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Feuerwerkskörper - alles andere als ein harmloser Spaß

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Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt weist auf problematische Arbeitsbedingungen in der Feuerwerksindustrie hin und lädt zu einem „Feuerwerk der Großzügigkeit“ ein

Auch heuer werden in Österreich zu Silvester wieder Feuerwerkskörper im Wert von mehr als zehn Millionen Euro in die Luft gepulvert. Doch die bunten Sterne am Nachthimmel machen nicht nur Freude, sie führen auch zu störendem Lärm, massiver Umwelt- und Luftverschmutzung und bergen ein hohes Verletzungsrisiko. Immer mehr Städte schränken deshalb den traditionellen Silvesterbrauch ein oder verbieten ihn ganz, wie beispielsweise Paris, wo stattdessen eine eindrucksvolle Licht- und Lasershow geplant ist. Auch in Graz fällt das offizielle Feuerwerk am Schloßberg heuer aus.

Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt begrüßt diese Entwicklung und erinnert an die problematischen Arbeitsbedingungen in der Feuerwerksindustrie: Regelmäßig kommt es zu tödlichen Unfällen in Feuerwerksfabriken; in mehreren Ländern - darunter China, El Salvador, Guatemala, Indien, Indonesien und Peru - ist nach wie vor missbräuchliche Kinderarbeit anzutreffen.

Explodierende Fabriken und Kinderarbeit
Die Feuerwerksindustrie ist und bleibt hochexplosiv: In China, dem weltweit größten Produzenten pyrotechnischer Produkte, starben 2017 mindestens 17 Menschen bei Explosionen. Und auch in Indien, Mexiko, Portugal und Indonesien kam es zu tödlichen Unfällen. So flog im Oktober 2017 eine Feuerwerksfabrik in der Nähe der indonesischen Hauptstadt Jakarta in die Luft. Besonders tragisch: Unter den 48 Todesopfern befanden sich mehrere Minderjährige, darunter drei 14-jährige Mädchen. „Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie ist in so gut wie allen Staaten streng verboten. Das heißt aber leider nicht, dass es sie nicht mehr gibt“, so Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt. „Oftmals schauen die Behördenvertreter weg oder haben einfach nicht die Kapazitäten, um das Problem einzudämmen. Vor allem, wenn es sich um Heimarbeit in abgelegenen Dörfern handelt, wo Feuerwerkskörper in mühsamer Handarbeit mit Schwarzpulver und Chemikalien gefüllt werden.“

Indien: Feuerwerksbranche in Schwierigkeiten
Immerhin ist Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie Indiens, dem nach China zweitgrößten Produzenten weltweit, stark zurückgegangen. Das ist einerseits auf bessere Kontrollen und hohe Strafen zurückzuführen, andererseits auf den allgemeinen Niedergang der gesamten Feuerwerksbranche, die in den letzten Jahren mit illegaler Billigkonkurrenz aus China zu kämpfen hatte. Nachdem die Steuer auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern im Sommer 2017 von 14,5 auf schmerzliche 28 Prozent angehoben wurde, gingen die Verkäufe indischer Produkte noch weiter zurück. Zudem verbot der Oberste Gerichtshof im Vorfeld des großen Lichterfestes „Diwali“ den Verkauf sämtlicher Feuerwerkskörper in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, um die alarmierend hohe Luftverschmutzung einzudämmen.

Lieber ein Feuerwerk der Großzügigkeit
„Feuerwerkskörper sind laut, gefährlich, umweltschädlich und ethisch bedenklich – sie sind alles andere als ein harmloser Spaß und ihr exzessiver Einsatz sollte auf jeden Fall eingeschränkt werden“, ist Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer überzeugt. „Wir freuen uns sehr, dass der internationale Trend immer mehr weg vom klassischen Feuerwerk und hin zu weniger problematischen Alternativen wie Licht- und Lasershows geht. Als Hilfsorganisation laden wir jedoch vor allem zu einem „Feuerwerk der Solidarität und Großzügigkeit“ ein: Es bringt sicherlich genau so viel Glück und Segen, wenn man zum Beginn des Neuen Jahres sein Geld nicht in die Luft pulvert, sondern damit Gutes tut.“

Unter dem Motto „Bildung überwindet Armut“ unterstützt Jugend Eine Welt weltweit Don Bosco Hilfsprojekte für besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche und ermöglicht ihnen den Ausstieg aus missbräuchlicher Kinderarbeit.




Jugend Eine Welt



PRESSEAUSSENDUNG
Wien, 21. Dezember 2017

Feuerwerkskörper - alles andere als ein harmloser Spaß

Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt weist auf problematische Arbeitsbedingungen in der Feuerwerksindustrie hin und lädt zu einem „Feuerwerk der Großzügigkeit“ ein



Auch heuer werden in Österreich zu Silvester wieder Feuerwerkskörper im Wert von mehr als zehn Millionen Euro in die Luft gepulvert. Doch die bunten Sterne am Nachthimmel machen nicht nur Freude, sie führen auch zu störendem Lärm, massiver Umwelt- und Luftverschmutzung und bergen ein hohes Verletzungsrisiko. Immer mehr Städte schränken deshalb den traditionellen Silvesterbrauch ein oder verbieten ihn ganz, wie beispielsweise Paris, wo stattdessen eine eindrucksvolle Licht- und Lasershow geplant ist. Auch in Graz fällt das offizielle Feuerwerk am Schloßberg heuer aus. Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt begrüßt diese Entwicklung und erinnert an die problematischen Arbeitsbedingungen in der Feuerwerksindustrie: Regelmäßig kommt es zu tödlichen Unfällen in Feuerwerksfabriken; in mehreren Ländern - darunter China, El Salvador, Guatemala, Indien, Indonesien und Peru - ist nach wie vor missbräuchliche Kinderarbeit anzutreffen.

Explodierende Fabriken und Kinderarbeit
Die Feuerwerksindustrie ist und bleibt hochexplosiv: In China, dem weltweit größten Produzenten pyrotechnischer Produkte, starben 2017 mindestens 17 Menschen bei Explosionen. Und auch in Indien, Mexiko, Portugal und Indonesien kam es zu tödlichen Unfällen. So flog im Oktober 2017 eine Feuerwerksfabrik in der Nähe der indonesischen Hauptstadt Jakarta in die Luft. Besonders tragisch: Unter den 48 Todesopfern befanden sich mehrere Minderjährige, darunter drei 14-jährige Mädchen. „Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie ist in so gut wie allen Staaten streng verboten. Das heißt aber leider nicht, dass es sie nicht mehr gibt“, so Reinhard Heiserer von Jugend Eine Welt. „Oftmals schauen die Behördenvertreter weg oder haben einfach nicht die Kapazitäten, um das Problem einzudämmen. Vor allem, wenn es sich um Heimarbeit in abgelegenen Dörfern handelt, wo Feuerwerkskörper in mühsamer Handarbeit mit Schwarzpulver und Chemikalien gefüllt werden.“

Indien: Feuerwerksbranche in Schwierigkeiten
Immerhin ist Kinderarbeit in der Feuerwerksindustrie Indiens, dem nach China zweitgrößten Produzenten weltweit, stark zurückgegangen. Das ist einerseits auf bessere Kontrollen und hohe Strafen zurückzuführen, andererseits auf den allgemeinen Niedergang der gesamten Feuerwerksbranche, die in den letzten Jahren mit illegaler Billigkonkurrenz aus China zu kämpfen hatte. Nachdem die Steuer auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern im Sommer 2017 von 14,5 auf schmerzliche 28 Prozent angehoben wurde, gingen die Verkäufe indischer Produkte noch weiter zurück. Zudem verbot der Oberste Gerichtshof im Vorfeld des großen Lichterfestes „Diwali“ den Verkauf sämtlicher Feuerwerkskörper in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, um die alarmierend hohe Luftverschmutzung einzudämmen.

Lieber ein Feuerwerk der Großzügigkeit
„Feuerwerkskörper sind laut, gefährlich, umweltschädlich und ethisch bedenklich – sie sind alles andere als ein harmloser Spaß und ihr exzessiver Einsatz sollte auf jeden Fall eingeschränkt werden“, ist Jugend Eine Welt-Geschäftsführer Reinhard Heiserer überzeugt. „Wir freuen uns sehr, dass der internationale Trend immer mehr weg vom klassischen Feuerwerk und hin zu weniger problematischen Alternativen wie Licht- und Lasershows geht. Als Hilfsorganisation laden wir jedoch vor allem zu einem „Feuerwerk der Solidarität und Großzügigkeit“ ein: Es bringt sicherlich genau so viel Glück und Segen, wenn man zum Beginn des Neuen Jahres sein Geld nicht in die Luft pulvert, sondern damit Gutes tut.“

Unter dem Motto „Bildung überwindet Armut“ unterstützt Jugend Eine Welt weltweit Don Bosco Hilfsprojekte für besonders benachteiligte Kinder und Jugendliche und ermöglicht ihnen den Ausstieg aus missbräuchlicher Kinderarbeit.


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Bild: C. Peters - J1W

erstellt am 2017-12-22 um 07:23:52 von Kurt Schmidl