf dieser Reise nach Siebenbürgen unmittelbar gespürt – in den Begegnungen mit Pater Csaba, seinen Mitarbeitern und vor allem „seinen“ Kindern. In 20 Jahren haben mehr als 5000 Kinder in der „Stiftung Hl. Franziskus“ nicht nur Nahrung und Schutz bekommen, sondern Hoffnung, Wärme und Lebenswürdigkeit erfahren. „Es ist meine Erfahrung“, sagt Pater Csaba, „dass bei der freien, gutgelaunten Zusammenkunft der Kinder der Herr mit seinem Segen immer anwesend ist.“ Das konnten auch wir spüren.Wir, das war eine Gruppe aus Mauer und Laab im Walde, aus Mitgliedern der action 365, die über Pannonhalma (Besichtigung der Erzabtei), Veszprém (Stadtrundgang) und Pécs (Stadtrundgang und Übernachtung) nach Deva gekommen sind und rund drei intensive Tage mit Pater Csaba und vielen Kindern in seiner Stiftung verbracht haben.

Maria Schrei
(Juni 2015)

Ein Nachmittag in Mediasch

Nach einem ausgezeichneten Mittagessen – man höre und staune im „Hotel zur Traube“ – und einem kurzen Spaziergang durch die entzückende Altstadt von Mediasch besichtigten wir ein Haus, das nun zu einem Kinderheim der Stiftung umfunktioniert werden soll. 36 Kinder werden dort ein neues Zuhause finden. Es ist eingebettet zwischen einer katholischen und einer orthodoxen Kirche.

Nach Kaffee und Kuchen setzte sich auf einmal die künftige Leiterin des Hauses neben mich. Eine Ungarin, die fließend Deutsch sprach, ungefähr 30 Jahre alt. Sie erzählte mir Folgendes:

Sie studierte Deutsch und Holländisch und arbeitete als Dolmetscherin in Berlin. Mit der Zeit fand sie das doch luxuriöse Leben nicht befriedigend. Nachdem sie Pater Csaba und seine Arbeit schon vor dem Studium kennengelernt hatte, entschied sie sich, für ihn und seine Stiftung zu arbeiten. In Sovata kümmerte sie sich bisher um eine Gruppe von 9 Kindern.

Pater Csaba fragte sie vor einigen Monaten, ob sie nicht die Aufgabe der Heimleiterin in Mediasch übernehmen würde. Nach einer längeren Nachdenkphase lehnte sie ab, weil sie das Gefühl hatte, sie könne ihre Kinder in Sovata noch nicht verlassen. Ausschlaggebend für ihre Zusage an P. Csaba war schließlich folgende Begebenheit:

Beim Abendgebet mit „ihrer Familie“ sagte plötzlich ein 10-jähriger Bub: „Danke, lieber Gott, dass Mariann uns gelehrt hat, mit anderen lieb zu sein.“ An diesem Abend wusste sie, dass ihre Kinder nun soweit gefestigt sind und sie die neue herausfordernde Aufgabe übernehmen könnte. Zum Schluss sagte sie noch: „Viel, sehr viel, habe ich für diese Entscheidung gebetet.“

Ich bin tiefbeeindruckt von dieser so strahlenden Persönlichkeit und bin dankbar, ihr begegnet zu sein.

Thaddäa Pott
(Juni 2015)

 

Dieser Abend war ein Geschenk

 

Pater Csaba braucht gar nicht viel zu sagen, ihn zu erleben ist schon ein Ereignis!

Besonders im Herzen geblieben ist mir folgendes Erlebnis von ihm, das er uns an diesem Abend erzählte:

Eines Tages in Sfantu Gheorghe

Ungarn, die in Rumänien leben, sind in der Minderheit. In dieser Kreishauptstadt aber leben verhältnismäßig viele ungarisch-stämmigen Szekler, sie nennen die Stadt übrigens Sepsiszentgyörgy. Eines Tages haben Jugendliche öffentlich die Ungarische und die Szekler Hymne gesungen, wofür der Präfekt ihnen eine Geldstrafe auferlegte. Daraufhin haben sich einige Szekler vor dem Haus des Präfekten eingefunden und voll Zorn öffentlich wieder die alte Szekler Hymne gesungen. Als man ihnen mit Verhaftung drohte, sangen sie auch noch andere Hymnen. Tag für Tag kamen immer mehr Leute zusammen und sangen mit. Schließlich waren es etwa 6.000 Menschen. Auf der einen Seite standen die ungarisch-stämmigen Szekler und auf der anderen Seite die rumänischen Polizisten. Die Stimmung war feindselig. Dem Präfekten konnte das nicht gefallen.

P. Csaba soll helfen

In dieser aufgeheizten Situation wurde P. Csaba zu Hilfe gerufen; weil man offenbar weiß, wozu dieser Franziskaner-Pater fähig ist. Er fährt hin, noch völlig unschlüssig, was er sagen soll. So betete er zu Gott.

Dann ging er vors Mikrofon und sagte zu den versammelten Szeklern:

„Wenn du die Rumänen nicht respektierst in Rumänien, bist du kein guter Christ und kein guter Ungar!“ und zu den Rumänen sagte er: „Wenn du die Ungarn als Minderheit in Rumänien nicht respektierst, bist du kein guter Christ und kein guter Rumäne! – Beten wir um den Frieden!“

Daraufhin hat er mit den Ungarn das Vaterunser auf Ungarisch gebetet – und alle haben mitgebetet. Dann hat er mit den Rumänen das Vaterunser auf Rumänisch gebetet und wieder haben alle mitgebetet, auch die Polizisten!

Schließlich löste sich die Versammlung langsam, aber friedlich, auf!

In dieser heiklen Situation hat P. Csaba ganz real erfahren, was der Heilige Geist, die Kraft Gottes, durch einen Menschen, wenn er an die Kraft Gottes glaubt, bewirken kann!

Freude und Dankbarkeit

Zuletzt ließ P. Csaba bei seinem Besuch in Mauer die Kinder, die mit ihm gekommen sind, zu Wort kommen. Nachdem die vier jungen Damen für uns gesungen hatten, erzählten sie auch von der schwierigen Situation, in der sie gelebt hatten, und wie sie dann bei P. Csaba Heimat gefunden hatten. Die große Freude und Dankbarkeit darüber drückten nicht nur ihre Worte, sondern auch ihre strahlenden Gesichter aus.

Diesen Abend erleben zu dürfen, war wirklich ein besonderes Geschenk!

Rita Klasz

 

Soziale Not und ein besonderes Te Deum

Geschichten aus der Stiftung Hl. Franziskus

Keiner, der unter dem Schutz Mariens steht, geht verloren. Schon gar nicht die Kinder!

Als sichtbaren Ausdruck dessen, hat Pater Csaba anlässlich eines Besuches am 20. Februar 2015 eine Nachbildung der Gnadenstatue von Csíksomlyó mitgebracht (sie ist ein Geschenk an die ungarische Gemeinde in Wien).
P. Csaba, der aus diesem Wallfahrtsort stammt, hat dort seinerzeit bei der Madonna seine Berufung gespürt. Maria hat in allen ihren oft schwierigen Lebenssituationen ihr Ja zum Leben gesagt. Dieses Ja ist für Csaba der Impuls für seine Aufgabe, als Ja zu allen Kindern.

Der greise Pater Antal und das Te Deum

In seiner Predigt spricht P. Csaba von P. Antal. Er ist 97 Jahre alt und hat sich unlängst den Oberschenkel drei Mal gebrochen, hat eine Schiene und drei Schrauben am Bein. Vor Weihnachten war er beichten. Buße: ein Te Deum! Er weiß nicht recht, wofür er danken sollte. Er sieht schlecht, er hört schlecht, kann nicht gehen – und: Er fühlt beim Beten kein Feuer mehr! Dann fällt ihm eine Weihnachtskarte in die Hände, auf der das Jesuskind seine Hände entgegenstreckt! Da begreift er. So wie dieses hilflose Kind sich dem Schutz seiner Mutter Maria anvertraut, so muss auch er es machen. Dann kann er frohen Herzens ein Te Deum sprechen.

Vier Mädchen mit Zukunft

In Sovata leben dzt. 100 Kinder. Der Leiter des Heimes, János Lengyel, ist mit vier Mädchen (sie gehören zu denen, die fleißig mithelfen) mit Csaba mit nach Wien gekommen. Seit 2 Uhr morgens sind sie unterwegs und singen doch am Abend in Mauer. Allen vier Kindern kann man glauben, dass sie ihre Zukunft gestalten können. Ihre Berufspläne sind anspruchsvoll: Ärztin, Apothekerin, erst einmal die Matura ... Dank der jahrelangen Zugehörigkeit in Sovata und der Liebe und Hilfe, die sie dort erfahren haben, sind sie hoffnungsfroh. Alle kamen aus unlösbar scheinenden tristen Familienverhältnissen und haben in Sovata ihre Heimat gefunden, wie sie selbst berührend sagen.

Eine Liebesgeschichte

Und dann erzählt P. Csaba, wie er eines Tages ein weinendes Mädchen in Sovata vorfindet, das immer wieder vorgibt, am Garteneingang Arbeit zu verrichten. Sie wird deshalb schon gescholten, aber sie macht weiter. Der Bursch, der die Milch fürs Heim liefert, kommt bald nicht nur ein Mal am Tag, er kommt schon mit immer kleineren Milchmengen mehrmals täglich. Es ist keine Überraschung: Sie lernen einander näher kennen und schließlich heiraten sie. Nun haben sie schon drei eigene Kinder und leiten das Heim in Sovata. Übrigens – so betont Csaba wieder einmal –, dank der Hilfe aus Mauer (kurz vor Weihnachten 2011) funktioniert dort eine neue Heizung; bisher wurden 300 Festmeter Holz verheizt...

Krieg innerhalb der Familie

P. Csaba erzählt die folgende wahre Geschichte. Hier in kurzen Worten: Eine Mutter mit ihren Kindern flüchtet zu Csaba. Ihr Mann verlangt, dass sie sofort heim komme. Sie sagt nein. Er droht, sich aufzuhängen. Csaba rät ihm, kauf drei Blumen für deine Frau. Dafür fehle ihm das Geld. Die Frau müsse heimkommen. Nein. Er baumelt tatsächlich, wird noch rechtzeitig herunter geschnitten. Dennoch: Wenn sie nicht heimkommt, wirft er sich vor den Zug. Nach langem Verhandeln ist schließlich alles gut ausgegangen. Die beiden haben wieder zueinander gefunden. P. Csaba zieht daraus den Schluss: Die Liebe ist manchmal bereits da, die Menschen sind aber oft unfähig, sie zu zeigen.

Zum Schluss meinte P. Csaba noch, dass Kinder, die aus zerrütteten Familien kommen, erst beruhigt werden müssen. Erst, wenn sie ausgeglichener sind, können sie lernen. Erst wenn sie mit sich im Reinen sind, können sie an ihre Zukunft denken, zum Beispiel an die Gründung einer Familie. Der Friede muss im Herzen sein, dann kann man ihn weitergeben.
Zurzeit werden von der Stiftung 82 Häuser (Heime, Schulen, Tagesheime) betreut, weitere kleine Häuser für ca. 25 bis 30 Kinder sind im Werden.

Insgesamt haben bisher rund 5.000 Kinder die Heime durchlaufen. 2.600 davon haben mit Erfolg die Schule beendet. Viele studieren, haben geheiratet. Wie viele Csaba getraut und getauft hat, kann er nicht mehr sagen. Bei 150 hat er zu zählen aufgehört ...

Maria Mairinger

 

Deva, 23. November 2014

 

Liebe Unterstützer!

Die heilige Zeit des Advents und Weihnachten ist da. Aus ganzem Herzen möchte ich mich für all die Hilfe bedanken, die gütige Leute für unsere Schützlinge geleistet haben. Als Danksagung gestatten Sie mir einige Gedanken für das Fest mitzugeben.

„Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Mt 11,28)

Die Weisen aus dem Morgenland finden nicht den Weg, der zum Christkind führt. Sie klopfen am Palast von Herodes an. Herodes ruft seine Hauptpriester, sie kennen den Weg, und zeigen ihn den Weisen. „Bethlehem, von dir kommt der Messias“ sagen sie. Der Anleitung der Hofpriester von Herodes folgend, kommen die Heiligen Drei Könige an, und umarmen das Jesuskind, den Herrn der Welt. Es ist erschütternd, dass Herodes und seine Priester das Wort Gottes und den Weg zu Ihm kennen, trotzdem steht ihr Name nicht im Buch des Lebens. Das Wesentliche am Christentum ist, dass man weiß: es gibt Gott, weil es bei Ihm nicht auf das Wissen ankommt. Herodes wusste das, gerade deswegen ließ er viele Kinder ermorden, so wurde sein Wissen zur Quelle von Sünden. Christentum ist, dass man dem lebendigen Gott begegnet. Man öffnet sein Herz, steht auf und macht sich auf den Weg.

Wohin? Man muss den Weg finden wollen, und man muss darum bitten, und Der, der uns die Beine schuf, tritt in unser Leben hinein, und Der, der unsere Hände schuf, wischt unsere Tränen ab und umarmt uns zärtlich. Und Der, der uns unsere Zunge gab, nennt uns beim Namen, redet uns lieb an, uns, die Verlorenen Söhne. „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.“ Jesus sagt nicht zuerst „glaubt an mich“, sondern „kommt zu mir“. Diese Stelle der Heiligen Schrift spricht uns alle an.

Weihnachten kann für uns alle ein Fest sein. Wir feiern kein Ereignis der Vergangenheit, sondern das Ewige Leben, die Begegnung mit dem ewigen Gott. Wir alle können Hirten, Heilige Könige sein, und unser Zuhause wird zu dem Stall in Bethlehem, wo das Licht der Welt geboren wird, wenn wir unser Herz Christus öffnen.

Durch Gebote der Nächstenliebe sind wir auch zu Taten aufgefordert. Es reicht nicht nur zu wissen, dass wir eine Familie und Mitmenschen haben. Das Wissen an sich führt uns nicht zu Gott. Wir müssen durch Taten der Liebe die Zukunft wollen, Opfer auf uns nehmen, uns auf den Weg machen, Mühe und Schwierigkeiten auf uns nehmend, unseren eigenen Blumenstrauß dem Christkind bringen.

Mit meinen Mitarbeitern und den Kindern wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie gesegnete Weihnachten und ein friedliches, frohes Neues Jahr.

In Dankbarkeit,

Csaba Böjte OFM

22. November 2014

 

Lieber Unterstützer!

Dank sei Gott, so konnte ich gestern in Wien die treuesten Unterstützer der Hl. Franziskus Stiftung treffen. Die liebe Gerti-Tante und ihre Gruppe, deren Name ganz kurz „action 365“ heißt (mit ihrem Namen signalisieren sie, dass sie jeden Tag gute Christen sein wollen), sie waren die ersten Unterstützer unserer Kinder!

Noch am Anfang, im Jahr 1992, haben sie uns die erste Unterstützung gegeben, dann haben sie beschlossen, jeden Tag mit einen Euro je ein Kind von uns zu unterstützen. Sie haben sich mit Gleichgesinnten verbunden, und so dank ihrer ausdauernden Güte, konnte alles, was in Deva aufgebaut wurde, entstehen. Bis heute unterstützen sie uns mit viel Liebe sehr großzügig.

Gott sei gedankt, dass es solche Menschen gibt! Ihre Namen werden jeden Tag in unsere Gebete mit den Kindern eingefügt!

Böjte Csaba OFM
(I. Hochbaum)

 

 

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