Fastenimpulse der Pfarre Linz-St. Peter

 

21. April: Alles andere als selbstverständlich

„Das Grab ist leer ...“ Das ist für uns keine Überraschung. Wir wissen längst, was die Engel verkündigen: „Er ist auferstanden.“ Das kennen wir, wie das Halleluja, das dann fällig ist. Als wäre Ostern selbstverständlich. Alles andere als das. Es versteht sich gerade nicht von selbst, auch nicht von uns her, sondern allein von Gott her.
Von selbst und von uns her versteht sich der Tod. Damit müssen wir rechnen. Er liegt in unserer Erfahrung, wir können ihn uns zufügen. Aber die Auferstehung spottet jeder Erfahrung. Es geht nicht um Reanimierung und nicht um Reinkarnation!
Jesus ist in den Todesgraben hinuntergestiegen, aber er ist nicht zur alten Seite zurückgekehrt; er ist zur anderen Seite hochgestiegen, wo es keinen Tod mehr gibt.
Das ist nicht zu fassen, das geht über unseren Horizont. Und darum kommen die Fragen, die Einsprüche; „Wie soll ich mir das vorstellen? Ich sehe nichts davon, dass die Macht des Todes gebrochen ist. Die Gräber, vor denen ich stehe, sind nicht leer. Das grausame Spiel von Gewalt und Leid und Tod geht weiter – auch nach Ostern.“ Das sind die handfesten Realitäten, die sind nicht aus der Welt zu schaffen. Oder doch?
Sicher nicht von uns aus. Wir Menschen können Jesus nicht lebendig machen oder lebendig halten. Hätte Gott ihn nicht dem Tode entrissen, er wäre arm dran – und wir wären es auch. Jesus lebt aus der Kraft Gottes, „der die Toten lebendig macht und das, was nicht ist, ins Dasein ruft“ (Röm 4,17). Das ist der Grund unserer Hoffnung. Gottes Tat steht vor allem Auf und Ab unseres Glaubens, trotz unserer Fragen und Einsprüche.
Und die Realitäten des Todes, die uns bedrängen? Sie kennen die Situation: Sie sind nachts mit dem Auto unterwegs, in fremder Gegend, und auf einmal wissen Sie nicht mehr, wo Sie sind. Da taucht plötzlich ein Zeichen im Scheinwerferlicht auf. Sie sehen es, und schon sind Sie weiter. Aber der Augenblick, in dem Sie es entziffern konnten, genügt. Sie wissen, wo Sie sind und woran Sie sind. Ostern ist ein solches Zeichen und mehr. Wir wissen, wer uns am Ende unserer dunklen Straßen erwartet.

Aus: Franz Kamphaus: Mach’s wie Gott, werde Mensch. Ein Lesebuch zum Glauben, S. 289–290 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013.

 

20. April: Dann werd ich leben

Es wird in aller Frühe sein, wie einst.
Der Stein ist weggerollt.
Ich bin aus der Erde auferstanden.
Meine Augen können das Licht ertragen.
Ich geh und stolpre nicht.
Ich spreche und verstehe mich.
Menschen kommen mir entgegen.
Wir sind in Bekannte verwandelt.

Es wird in aller Frühe sein, wie einst.
Der Morgendunst steigt auf.
Ich dachte, karges Land zu sehn.
Volle Garben seh ich, lange Halmen, Ähren,
gefüllt mit reifem Korn.
Bäume umranden die Felder.
Hügel wogen in der Ferne.
Bergaufwärts und werden Wolken.

Dahinter, Kristall geworden und blendend,
das Meer, das die Toten zurückgab.

Wir ruhen in des anderen Schatten.
Wir wachen auf vom ersten Licht,
als ob jemand uns mit vollem Namen hat gerufen.

Dann werd ich leben.

Aus: Huub Oosterhuis, Das Huub-Oosterhuis-Lesebuch. Hrsg. von Cornelis Kok, S. 225 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013.

 

19. April: Im Wege stehen

Was soll Gott machen, wenn ich ihn bitte, die Hindernisse auf meinem Weg zu ihm wegzuräumen – und ich mir selbst im Wege stehe?
Wenn ich selbst das größte Hindernis bin, hat es keinen Sinn, nur irgendetwas anderes zu beseitigen. Beseitigt er aber mich, dann bin ich ja nicht mehr und kann auch nicht mehr zu ihm kommen.
Es ist das Geheimnis des Kreuzes und der Auferstehung Jesu, dass Gott mich als den alten Menschen mit Christus in den Tod gegeben hat, damit ich als der neue Mensch jetzt uneingeschränkt mit Christus leben kann.
Gott hat den Weg zu sich geebnet, indem er mir nicht nur etwas, nämlich meine Schuld und Sünde, sondern auch mich selbst, den Sünder, abgenommen hat.
So hat er mein Gebet schon lange erhört und alles, was mich von ihm trennt, beseitigt, damit ich mich nun – ungehindert von mir selbst – auf meinen Weg zu ihm machen kann.

Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du liebst mich, also bin ich, S. 11 © Copyright 1989 und 2013 bei Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088, Holzgerlingen. Internet: www.scm-haenssler.de

 

18. April: Tot?

Da sitzen sie nun um meinen Kaffeetisch versammelt: drei kirchlich außerordentlich stark engagierte Frauen im vorgerückten Alter. Das Gespräch plätschert so dahin und gelangt unerwartet zu einer ostpreußischen Beerdigung in der Vorkriegszeit. Die erzählende Dame berichtet von den Schwierigkeiten der Bestattung eines alten, gebrechlichen Mannes, des Leichenzuges um den Kalvarienberg zur Kirche und der ausgelassenen Freude im Anschluss an das Begräbnis. „Die haben bestimmt“, so werfe ich ein, „ihre Freude darüber ausgedrückt, dass der Mann in den Himmel gekommen ist.“ Leben kommt plötzlich in das Gesicht der Erzählerin, die Augen mit Entsetzen unerwartet weit aufgerissen, aber doch strahlend, und wie aus der Pistole geschossen kommt ihre Entgegnung: „Doch nicht in den Himmel! Endlich wurde das Zimmer des Alten frei. Darauf hatten wir so lange gewartet!“

„Doch nicht in den Himmel …!“ Hand aufs Herz: Glauben Sie wirklich an Ihr späteres Leben im Himmel, an Ihre eigene Auferstehung und überhaupt an den Himmel? Oder anders herum gefragt: Nach der anonymen Urnenbeisetzung im Friedwald mit Ostseeblick ist alles aus, vorbei, vergessen? Was glauben Sie im Tiefsten Ihres Herzens, und warum glauben Sie so?

Das Angebot Jesu mögen viele Zeitgenossen gar nicht annehmen, weil sie sich mit dem verbergenden Geheimnis außerordentlich schwer tun – „Leben aus dem Tod“. Oft mögen sie noch nicht einmal darüber nachdenken. Ist das denn überhaupt denkbar, geschweige denn möglich? In der „Geheimen Offenbarung“ spricht der auferstandene und zum Vater erhöhte Jesus zum Seher Johannes „Ich war tot, doch siehe, ich lebe in alle Ewigkeit, und habe die Schlüssel des Todes ...“ (Off 1,18).

Jesus entreißt dem Tod das Leben. Dieses Leben geht aus dem Tod hervor. Ohne den Tod und ohne den auferstandenen, lebenden Jesus ist unser Leben in der Gegenwart Gottes – das eigentliche Leben – gar nicht möglich. Licht erstrahlt in der Finsternis; Freude macht sich breit in Angst und Beklemmung; Unverweslichkeit besiegt die Verweslichkeit. Der Sieger über die Dunkelheit des Todes – aber auch nur er – kann unsere dunklen Ängste, unsere tief versteckten Sorgen, unsere fragenden, suchenden Zweifel und unser Widerstreben zerbrechen.

Wie ist es eigentlich: Ist Ihr Osteralleluja ein ehrlicher, von Herzen kommender Lobpreis, ein aufrichtiger Dank und der Ausdruck einer übergroßen Vorfreude auf das eigene Leben im Himmel? Oder ist es nur eine leere Hülse, nur billiger Ausdruck eines feierlichen Gefühls oder noch viel, viel schlimmer: eine schlichte Lüge?

(Originalbeitrag von Pfarrer i.R. Christoph Fr. Dziwisch, Stockelsdorf)

 

17. April: Ein Gott, der leidet

Jesus hat nicht in sicherer Etappe von oben herab mit Macht die Welt erlöst Er ist einer von uns. Er ist nicht am Leiden der Menschen vorbei- und über ihre Wunden weggegangen, er ist selbst verwundet worden. Er hat am eigenen Leib erfahren, was Angst heißt und was Schmerz bedeutet. Er ist gegeißelt und gekreuzigt worden.
Jesus hat den Ausbruch der Gewalt nicht mit gleicher Münze beantwortet. Er bleibt auch den Gewalttätern zugewandt. Er schlägt nicht zurück, sondern lässt sich ans Kreuz schlagen. So sehr hat er die Welt geliebt. Leben und Sterben Jesu sind geprägt von jenem Leiden, das aus dem Widerstand gegen Unrecht und Gewalt erwächst. Ein Gott, der die Menschen liebt, zeigt offene Flanken, er ist verwundbar.
Die Antike dachte. Gott könne nicht leiden und schon gar nicht sterben. Das wäre unter seinem Niveau. Widerführe ihm Leid und Tod, wäre er nicht Gott. Im christlichen Glauben offenbart das Kreuz, dass Gott durch sein Leiden und Sterben nichts an Göttlichkeit einbüßt, dass die Liebe vielmehr jeden verwundbar macht, auch Gott. Nur der kann lieben, der bereit und fähig ist, zu leiden.

Aus: Franz Kamphaus: Mach’s wie Gott, werde Mensch. Ein Lesebuch zum Glauben, S. 105–106 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013.

 

 

16. April: Wirklich möglich oder unmöglich wirklich?

Wenn wir unsere eigene
Vergangenheit verdrängen,
leben wir nicht etwa umso
intensiver in der Gegenwart,
sondern wir verschleißen
die Kräfte, die wir dringend
für die Gestaltung unserer
Zukunft benötigen.
Denn die Vergangenheit ist
unsere vergangene Wirklichkeit.

Wenn wir umgekehrt nur noch
in der Vergangenheit leben,
dann verbrauchen wir unsere
ganze Energie, um das
vergeblich festzuhalten,
was niemals mehr unsere
eigene Zukunft werden kann.
Denn die Vergangenheit ist
unsere vergangene Wirklichkeit.

Was wir sind, das sind wir
nicht ohne unsere Vergangenheit,
aber uns erwartet hoffentlich
noch anderes – und andere –
als nur unsere Vergangenheit.
Denn die Vergangenheit ist
unsere vergangene Wirklichkeit.

Wie schwer fällt es uns,
das zu leben, was wir
von unserer Vernunft her
so leicht als sinnvoll erkennen:
in der versöhnten Erinnerung
an unsere vergangene Wirklichkeit
die Gegenwart in vollen Zügen
zu erleben und zu gestalten.

Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du bist Gott eine Freude. Glaubensleben – Lebenslust, S. 50–51 © Copyright 2008 und 2013 bei Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088 Holzgerlingen.

 

 

15. April: Ich wünsche Dir einen Sternenhimmel

Ich wünsche Dir
einen weiten Himmel überm Sternenzelt
und den Mut, nach den Sternen zu greifen,
ein bisschen Ruhe jeden Tag,
um Deine Sehnsucht zu spüren
und dass Dein Traumlied erklingt.

Ich wünsche Dir
die Kraft, dass Du Dich aufmachst auf den Weg,
um Deine Träume Wirklichkeit werden zu lassen.
Das braucht nicht viel Kraft,
nur jeden Tag einen Schritt
und den Mut, ihn zu gehen.

Ich wünsche Dir,
dass Du Ausschau hältst nach Deinem Stern,
der jeden Tag neu für Dich leuchtet
und Dich begleitet auf Deinem Weg,
möge sein Licht sich spiegeln in Deinen Augen,
und dass Du behütet Dich weißt auf Deinem Weg
und glücklich Dich schätzt für dieses Leben,
das Dir geschenkt wird mit jedem Schritt, jeder Stunde und jedem Tag.

Ich wünsche Dir
viele Sternstunden,
wo Wünsche wahr werden und Träume sich erfüllen
und ich wünsche Dir viele traumhafte Stunden,
wo wunschlos glücklich Du bist
unter dem weiten Sternenhimmel.

(Annedore Großkinsky, Autorin beim Verlag Am Eschbach)

 

 

14. April: Zeit haben

Von der Heiligen Schrift her bedeutet „Lieben“ nicht zuletzt „Zeit haben“. Nur wer sich für den und die anderen Zeit nimmt kann sich auf sie einlassen, sie lieben. So vermittelt es zumindest das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25–37). Fastenzeit als Konzentration auf das Wesentliche kann eine Zeit sein, in der wir uns Zeit nehmen und in der wir Zeit haben – für das kleine Kind, für den alten Mann, für Menschen, die etwas brauchen, das wir ihnen geben können.

Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr, S. 60 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br

 

13. April: Leiden und Auferstehung

Ich habe viel Verständnis für Leute, die sagen: Das Leben ist nicht mehr lebenswert. Aber im Lichte des Leidens Christi bekommt das Sterben oder auch das Leiden einen anderen Stellenwert Das Leiden und das Sterben gehören nun mal zum Menschen, gerade wenn wir das in einem größeren Horizont sehen.
Es geht bei der Auferstehung nicht einfach um ein ewiges Leben, um ewigen Stillstand oder eine ewige Ruhe, sondern es geht um die Teilnahme an der Herrlichkeit Gottes – auch wenn das jetzt sehr hochtrabend klingen mag. Es geht um Freude, um volle Erfüllung, um Gemeinschaft, und zwar auf Ewigkeit hin; darum, dass der Mensch noch eine Dimension über sich hinauswachsen kann.

Aus: Notker Wolf, Mit Gott leben. Inspirationen, S. 19 © St. Benno-Verlag GmbH, D-04159 Leipzig

 

12. April: Spiegel

Da ist ein großer oder kleiner vieleckiger Saal. Fenster gibt es nicht. Die Wände bestehen nur aus lauter Spiegeln. Wenn Sie in diesem Spiegelsaal stünden, so könnten Sie sich vielfach vermehrt von allen möglichen Seiten in den verschiedenen gut geputzten Spiegeln sehen und betrachten – eine sehr schöne, möglicherweise Staunen hervorrufende Erfahrung.

Nun stellen Sie sich weiter vor, nicht Sie stünden im Zentrum dieses Spiegelsaales sondern eine brennende Kerze. Das Licht der Kerze wird in den verschiedenen Spiegeln aufgenommen und wieder in den Raum zurückgeworfen. Vielfach vermehrt erstrahlt die Kerze und erhellt den Raum. Ohne die Spiegel – gut geputzt und gepflegt – wäre das nur schwer möglich.

Nun können wir der Kerze einen Namen geben. Er könnte „Glaube“ oder „Jesus Christus“ lauten. Und auch die Spiegel bekommen Namen, Namen der Getauften und Gefirmten. Ein Spiegel trägt meinen Namen; das bin ich. Der Glaube oder auch Jesus Christus möchte durch mich widergespiegelt werden, damit der Spiegelraum der Welt, meiner Umgebung, meiner Gemeinde, meiner Wohnumgebung oder meiner Familie den Glauben bzw. Jesus Christus erfahren, aufnehmen und auch widerspiegeln können.

Im Spiegelsaal kann das Licht der Kerze nur widergespiegelt werden, wenn der Spiegel sauber und gepflegt ist und nicht stumpf und blind. Es liegt an mir, und nur an mir, ob der Spiegel meiner Seele, ob mein Denken, Tun und Lassen das Licht des Glaubens, das Licht Jesu Christi widerspiegeln kann. Und wie im Spiegelsaal so kann das Licht möglichst kräftig und gut erstrahlen, wenn es möglichst viele gut geputzte menschliche Spiegel gibt, auch den meinen.

Nun, im welchen Zustand befinde ich mich als sein Spiegel? Muss dieser Spiegel mal wieder geputzt und poliert werden? Also: ran an den Frühjahrsputz!

(Originalbeitrag von Pfarrer i.R. Christoph Fr. Dziwisch, Stockelsdorf)

 

 

11. April: Zeiterfahrungen durchdenken

Ich habe keine Zeit! – Arbeit, Anforderungen, Termine, Ansprüche, eigene Wünsche und Süchte treiben in die Enge. Das Vieltun und das Vielwissen, die Sorge, bloß ja überall dabei zu sein, die Angst, am Leben vorbeizugehen, enden in Oberflächlichkeit ohne Entwurzelung, ohne Verweilen und ohne echte Beziehung. Eine bloß abgehakte und erledigte Zeit ist eine tote und leere Zeit, sie kennt keine Aufmerksamkeit, keine Freude, keine Anteilnahme und keine innere Annahme dessen, was getan und empfangen wird.
Es gibt zugleich aber gar nicht so wenige, die sehr viel Zeit haben. Alles ist genau geordnet und so auf Distanz gehalten, dass nichts mehr gefährlich werden kann. Die Angst vor den inneren Regionen des Herzens und die Scheu, sich auf die Wahrheit des eigenen Lebens einzulassen, blockieren die Aufmerksamkeit für die Gegenwart. Eine so gelebte Zeit ist kein Ereignis mehr. Sie wird hohl und leer.

Aus: Manfred Scheuer, Und eine Spur von Ewigkeit. Ein geistlicher Begleiter durch das Jahr, S. 125–126 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br

 

 

10. April: Das Alte ist vergangen

Das Alte ist vergangen,
ein neuer Tag bricht an;
lässt Du Dich auch erneuern?
Es liegt bei Dir,
ob er für Dich ganz neu erscheinen kann.

Bist Du bereit schon für ganz neue Wunder,
bist offen Du für diesen Glanz,
dann löse Dich vom überholten Plunder,
umarm' den Augenblick
und tanze diesen Tanz.

Du spürst,
nur schwer kannst Du Dich lösen,
vergangenen Zeiten hängst Du hinterher.
Lässt nicht das Neue
in Dir walten,
bist noch belastet,
sorgenvoll und schwer.

Das Neue will so gerne
sich darbringen,
doch musst Du wach sein
und dafür bereit.
Dann wird das Wunder
Dir gelingen.
Liebst Du erst ganz
im Augenblick der Zeit.

Denn was der Herr versprach
vor längst vergangenen Zeiten:
„Siehe, ich mache alles neu.“
Und was die Hirten bei der Krippe fanden,
das will er halten auch bei Dir getreu.

So löse Dich,
und lass das Alte fahren,
das Überholte und Erstarrte sowieso,
Gott ist mit Dir in den neuen Tagen,
hab Mut, sei unverzagt und froh.

(Annedore Großkinsky, Autorin beim Verlag Am Eschbach)

 

 

9. April: Zeit und Ewigkeit – Über die Dauer des Glücks

Ein wundervoller Augenblick –
nur einen Augenblick

Ein überwältigendes Konzert –
eineinhalb bis zwei Stunden

Ein großartiges Fest –
bis zu einer ganzen Nacht

Das Glück einer Wunscherfüllung –
je nach Größe – sieben Minuten, Stunden oder Tage

Ein begeisternder Urlaub –
ein bis drei Wochen

Eine erfüllende Liebesbeziehung –
ein ganzes Leben lang

Die Freude an Gott und seiner Liebe –
eine ganze Ewigkeit

Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du bist ein Wunsch, den Gott sich selbst erfüllt hat, S. 12 © Copyright der deutschen Ausgabe bei Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088, Holzgerlingen.

 

 

8. April: Wo bleibt die Zeit?

Auf dem Regal in meinem Arbeitszimmer steht eine Sanduhr. Von Zeit zu Zeit hole ich sie näher auf den Schreibtisch. Es ist heilsam, sie anzuschauen. Frühere Generationen haben mit der Sanduhr die Zeit gemessen. Heute haben wir Quarzuhren. Bis auf die Sekunde genau geben sie die Zeit an. Man muss sie nicht umdrehen wie eine Sanduhr oder aufziehen wie eine mechanische Uhr. Sie laufen nicht ab, sie laufen immer weiter – endlos. Nach modernem Empfinden ist die Zeit denn auch ein gleichbleibendes Kontinuum: Es geht immer so weiter.
Aber wir machen doch auch, ganz andere Erfahrungen: Ein Tag geht zu Ende, ein Jahr, ein Jahrtausend, ein Leben. Unsere Zeit ist befristet. Und nicht nur unsere persönliche Lebenszeit hat ein Ende, sondern die Zeit überhaupt. Das hatten die Menschen früher unmittelbar vor Augen, wenn sie auf die Sanduhr schauten – wie auf Bildern des Barock. Der Sand rinnt aus dem oberen Glas ins untere. Die Zeit verrinnt, wird weniger. Sie läuft ab. Sie geht nicht unendlich lang, ist endlich. Die Zeit ist wie ein begrenzter Vorrat an Jahren, der uns geschenkt ist.
Was machen wir mit der uns geschenkten Zeit? Wir können sie versilbern: Zeit ist Geld. Wir können sie vertreiben oder vertun, wir können sie gar totschlagen. Und wir können sie weiterschenken. Wir können anderen Zeit schenken. Die Zeit kann zum kostbarsten Geschenk werden, das wir füreinander haben. Denn mit der Zeit geben wir nicht nur etwas, sondern uns selbst. Haben wir Zeit dafür?
„Wo bleibt die Zeit?“, fragen wir oft. Die Sanduhr kann uns in dieser Frage zum Zeichen werden. Der Sand, der aus der oberen Schale nach unten rinnt, läuft nicht ins Leere. Die Zeit läuft nicht weg. Sie wird aufgefangen, gesammelt. Ich kann in dem unteren Glas der Sanduhr Gottes Hände erkennen. Sie fangen meine Zeit auf, dass sie nicht im Sande verläuft. Meine Zeit in Gottes Händen.

Aus: Franz Kamphaus: Mach’s wie Gott, werde Mensch. Ein Lesebuch zum Glauben, S. 303–304 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013

 

 

7. April: Zeichen setzen

In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich in der Kirche einiges verändert. Papst Franziskus bringt Bewegung in die Kirche, manche Erstarrung löst sich – ein neuer Stil macht sich breit. Es gibt wieder fröhlichere Gesichter bei vielen Menschen. Es bleibt dahin gestellt, ob sich alle darüber freuen, was sich in Rom tut – zumindest schauen wieder mehr Menschen interessiert, was der Papst sagt und tut. Seine Begegnungen sind auf Augenhöhe und vieles, was er Tag für Tag sagt, wird beachtet.

Vielleicht ist es Ihnen aufgefallen: unter den 19 neu kreierten Kardinälen, war zumindest einer, der aus allen Kategorien heraus fiel, weil er das Papstwahlalter um ein vielfaches überschritten hat. Loris Capovilla ist 98 Jahre (!) alt und für sein hohes Alter noch recht agil, aber wohl doch zu alt um sich das rote Birett in Rom vom Papst aufsetzen zu lassen. Er war nur wenige Jahre wirklich Bischof eines Territorialbistums und danach im Rang eines Erzbischofs Leiter (Prälat) des Heiligtums von Loreto. Das macht aber noch keinen Grund, jemanden zum Kardinal zu erheben: Loris Capovilla war vor über 50 Jahren Sekretär von Papst Johannes XXIII. (1958–1963) und vorher sein Sekretär als Patriarch von Venedig. Er ist der letzte lebendige Zeuge dieses Pontifikates. Zeit seines Lebens ist Capovilla ein einfacher und zurückhaltender Mann geblieben mit wachen Augen und einem guten Gespür dafür, das Lebenswerk des „Übergangspapstes“ in Ehren zu halten und wenn nötig zu verteidigen.

In diesem Jahr, am Oktavtag von Ostern, am 27. April 2014, wird Papst Franziskus seine beiden Vorgänger Johannes Paul II. und Johannes XXIII. heilig sprechen und der Gesamtkirche als Fürsprecher vorstellen. Es war sein fester Wille, beide an einem Tag zur Ehre der Altäre zu erheben. Dabei hat er sich darüber hinweg gesetzt, auf ein noch notwendiges weiteres Wunder zu warten. Vielleicht spüren Sie auch eine innere Verwandtschaft zwischen Franziskus und Johannes heraus, der ebenso bodenständig und menschenfreundlich war in seinem Auftreten. So hat er einmal formuliert: „Johannes, nimm dich nicht so wichtig!“ und „Wenn man keine Pferde hat, muss man eben auf Esel zurück greifen!“

Am Tag der Heiligsprechung wird sicher aus Krakau Kardinal Dziwisz nach Rom kommen, der mächtige Sekretär Johannes Paul II., und um die Heiligsprechung bitten. Ihm zur Seite, wird dann vielleicht – wenn es seine Gesundheit noch erlaubt – Kardinal Capovilla um die Heiligsprechung Johannes XXIII. bitten.

Ich denke, Papst Franziskus möchte Zeichen setzen. Es geht ihm nicht um Ruhm und Ehre, nicht um einen Karrieresprung einzelner kirchlicher Mitarbeiter, sondern um das, was christliches Leben ausmacht: um treuen Dienst, Einfachheit und das Bekenntnis zu Jesus Christus. Dabei ist er sehr unkonventionell. An einem fast hundertjährigen Bischof will er uns Christen zeigen, wie man ein Leben lang treu seinen Dienst in der Kirche tun kann, zufrieden und aufrecht. Er zeigt damit auch auf den heiligen Papst Johannes XXIII., den „papa buono“ – wie die Römer ihn bis heute liebevoll nennen, den „guten Papst Johannes“.

Ich bin sehr gespannt, welche Zeichen der Papst noch setzen wird und welche Impulse er uns in Zukunft schenken wird. Es ist wieder spannend, Christ in der Kirche zu sein, finden Sie nicht?
(Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert)

 

6. April: Vorgeschriebene Fahrtrichtung

Damit an wichtigen Stellen kein Zweifel aufkommt, wo's lang geht, gibt's das Verkehrszeichen „Vorgeschriebene Fahrtrichtung“ – ein rundes Verkehrsschild mit weißem Pfeil auf blauem Grund. Damit ist klar: wenn ich in diese Richtung fahre, komme ich sicher ans Ziel.
Missachte ich dieses Verkehrszeichen, komme ich natürlich auch irgendwann irgendwo an, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aber nicht dort, wo ich hin möchte.
Dabei wäre das aber nur das geringere Übel. Wenn ich das Verkehrszeichen nicht beachte, kann ich schlimmstenfalls sogar zum Geisterfahrer werden und damit das Leben anderer Verkehrsteilnehmer und auch das eigene Leben aufs Spiel setzten. Jeder weiß: Geisterfahrer sind rollende Bomben. Eine Begegnung mit einem Geisterfahrer gehört zu den Horrorvisionen jeder Autofahrerin und jedes Autofahrers.
Auch die Straße meines Lebens hat eine vorgeschriebene Fahrtrichtung. Wenn ich die missachte, hat das ebenso fatale Folgen. Wenn sich mein Fahrverhalten durch den Alltag am Liebesgebot Jesu orientiert, wird die Fahrt auch in prekären Situationen ohne größere Probleme verlaufen.
Wenn ich aber meinen Lebensführerschein in der Fahrschule „Lieblosigkeit & Co.“ gemacht habe und nicht bereit bin umzulernen, sind Frontalcrashs mit meinen Mitmenschen vorprogrammiert und folgenschwere Unfälle werden das ganze Leben lang meinen Weg säumen.
Jesus hat uns eine sichere Fahrtrichtung vorgegeben. Er hat dieses Verkehrsschild sozusagen eigenhändig für uns aufgestellt. Und es ist auf unserer Lebensstraße so häufig zu finden und in seiner Aussagekraft so deutlich, dass es einfach nicht übersehen werden kann: Es ist ein geradezu überdimensionales Schild. Und darauf stehen nur zwei Worte: Liebt einander!
(Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz – St. Peter)

 

5. April: Total verfahren

Wenn wir aus Versehen den Rückwärtsgang drin haben und deshalb in die falsche Richtung fahren, dann hilft kein Beschleunigen und kein Gas geben – sondern nur Bremsen, Schalten und Umkehren.
Wenn wir Gott in unserer Verzweiflung darüber, dass bei uns alles so verkehrt läuft, um seine Kraft und Unterstützung bitten, dann wird er uns, weil er uns liebt, mit Sicherheit nicht geben, worum wir ihn bitten. Wie sollte er auch fördern, womit wir uns schaden, und beschleunigen, was uns von ihm wegführt?
Bevor er uns erhört, wird er wohl warten, bis wir uns besinnen und merken, dass wir uns mit unserem Verhalten von ihm und uns selbst wegbewegen. So bleibt uns dann in unserer verfahrenen Situation nur noch das eine und einzig Richtige übrig – nämlich: zur Ruhe kommen, schalten und umkehren!

Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du liebst mich, also bin ich, S. 18 © Copyright 1989 und 2013 bei Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088, Holzgerlingen. Internet: www.scm-haenssler.de

 

 

4. April: Mutworte

Von irgendwoher
wird es dir entgegenkommen:
Es wird dir
aus einem Brief fallen,
sich aus einem Buch lösen
oder sich sanft
in deine Seele flüstern:
das Wort,
das dich stärkt,
um dich wieder aufzurichten
und stolz auf dich zu sein.

Aus: Christa Spilling-Nöker, Aus meiner Vorratskammer. Gutes für Herz, Geist und Bauch, S. 18 © 2013 Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, D-79427 Eschbach/Markgräflerland. Internet: www.verlag-am-eschbach.de

 

3. April: Zieh den Kreis nicht zu klein!

Wieder planen wir eine Wallfahrt für den Herbst dieses Jahres. Längst haben wir uns zusammengesetzt und überlegt, welches Thema wir wählen wollen und was uns wichtig ist in unserer Gemeinschaft. Ein Slogan bei Kolping kam uns in den Sinn und ließ uns nicht los: „Eine Idee zieht Kreise“ – das klingt griffig, aber es reichte uns nicht ganz! „Weltweit“ ist ein Stichwort, das uns wichtig ist. Dann stießen wir auf den Liedtitel: „Zieh den Kreis nicht zu klein!“ und wählten als Untertitel „Eine Idee zieht weltweit Kreise“. Zufrieden und mit neuen Arbeitsaufträgen sind wir auseinandergegangen.

Ob nun bei Kolping, einem anderen Verband, oder in der Pfarrgemeinde – ist das nicht unsere Hoffnung und Sehnsucht. Wir wollen doch, dass „Christsein“ und „Kirche leben“ etwas ist, dass sich wieder neu ausbreitet und Kreise zieht, dass viele Menschen weltweit als Christinnen und Christen leben und leben können; dass sich wieder mehr Begeisterung entwickelt für Jesus Christus und dass die Menschen davon angesteckt werden.

Viele Pfarrgemeinden haben eine Partnergemeinde irgendwo in der Welt, für die sie beten und mit denen sie im guten Austausch stehen: Wie leben die dort als Christen? Wie gelingt ihnen Verkündigung und „Mission“? Ideen und gute Beispiele gehen im besten Falle hin und her. Auch in unserem Verband gibt es viele internationale Partnerschaften. Mitunter gelingen sogar Begegnungen, hier bei uns, oder etwa in Kolumbien. Impulse aus der jungen Kirche entdecken für die Kirche im „alten Europa“, das ist bereichernd und zeigt, dass es keine Einbahnstraße gibt – ja, dass „katholisch“ weltumspannend bedeutet.

„Zieh den Kreis nicht zu klein“ will uns vor dem Abgrenzen warnen. Wir dürfen mit weitem Herzen Kirche sein, haben den Auftrag Menschen zu integrieren und nicht auszuschließen. Wer hat aller Platz in unserer Gemeinde? Alle sollten sich dort wohlfühlen können: Große und Kleine, Alte und Junge, Kranke und Gesunde, Menschen aus allen Herren Ländern, alle, die Gott suchen und guten Willens sind. Das ist nicht immer leicht, aber unser christlicher Auftrag. Wie am Pfingsttag in Jerusalem sind alle angesprochen in ihrer „Sprache“! Und seit Pfingsten zieht die Kirche Kreise.
Das Lied von Heinz-Georg Sumund gibt dazu noch weitere wichtige Tipps: „Wenn du singst, sing nicht allein, steck andre an, Singen kann Kreise ziehen. Wenn du singst, sing nicht für dich, bring andre mit.“ Und das lässt sich auch mit Sprechen, Hören, Weinen, Lachen und Leben denken und singen!

„Zieh den Kreis nicht zu klein!“ Ich denke, wir haben ein gutes Wallfahrtsthema gefunden: eines das Menschen versammeln kann und weiterführt in die Zukunft. Vielleicht ist es auch ein gutes Thema in Ihrer Pfarrgemeinde oder ein Motto für den heutigen Tag!

(Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert)

 

2. April: Hoffst du noch oder schon?

Der Volksmund sagt:
„Die Hoffnung
stirbt zuletzt“,
und will damit
andeuten, dass
wir Menschen auch
dann noch an einer
Wunschvorstellung
festhalten wollen,
wenn eigentlich schon
alles verloren ist.

Der Glaube spricht:
„Die Hoffnung
lebt als Erstes!“,
und begreift damit,
dass in der auf Christus
gegründeten Hoffnung
schon alles gerettet ist,
lange bevor wir selbst
es uns vorstellen
oder auch nur
wünschen können.

Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du bist ein Wunsch, den Gott sich selbst erfüllt hat, S. 63 © Copyright der deutschen Ausgabe bei Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088, Holzgerlingen.

 

1. April: Licht?

„Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen.“ (Joh 1,5) heißt es im Johannesprolog. Jesus sagt von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht im Finstern gehen, sondern das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8,12). „Ihr seid das Licht der Welt!“ (Mt 5,14) sagt Jesus seinen Jüngern und auch uns zu. Eine Feststellung? Eine Aufforderung? Eine Verheißung?

Sind wir heute überhaupt fähig oder willens, Licht und Finsternis zu unterscheiden? In unserer Konsum- und Spaßgesellschaft bewegen wir uns viel lieber in der Grauzone, im Zwielicht; keine tiefe Finsternis, kein strahlendes Licht; eine richtungslose Unverbindlichkeit; ein wages „Vielleicht?“. Nur zwielichtige Figuren, die mögen wir eigentlich gar nicht. Und dennoch ...

Gerade in unserer technisierten Welt hat sich die Finsternis sehr breit gemacht und liegt auf der Lauer, um den Menschen zu verschlingen. Die Finsternis hat sehr viele Gesichter: Täuschung, Verwirrung, Oberflächlichkeit, Gleichgültigkeit, Gottvergessenheit, Ungläubigkeit, Leichtlebigkeit, ideologische Verblendung, Unwissenheit, Denkfaulheit, Uneinsichtigkeit, sexuelle Verirrungen, Gewalt, Terror, Tod ... Die Liste lässt sich sehr leicht erweitern und fortsetzen. Versuchen Sie es doch einmal: Welche Dunkelheiten liegen in mir offen oder tief vergraben?

Wann haben Sie eigentlich zum letzten Male eine richtige Gewissenserforschung gemacht, nicht nur so oberflächlich schon im Halbschlaf, sondern ganz bewusst und tiefschürfend. Wenn ein Kind aus der Schule oder dem Kindergarten Läuse mitbringt, dann wird sorgfältig nach jeder einzelnen Laus gesucht. Ist sie gefunden, wird sie vernichtet. Das geht solange, bis keine Laus mehr da ist. Warum gehen wir eigentlich nicht energisch gegen die Läuse auf unserer Seele vor: die Dunkelheiten, die sündigen Vergehen und das Versagen, das Zwielicht in uns? Wenn wir diese seelischen Läuse nicht vernichten, dann kann es in uns und durch uns in der Welt nicht strahlend hell werden.

Jesus, das Licht der Welt, möchte, dass es hell wird in unserem Leben. Er möchte uns helfen, die Dunkelheiten in der Welt wegzuwischen, so dass aus Hass Liebe werde, aus Angst Freude, aus Unglaube Glaube, aus Unheil Heil, aus Gewalt und Terror Frieden und aus Tod Leben.

Das bietet er uns an. Es gilt dieses Licht zu ergreifen aus diesem Licht zu leben und es wie ein treuer Fackelträger zu den Menschen zu bringen. Welch eine Aufgabe, welch eine Verantwortung für das Heil der Welt ist uns da anvertraut.

(Originalbeitrag von Pfarrer i.R. Christoph Fr. Dziwisch, Stockelsdorf)

 

31. März: Heute atme ich Freiheit

Heute bin ich,
Ausdruck meines Lebens,
Liebe, Lust und Freude,
gut genug, so wie ich bin,
finde Ruhe in seinem Schatten,
heute atme ich Freiheit.

Gott allein weiß,
wer ich bin.

Immer bin ich gehalten,
immer bin ich im Licht.
(Annedore Großkinsky)

© bei der Autorin, aus: Auf ein Viertelstündchen, ausgewählt von Claudia Peters, S. 29, 2013, Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, D-79427 Eschbach/Markgräflerland. Internet: www.verlag-am-eschbach.de

 

 

30. März: Sackgasse – Dead End

„Sackgasse“ – so lautet die Bezeichnung eines Verkehrsschildes. Das bedeutet: es hat keinen Sinn, wenn du hier weiterfährst. Nach einer kurzen Strecke ist die Straße zu Ende.
Geradezu gespenstisch drückt es das englische Schild mit der gleichen Bedeutung aus, wenn es vom „Dead End“, also von einem toten Ende spricht. Hier geht gar nichts mehr. Es ist ein grober Fehler, diesen Weg zu nehmen. Mit viel Glück gibt es vielleicht noch eine Wendemöglichkeit. Vielfach gibt’s in einer Sackgasse aber nicht mal das. Und jede Autofahrerin und jeder Autofahrer weiß: Es ist wahrlich kein Vergnügen, eine enge Straße im Retourgang wieder zurückfahren zu müssen.
Auch in meinem Leben gibt es solche Sackgassen. Sehr leicht verrennt man sich in falsche Ideen, schlechte Gewohnheiten oder irrige Anschauungen. Und oft ist es dann ziemlich schwierig, da wieder herauszufinden und mühsam im Retourgang zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
Wir gut, dass Gott mich an wichtigen Abzweigungen auf meinem Lebensweg durch deutliche Verkehrszeichen vor solchen Sackgassen warnt. Durch Menschen, die es gut mit mir meinen, durch sein Wort, das ich in der Heiligen Schrift nachlesen kann, durch die zehn Gebote, die er mir als Wegweiser mit auf den Weg gegeben hat, durch die Sakramente und ganz besonders durch seine Liebe, die mich immer begleitet und trägt und mich irgendwann einmal sicher an mein Ziel bringen wird.

(Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz – St. Peter)

 

 

29. März: Farbe ins Spiel

Vater, du kennst unser Leben. Du weißt, wie viel Eintönigkeit und Alltagsgrau es da gibt. Wir bitten dich um die Farben des Lebens, damit unser Leben mit dir und den Menschen gelingen kann.
Schenke uns Augen für das Gelb des Lichtes, für das Gelb der strahlenden Sonne. Damit die Dunkelheiten erhellt werden, die sich um uns und in unserer Welt breit machen.
Lass uns das Orange der Wärme fühlen. Damit alles Unterkühlte, als Kalte und Hartherzige zum Schmelzen gebracht wird.
Vater, schenke uns vom Grün des Lebens, damit all das lebendig wird, was welk und tot zu sein scheint. Gib uns vom Grün der Hoffnung, gegen alles, was lähmt und mutlos macht, damit wir hoffen können, auch wenn alles dagegen spricht.
Lass uns das glühende Rot deiner Liebe erfahren, dass wir feurig leben, andere anstecken und begeistern. Damit wir Feuer und Flamme sind für dich und deine Schöpfung.
Tauche uns in das Blau des Himmels und der Erde, in das Königsblau des Glaubens und der Treue, um fest unsere Lebensentscheidungen zu leben.
Schenk auch einen Klecks vom Violett der Buße und lass uns Wege finden, die zur Umkehr und zum Neuanfang führen.
Und Vater, gib uns auch vom Schwarz der Nacht und des Todes, damit wir uns einstimmen auf all die Abschiede, die zu unserem Leben gehören bis zum Schluss.
Auch um das Weiß des Unberührten und des Neuen bitten wir dich. Damit wir offen sind für dich und für das, was du mit uns beginnen willst.
Vom Braun der Erde bitte auch eine Handvoll, damit wir bodenständig, erdverbunden und ausdauernd sind und im Glauben an dich unsere Wurzeln Wasseradern finden.
Schenke uns ganz zum Schluss ein wenig vom leuchtenden Gold der Sterne, vom glänzenden Gold der Ewigkeit und lass uns in allem, was kostbar ist, dich erkennen und verehren.
Vater, schenke uns Sinne für alle Farben, damit unser Leben bunt und schön wird.
Zeige uns ab und zu einen farbenprächtigen Regenbogen, damit wir wissen: Du bist da.
Du Meistermaler der Schöpfung, bringe Farbe in unser Leben heute und in Ewigkeit. Amen.

Aus: Guido Erbrich, Auf der Suche nach Gott. Das neue Jugendgebetbuch, S. 93 © St. Benno-Verlag Leipzig

 

 

28. März: Sonnenstrahlen sammeln

So, wie du im Sommer die Früchte des Gartens
in Gläser füllst und einweckst,
um im Winter einen Vorrat an ihnen zu haben,
so sammle die Sonnenstrahlen,
die dir im Lauf des Jahres geschenkt werden,
in deinem Herzen,
damit du sie in kalten Zeiten
aufwecken und dich an ihnen wärmen kannst.

Schreibe dir jeden Abend
all die beglückenden Augenblicke,
die du erlebt hast,
auf Zettel
und gib sie in ein Weckglas.
So kannst du in den dunklen Zeiten
auf einen Schatz lichter Erinnerungen zurückgreifen.

Aus: Christa Spilling-Nöker, Aus meiner Vorratskammer. Gutes für Herz, Geist und Bauch, S. 18 © 2013 Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, D-79427 Eschbach/Markgräflerland. Internet: www.verlag-am-eschbach.de

 

 

27. März: Fest der Danksagung

Warum hat Jesus sich mit Zöllnern, und Sündern, mit Armen und Verlassenen an einen Tisch gesetzt? Viel leichter wäre doch gewesen, was alle anderen taten und tun: das Tischtuch zu zerschneiden und getrennt zu sitzen – die Armen in ihren Hütten, die Reichen im Schlemmerlokal, die Bürgerlichen beim Stammtisch, alle jeweils unter sich. Nein: Jesus durchkreuzt solche Abgrenzungen, er bildet eine neue Gemeinschaft. Er ist überzeugt, dass Gottes Reich angebrochen ist, die Weltherrschaft seiner zuvorkommenden Güte. Da ist jeder wichtig und deshalb sind die ärmsten und Isoliertesten für ihn die ersten Adressaten.
Worum es ihm geht, das fasst er wie in einem Vermächtnis zusammen im Letzten Abendmahl: Noch in der Nacht des Verrates und angesichts des Todes – jeder andere wäre eher verzweifelt oder hätte gekniffen – bricht er das Brot, teilt er sich aus und mit. Alle sollen ein für allemal erkennen, wer er ist und wer Gott ist. Ausdrücklich heißt es ja im Kelchwort: „Für euch und für alle.“ Das alles Entscheidende daran ist die Kraft seines Lebens für andere; dadurch stiftet er Versöhnung, schenkt er Vergebung, ermöglicht er Wandlung. Deshalb Eucharistie, deshalb das Fest der Danksagung.
Mutter Teresa sagte: Keiner darf so aus der Kirche herausgehen, wie er hineingegangen ist. Es ändert sich ja etwas. „Wandlung“ sagen wir. Durch Gottes Heiligen Geist werden Brot und Wein zu Leib und Blut Christi. Er ist ganz da in unserer Mitte, er wird uns in die Hand gegeben. Wie geht er in uns ein? Wird er empfangen oder nur geschluckt? Wie wird er „verdaut“? Wenn wir ihn in Brot und Wein wirklich zu uns nehmen mit allem, was er ist und was ihn ausmacht, dann müsste sich das auswirken. Jedenfalls haben wir es mit in der Hand, ob wir uns durch ihn und in seinem Sinne wandeln lassen und durch uns die Welt gewandelt wird, ein Stück wenigstens.
Gegner können miteinander reden, geballte Fäuste können sich öffnen zum Friedensgruß. An einer alten Kirche steht zu lesen: „Hier tritt man ein, um Gott zu lieben. Von hier geht man fort, um die Menschen zu lieben.“

Aus: Franz Kamphaus: Mach’s wie Gott, werde Mensch. Ein Lesebuch zum Glauben, S. 247–248 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013

 

26. März: Von Gott geliebt

Es ist schon viele Jahre her. In einer Jugendbildungsstätte in der Nähe von Köln, beteten wir abends regelmäßig die Komplet, dabei war das Licht der Lampen meist gedimmt. Ein junger amerikanischer Franziskaner, der auch zu dieser Zeit in Altenberg war um Deutsch zu lernen, war zeitweilig dabei, bestand aber darauf bei vollem Licht zu beten und begründete das mit den Worten: „Wir sind Kinder des Lichtes!“ Diese Worte in seinem amerikanischen Deutsch, haben sich bei mir eingeprägt!
„Wir sind Kinder des Lichtes!“ Seit der Taufe ist das unsere Bestimmung! Ich bin Kind des Lichtes, oder wie Jesus selbst sagt: Licht der Welt und die Stadt auf dem Berg.
Es ist gut, sich dies am Beginn der Fastenzeit wieder ins Gedächtnis zu rufen, was ich als Christin und Christ bin und was ich wieder werden muss: Kind des Lichtes!
Auch bei meiner Taufe hat sich gleichsam der Himmel geöffnet und Gott hat mich angesprochen: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“

Dieses Wort kann mir Atem sein in meinem Leben und soll mich Tag für Tag begleiten. „Peter, du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich gefallen gefunden!“
Dieses Wort Gottes ist frohe Botschaft und öffnet mich für IHN und meine Aufgaben in dieser Welt.

Als Krankenhauspfarrer arbeite ich auch in einer Psychiatrischen Klinik und begleite dort auch junge Menschen. Ich bin oft erschrocken darüber, welche Worte sie begleiten, ob sie nun religiös sehr sozialisiert sind oder aus einem nicht religiösen Elternhaus stammen. Ihre Lebensdevisen sind: „Ich genüge nicht! – ich bin (von Gott) verdammt! – alles, was ich anpacke, misslingt! – aus mir wird nichts werden!“ Diese Worte sind wie ein Gift, das sie Tag und Nacht atmen, und sind zusätzlich zu ihrer Depression, Psychose, oder Boarderline-Erkrankung lähmend. Es ist schwer aus dieser giftigen Lähmung herauszukommen und die Erfahrung aufzulösen, nie zu genügen und immer viel zu kurz zu springen. Alles verschließt sich und wird eng.

Dagegen die Erfahrung die zum Lebensmotto werden kann: „Ich bin von Gott geliebt, wie ich bin!“
Sie mag nicht vor Krisen schützen; sie wird auch für den einen oder die andere zu leichtfertig klingen – Wo bleibt denn da der richtende Gott? – aber sie ist Basis dafür, immer wieder meinen Weg aufzunehmen. Sie ist für mich die frische Luft, die ich zum Atmen brauche, um im Lichte Gottes zu gehen. Sie öffnet mir den Weg zum Leben.

Atmen Sie in diesen Tagen der Fastenzeit diese gute Luft: Geliebt zu sein von Gott, so wie sie sind. Ich bin davon fest überzeugt, dass Sie mit dieser Erfahrung in den nächsten Tagen viele Hürden nehmen können.

(Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert)

 

25. März: Voraussetzungslos, aber folgenreich

Unser Mangel
an Liebe
kann nichts an
Gottes Liebe
ändern,
aber Gottes Liebe
alles an unserem
Mangel an Liebe.

Unser Unglaube
lässt Gott nicht
schwächer werden,
aber Gottes Kraft
macht unseren
schwachen Glauben
stärker.

Durch unsere
Verzweiflung wird
die Wirklichkeit
des Himmels
kein bisschen kleiner,
aber durch das
Wirken des Himmels
unsere Hoffnung
sehr viel größer.

Denn selbst
unsere Sünde
kann Gott nicht
von seiner Liebe
abbringen –
aber seine Liebe
uns von der Sünde

Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du bist Gott eine Freude. Glaubensleben – Lebenslust, S. 45-46 © Copyright 2008 und 2013 bei Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088 Holzgerlingen

 

 

24. März: Größer als mein Herz

Du, der gerufen hat „Licht“
und das Licht wurde geboren,
und es war gut, es wurde Abend und
Morgen, damals bis heut.
Du, der gerufen hat „o Mensch“
und wir wurden geboren,
du, der mein Leben so geführt hat
bis hierher, dass ich noch lebe.

Denn du bist der Gott, größer als mein Herz,
der mich hat gesehn, eh ich war geboren.

Du, der Liebe ist, tief wie das Meer,
hell wie der Blitz, stärker als der Tod,
lass nicht verloren gehen ein Menschenkind.
Du, der keinen Namen vergisst,
keinen Menschen verachtet,
lass nicht den Tod,
der alles trennt und aushöhlt,
lass nicht den zweiten Tod über uns kommen.

Für alle, die gekreuzigt werden,
sei nicht niemand,
sei ihre Zukunft unbesehn.
Für Menschen,
die von dir verlassen sind,
für alle, die ihr Los nicht tragen können,
für die, die wehrlos sind
in den Händen von Menschen.
Für deine Namensverwandten in unsrer Mitte:
Flüchtlinge, Fremde, sei nicht niemand.
Für die, die Kraft ausstrahlen,
Liebe geben, Recht tun,
dass sie standhaft bleiben in unsrer Mitte.

Du, der trotz allem scheinbaren
Schicksal uns doch festhält.
Du, der Freude hat an Menschen.
Du, der das Wort zu uns gesprochen hat,
der unsre Seele erfüllt.
Lass uns nicht leer
und verloren und ohne Aussicht,
lass uns offen werden für
die Vision von Frieden,
die seit Menschengedenken uns ruft.

Beschleunige den Tag deiner Gerechtigkeit.
Sieh nicht länger mit an,
dass überall in dieser Welt
Menschen gefoltert werden, Kinder getötet,
dass wir die Erde schänden
und das Licht einander rauben.
So wie ein Hirsch dürstet
nach lebendem Wasser,
lass uns so verlangen nach dem Tag,
da wir – jetzt noch versprengte Menschen –
in deiner Stadt versammelt sind,
in dir vereint und vollendet, in dir verewigt.
Gedenk deiner Menschen,
dass sie nicht umsonst geboren sind.

Aus: Huub Oosterhuis, Das Huub-Oosterhuis-Lesebuch. Hrsg. von Cornelis Kok, S. 194–195 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013.

 

23. März: STOP

Manchmal findet man an Kreuzungen ein besonders auffälliges Verkehrszeichen, auf dem auf rotem Grund in großen weißen Buchstaben das Wort STOP geschrieben steht. Der Gesetzgeber hat es hier nicht aufgestellt, weil ihm gerade langweilig war oder weil er dem Autofahrer eins auswischen wollte. Das Stoppschild findet sich auf besonders gefährlichen Kreuzungen. Auch wenn es die Fahrt unterbricht und es schlicht und ergreifend unbequem ist: bei diesem Schild heißt es Anhalten. Ohne Wenn und Aber. Und erst, wenn ich mich vergewissert habe, dass die Straße frei ist, kann ich die Fahrt fortsetzen. Andernfalls kommt es unweigerlich zum Crash mit möglicherweise tödlichen Folgen.
Auch auf der Straße meines Lebens finden sich zuweilen solche Stoppschilder. Manchmal gerade dann, wenn die Fahrt zügig voran zu gehen scheint. Gott stellt mir dann und wann ein Stoppschild auf den Weg, damit ich mich vergewissern kann, ob ich mich nicht auf Kollisionskurs befinde. Manchmal ist es einfach gut, ein wenig innezuhalten und die Situation von Grund auf zu überblicken. Bin ich sicher unterwegs? Gefährde ich mit meinem Verhalten vielleicht mich und möglicherweise sogar meine Mitmenschen?
Auf Gottes Verkehrszeichen ist Verlass. Er zeigt mir schon, wann es notwendig ist rechtzeitig den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.
Wenn ich auf seine Zeichen achte, merke ich bald: Er hat seine Gebote nicht aufgestellt, weil ihm gerade langweilig war oder weil er mir eins auswischen wollte. Es geht ihm darum, dass ich mein Ziel sicher erreiche.
Und wenn ich aufmerksam auf seine Zeichen in meinem Leben achte, merke ich bald: es tut gut, einfach hin und wieder anzuhalten, mich durch fixe Gebetszeiten und geistlicher Lektüre zu orientieren und dann neu durchzustarten mit den Werken der Liebe.

(Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz – St. Peter)

 

22. März: Zeit für das Leben

Wir Mönche leisten uns übrigens auch einen Luxus – und sollten es noch mehr tun: Wir nehmen uns Zeit, Zeit füreinander, Zeit für ein Gespräch mit anderen Brüdern oder Gästen, Zeit zum Beten, Zeit für eine lange Liturgie, Zeit zum Feiern und Spielen, Zeit für die Freude am Leben, ja Zeit für das Leben. Zeit nehmen, sich Zeit lassen, einander Zeit schenken ist das Gegenteil der modernen Hektik, unter der viele Menschen stöhnen.
So wichtig die Arbeit ist, aber kann sie allein den Sinn unseres Lebens ausmachen? Arbeitsprozesse werden gestrafft, Arbeitsplätze abgebaut, die Einzelnen müssen in derselben Arbeitszeit noch mehr bringen. Diese Problematik hat auch unsere Klöster erfasst, und doch sind wir keine Zufluchtsstätten für arbeitsscheue und bequeme Menschen. Uns hilft die feste Struktur des Tages und die Verpflichtung, sie einzuhalten. Der Mensch steht im Mittelpunkt, und zwar der in Gott verankerte Mensch. Wir kommen zwar dabei ebenfalls in manchen Konflikt, wenn die Arbeit drängt, aber Gott muss die erste Stelle gehören. Im gemeinschaftlichen Beten und Singen lösen wir uns von den äußeren Zwängen.
Als ich kürzlich eines Abends so viel um die Ohren hatte und nicht mehr ein noch aus wusste angesichts der Arbeit, die noch auf meinem Schreibtisch drängte, und überlegte, ob ich mich nicht doch von der Vesper dispensieren sollte, erinnerte ich mich des Wortes der Benediktusregel: „Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden“, stand auf und ging in die Vesper. Als ich im Chor stand und mit den Brüdern die Psalmen sang, fühlte ich mich auf einmal befreit von allem Druck. Ich durfte wieder Mensch sein, eins mit Gott. Die Arbeit lief an diesem Abend dann leichter von der Hand, ich hatte Abstand gefunden, mich selbst. Das ist es, was uns Mönche von Stress und Burn-Out befreit.

Aus: Notker Wolf, Mit Gott leben. Inspirationen, S. 32–33 © St. Benno-Verlag GmbH, D-04159 Leipzig

 

 

21. März: Unterscheidung der Geister

Unsere Gesellschaft ist wie ein Supermarkt. Sie bietet eine bunte Palette von Sortimenten, eine Fülle von Möglichkeiten zur Auswahl. Wer schätzt nicht die vielen Angebote der Bildung und Kommunikation, der Technik und des Verkehrs, Vielfalt macht Freude, lockt Neugierde, regt die Fantasie an. Das Leben wächst mit der Chance, sich in Freiheit entscheiden und Prioritäten setzen zu können.
Nur: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die Überfülle kann uns in Entscheidungsnot bringen oder gar erdrücken. Sie kann dazu verführen, sich niemals klar zu entscheiden, die Entscheidung auf andere abzuschieben, auf Gremien oder auf den „starken Mann“. Wer die Wahl hat, steht nicht nur vor einer Fülle von Möglichkeiten, er muss vor allem auch zwischen wahr und falsch, gut und böse unterscheiden. Es ist gar nicht so leicht, eine eigene begründete Wahl zu treffen und nicht nur das zu tun, was alle tun. Das spüren gerade die in unserem Land, die nach jahrzehntelanger Diktatur auf einmal vor die Situation gestellt sind, auszuwählen. Freiheit heißt Verantwortung.
Das gilt erst recht angesichts der Vielfalt von Auffassungen und Überzeugungen in den entscheidenden Lebensfragen. Die Diskussion um Anfang und Ende des menschlichen Lebens, aber auch um die gerechte Verteilung der Güter zeigt das sehr deutlich. Wir brauchen Anhaltspunkte zur Orientierung zwischen wahr und falsch, gut und böse. Wer nicht über Unterscheidungsvermögen und Konfliktbereitschaft verfügt, geht in der Vielfalt der Meinungen unter, läuft nur mit und passt sich an.
Es gibt Entscheidungen im Leben, die unwiderruflich sind. Da können wir uns nicht alle Türen offenhalten, entscheidend ist die Tür, durch die wir gehen. Man heiratet nicht auf Probe, man setzt nicht auf Probe Kinder in die Welt, man wird nicht einfach mal so Mönch oder Ordensschwester. Zu wirklichen Entscheidungen gehört, ein Stück Endgültigkeit, der Mut zur Wahl, das Wissen um die damit akzeptierten Grenzen, um das Risiko einer falschen Entscheidung. Mitten im Überangebot unterschiedlicher Wertvorstellungen und Überzeugungen ist eine Kultur der Unterscheidung gefragt, sind Räume zu schaffen, in denen Entscheidungsvermögen wachsen kann. Es geht darum, ablehnen und zustimmen zu lernen, Ja und Nein sagen zu können.


Aus: Franz Kamphaus: Mach’s wie Gott, werde Mensch. Ein Lesebuch zum Glauben, S. 201–202 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013. 

 

20. März: Nur unterernährt?

Wie viele junge Menschen leiden heute an Magersucht. Natürlich muss diese Krankheit einen für unsere Ohren wohlklingenden Namen haben: Bulimie. Die Gründe für diese Krankheit mögen verschiedenste Ursachen haben. Aber allem gemeinsam ist: Der Körper bekommt nicht das, was er dringend braucht. Wir können auch von Unterernährung sprechen.

Es gibt auch eine spirituelle Unterernährung, eine spirituelle Magersucht. Das Wort „Spiritualität“ ist heute im allgemeinen Sprachgebrauch umfunktioniert worden und hat im eigentlichen Sinn mit dem, was uns heute im Rahmen von Esoterik und dergleichen untergeschoben werden soll, gar nichts zu tun. Christliche Spiritualität bezeichnet das „geistliche Leben“, ein Leben aus dem Heiligen Geist, diesem Geist Gottes entsprechend. Das Lexikon für „Theologie und Kirche“ verweist interessanterweise unter dem Stichwort „Spiritualität“ nur auf ein anderes Stichwort: „Frömmigkeit“.

Wenn der Körper nicht seine ausgewogene, lebensnotwendige Nahrung erhält, wird er schwächer und schwächer und wird eines Tages sein Leben „aushauchen“. Es ist auch lohnenswert sich über „aushauchen“ und „Hauch“ im Zusammenhang mit Geist und Leben Gedanken zu machen. Damit auch das geistliche Leben, das Leben mit und für Gott, gesund sein kann, braucht dieses Leben seine lebenserhaltene Nahrung. In einem Hymnus im Stundengebet der Kirche heißt es: „Und Christus werde unser Brot, und unser Glaube sei uns Trank, in Freude werde uns zuteil des Geistes klare Trunkenheit.“

Das ist unsere spirituelle Nahrung: das offenbarte Wort Gottes – nicht ein Menschenwort –, das eucharistische Brot, das Christus selbst ist, die Wahrheit und das Leben, und die Gabe des Heiligen Geistes.

Aber diese spirituelle Nahrung kann nicht aufgenommen werden wie die Currywurst an der Imbissbude zwischen Tür und Angel, sondern diese Nahrung muss gut und liebevoll zubereitet, wohldosiert aufgenommen werden, damit sie ihre Wirkung entfalten kann. Das offenbarte Wort Gottes muss ich im Herzen, nicht nur im Ohr, aufnehmen, es in meinem Herzen bewegen und immer wieder neu bedenken, damit dieses Wort seine Kraft überhaupt in mir entwickeln kann. Bloßes Lesen und Hören reichen nicht. Es reicht auch nicht, das eucharistische Brot nur so mit dem Mund zu empfangen: Amen – Danke, das war es! Nein, in diesem Brot schenkt sich Christus selbst mir hin, er möchte mit mir eins sein, mich verwandeln zu einem geistlichen Menschen, Kraft sein für meinen Weg durch die Zeit, in mir und bei mir sein. Da muss ich das Feld in mir bereiten, damit diese lebenserhaltende Nahrung wirken kann. Ob ich spirituell verhungere, liegt nicht am göttlichen Nahrungsangebot ; es liegt an mir selbst, ob ich diese Nahrung aufnehme oder ablehne. Ich bin allein verantwortlich, wenn ich spirituell verhungere.

Also? ... Also! ...

(Originalbeitrag von Pfarrer i.R. Christoph Fr. Dziwisch, Stockelsdorf)

 

 

19. März: Blaue Lichtspuren

An Tagen wie diesen
tauche ein in die lichte Tiefe der blauen Himmelsau,
wo Deine Sehnsucht Ruhe findet,
weil Deine Seele sich angenommen fühlt,
so wie Du bist.

Tauche ein in den lichten Augenblick.
Er hat Dich hergebracht,
wo Du alles lassen kannst,
um zu ruhen in der blauen Tiefe Deines Himmels.

Schöpfe neue Kräfte aus der Fülle,
gehe achtsam weiter Deinen Erdenweg,
um den Lichtspuren des Blaus
in allen Schattierungen zu begegnen,
dass Du Ruhe hast,
zu wissen, es ist genug, so wie Du bist.
Die Liebe bleibt ewig in Dir.

(Annedore Großkinsky, Autorin beim Verlag Am Eschbach)

 

 

18. März: Das kleine Glück

Eine junge Frau, deren Ehe zerbrochen war, erzählte in einer ruhigen Stunde: "An das große Glück glaube ich nicht mehr. Jedenfalls scheint es, als gäbe es das überschäumende, berauschende Glück mit Kribbeln im Bauch nicht für mich. Doch ich hoffe auf ein kleines Glück, mit dem ich dann zufrieden leben kann."
Diese Art kleiner Wunder gibt es vielleicht doch, wenn wir nur genauer in unser Leben schauen. Wenn wir unseren Fokus nur auf das Umwerfende, Außergewöhnliche richten, dann könnten wir leer ausgehen. Doch für das kleine Glück hat wohl jeder eine realistische Chance.
Und so könnte das kleine Glück an jedem oder an vielen Tagen aussehen:

So könnte man den ganzen Tag vor seinem geistigen Auge vorbeiziehen lassen und die kleinen Freuden wahrzunehmen versuchen. Natürlich ist nicht an jedem Tag nur eitel Sonnenschein. Die Heizung kann ausfallen, am Frühstückstisch gibt es manchmal Unstimmigkeiten, und die Kollegen oder ich selbst können im Büro schlechte Laune verbreiten. Doch jeder Tag hat auch seine Schätze, ich muss sie nur sehen.

Aus: Hubertus Brantzen, 40 Spuren auf dem Weg ins Leben. Ein Fastenzeitbegleiter, S. 58–59 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2014.

 

17. März: Moral der Selbstbeziehung

Du solltest von dir selbst
niemals schlechter reden
oder auch nur denken,
als du es einem
anderen gegenüber
als angemessen
und wünschenswert
empfinden würdest.

Frei nach dem Motto:
„Was du nicht willst,
dass man es tu,
das füg auch nicht
dir selber zu.“

Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du bist Gott eine Freude. Glaubensleben – Lebenslust, S. 36 © Copyright 2008 und 2013 bei Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088 Holzgerlingen.

 

16. März: Vorrang geben

Ein Verkehrszeichen, das auf den ersten Blick wenig aussagt ist das Zeichen „Vorrang geben“. Die Bedeutung des auf dem Kopf stehenden weißen Dreiecks mit rotem Rand erschließt sich nur Eingeweihten, also denen, die die Symbole der Verkehrszeichen entschlüsseln gelernt haben.
Und dieses Zeichen bedeutet eben: hier ist dem anderen Verkehrsteilnehmer der absolute Vorrang zu geben. Ich habe jetzt stehenzubleiben, zu warten. So schlicht dieses Verkehrszeichen scheint, so bedeutsam ist doch seine Aufgabe. Ein Missachten dieses Zeichens kann schlimme Folgen haben. Nicht nur der Verkehrsfluss wird dann empfindlich gestört. Es kann auch leicht zu gefährlichen Situationen und schweren Unfällen führen. Der andere Verkehrsteilnehmer verlässt sich jetzt auf mich. Er vertraut darauf, dass ich die Bedeutung dieses Verkehrszeichens kenne und mich daran halte.
Auch auf der Straße meines Lebens verlassen sich Mitmenschen auf mich. Sie vertrauen darauf, dass ich die Spielregeln des Lebens kenne und mich daran halte, damit niemand durch mich zu Schaden kommt.
Damit das gelingt ist es notwendig, dass ich die Verkehrszeichen „Vorrang geben“, die an wichtigen Stellen meines Lebensweges aufgestellt sind, nicht übersehe. Sie stellen mich an markanten Stationen meines Lebens vor die Frage: Wem oder was gebe ich den Vorrang? Haben Geld, Karrieredenken oder Ansehen bei mir Vorrang? Sind es Bequemlichkeit oder der Spaßfaktor, die an erster Stelle kommen?
Rangieren die Mitmenschen auf meiner Vorrangliste ganz weit oben oder nur unter „ferner liefen“?
Und schließlich die entscheidende Frage: hat Gott auf der Straße meines Lebens den absoluten Vorrang?
Die Fastenzeit ist eine Chance, mir diese Fragen einmal schonungslos ehrlich zu stellen.

(Originalbeitrag von Pfarrer Franz Zeiger, Linz – St. Peter)

 

15. März: Alles, was wir brauchen

„All you need is love“, sangen die Beatles. Sie haben recht: Alles, was wir brauchen, ist Liebe. Aber woher bekommen wir sie? Man kann sie nicht im Laden kaufen wie irgendein Ding, sie ist unbezahlbar. Mit dem Unbezahlbaren aber haben wir heute offenkundig unsere Probleme. Immer mehr Leute meinen, alles sei käuflich, und das Käufliche sei alles. Das ist ein großer Irrtum. „Alles was ihr braucht, ist Liebe ...“ – und die ist nicht zu kaufen für kein Geld in der Welt. Wie aber kommen wir zur Liebe?
Viele denken: Man muss den Leuten einfach ins Gewissen reden, das Ganze ist eine Sache der Moral. Sie setzen auf den Appell: Ihr müsst, ihr sollt! Ob das so einfach ist? Liebe geht nicht auf Kommando. Man kann Blinden nicht zurufen: „Macht doch die Augen auf!“ Der Appell bringt’s nicht. Liebe ist nur durch Liebe zu wecken.
Ein islamischer Mystiker fragt seine Schüler: „Worin besteht das rechte Verhalten des Menschen Gott gegenüber?“ Sie antworten: „Darin, dass man Gott liebt.“ Der Meister schüttelt den Kopf: „Nicht darin, dass ihr denkt, wir lieben Gott“, sagt er. „Wer denkt, er liebe Gott, der steht noch unter dem Zwang. So sollt ihr sprechen: Ich glaube fest, dass Gott mich liebt. Das ist das rechte Verhalten des Menschen Gott gegenüber.“ Wer der Liebe Gottes glauben kann, der ist an der Quelle. Denn „Gott ist die Liebe“ (1 Joh 4,16). Er ist zunächst und vor allem nicht ein Forderer, sondern der große Förderer unserer Liebe.
„Er hat uns zuerst geliebt“ (1 Joh 4,19). Das ist der Grundsatz unseres Glaubens, eine Art Vorzeichen vor der Klammer. Plus oder minus – das betrifft alles. „Er hat uns zuerst geliebt.“ Vor unserer Entscheidung für Gott steht seine Entscheidung für uns. Es ist nicht so, als müssten wir erst durch Studium und Askese Bedingungen schaffen, um von Gott geliebt zu werden. „Er hat uns zuerst geliebt.“ Das steht vor allem. Gott schreibt uns unverbrüchlich ins Herz: Du bist geliebt, Du hast bei mir einen festen Platz, du bist nicht nur in der äußersten Ecke geduldet, sondern in meinem Herzen.

Aus: Franz Kamphaus: Mach’s wie Gott, werde Mensch. Ein Lesebuch zum Glauben, S. 19–20 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013.

 

14. März: Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst

Die österliche Bußzeit ist die Zeit des Kreuzweg-Betens – anhand des Kreuzweges Jesu hinauf nach Golgatha meditieren wir auch die Kreuzwege unserer Tage, die Menschen ertragen müssen in ihrem Leben: schwere Schicksalsschläge, Folter, Krieg und Vertreibung in vielen Ländern der Welt; manchmal auch ganz in unserer Nähe. Auch wir tragen mitunter ein schweres Kreuz. Den Kreuzweg beten wird so zu einer Übung der Solidarität – mit vielen Menschen und im Blick auf den Heiland der Welt.

Wer selbst einmal die Via Dolorosa hinauf zur Grabeskirche gegangen ist, kommt dem Geschehen von damals sehr nah auf die Spur. Viele Menschen drängen die schmale Straße im Basar von Jerusalem herauf und herunter: Gruppen die den Kreuzweg beten, mehr noch aber Touristen oder Einheimische auf ihren Einkaufsgängen. Es ist immer Betrieb dort, da gehen Kreuze schnell unter und werden beiseite geschoben. Untergegangen in diesen Gassen ist auch vor fünfzig Jahren Papst Paul VI., als er 1964 überraschend die heiligen Stätten besuchte, im damals noch jordanisch besetzten Jerusalem.
Vom Damaskustor aus wollte er die „Via crucis“ hinaufsteigen. Dieser Pilgerweg endete im Chaos. Die Massen, die ihn sehen wollten, hätten den zierlichen Mann fast tot getreten. Nur sein weißes Scheitelkäppchen konnte man noch sehen – seine Mitarbeiter und Bewacher waren von ihm getrennt. In dieser Situation war er mit seinem eigenen Tod konfrontiert, aber auch mit der bitteren Lage der Menschen im Heiligen Land. Nach fünfzig Jahren hat sich diese Lage verändert, aber nicht verbessert.

Und dennoch glauben Christen seit 2000 Jahren, dass sich durch das Kreuz, das Jesus getragen hat, und durch seinen Tod auf Golgatha etwas verändert hat zum Besseren, dass Gebet und Solidarität nicht nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ sind, sondern dass die Welt erlöst ist. Jesus hat am Kreuz die Arme ausgebreitet und damit Verbindungslinien geschaffen zwischen Gott und den Menschen und den Menschen untereinander. „Das Kreuz des Jesus Christus, durchkreuzt was ist und macht alles neu“, singen wir in einem Lied. Die Welt kommt sich näher, mehr und mehr. Medien, Kommunikationsmittel und soziale Netzwerke lassen uns erfahren, was auch in den entlegendsten Ecken der Welt passiert. Wir nehmen teil an Freude und Leid, an Freundschaft und Hass, an Freiheit und Unterdrückung überall in der Welt. Wir können mit unserem Gebet, unserer Solidarität und praktischer Hilfe überall intervenieren, überall dort, wo wir auf Kreuzträ ;ger stoßen.
Das Antlitz Jesu am Kreuz, entdecken wir in vielen Menschen weltweit und wir können wenigstens wie Veronika, ihnen den Schweiß von der Stirn wischen. Aber wir können noch mehr! Wenn etwa in Pakistan ein christliches Dorf von einem aufgebrachten Mob angezündet wird, sind wir „live“ dabei, nicht als Gaffer, sondern als Menschen mit Herz, die Mitleid haben, die Protest zeigen und Soforthilfe leisten können aus unserem Glauben heraus. Auch wir können Verbindungslinien schaffen und unseren Teil dazu tun, die Welt zu verändern. Dazu braucht es Mut und Geduld.

Wenn wir den Kreuzweg beten in der Fastenzeit – meist freitags in vielen Kirchen in Nah und Fern – oder konkret am Morgen des Karfreitags, dann verbinden wir das Leid der Welt mit dem Kreuz Jesu und wir schlagen im Gebet die Brücke zu Gott, der alle Not beseitigt und die Welt erlöst.

(Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert)

 

 

13. März: Du bist einmalig

Du bist ein ganz besonderes Kind,
das will ich Dir mal sagen,
nicht weil Du was Besonderes tust,
nicht nur an manchen Tagen.

Tagein, tagaus, da bist Du schön,
von einmaliger Gestalt,
lass es zu,
jeden Tag neu,
dass Liebe in Dir hallt.

Gott schuf Dich frei nach seiner Lust
mit allen Deinen Sinnen,
Du bist ein ganz besonderes Kind,
denn Schönheit kommt von innen.

(Annedore Großkinsky)
© bei der Autorin, aus: Eschbacher Textkarte 4294 „Blumenstrauß“, ausgewählt von Claudia Peters, 2012, Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, D-79427 Eschbach/Markgräflerland. Internet: www.verlag-am-eschbach.de

 

 

12. März: Glaubensleben

Genügt es wirklich,
allein an Gott zu glauben?
Müssen wir den Glauben
dann nicht auch ausleben?

Wir leben den Glauben an Gott aus,
indem wir im Glauben aus Gott leben.

Die Früchte des Glaubens
bringen nicht wir hervor,
sondern Gottes Geist in uns.

Der Glaube will nicht nur
für Gott, sondern vor allem
mit ihm, in ihm und
aus ihm leben.

Darin besteht also
unser Glaubensleben,
dass der, an den wir glauben,
in uns und durch unser
Denken und Wollen,
Reden und Handeln lebt.
Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du bist Gott eine Freude. Glaubensleben – Lebenslust, S. 164 © Copyright 2008 und 2013 bei Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088 Holzgerlingen.

 

 

11. März: Wort und Worte


Was prasselt da tagtäglich, ja stündlich für eine Unmenge von Worten auf uns herab? Es ist wie ein Platzregen, der überhaupt nicht mehr aufhören will, sondern an Stärke immer mehr zunimmt. Worte von Menschen, die mit uns leben, Worte aus der Zeitung, aus dem Fernsehen, dem Radio, dem Internet, von der Straßenreklame. Worte, Worte, Worte, … Und jedes Wort soll uns erreichen, soll von uns aufgenommen, verarbeitet und durch unser Denken und Leben beantwortet werden.

Worte haben Macht und bewirken etwas. Es gibt Worte, die Böses und Schlimmes bewirken, und andere Worte, die heilen und Frieden stiften. Worte werden bewusst eingesetzt, Formulierungen bewusst ausgewählt – zum Teil neu erdacht –, um Menschen vorsätzlich zu manipulieren und gleichsam einer Gehirnwäsche zu unterwerfen. Es ist ein Unterschied, ob jemand von „Sterbehilfe“ spricht oder vom „Mord an schwerkranken oder einfach nur alten Menschen“. Es ist ein Unterschied, ob jemand von „Abtreibungsaktivisten“ oder von „Lebensschützern“ spricht. Das wortreiche Trommelfeuer der neuzeitlichen Ideologen bis hinein in die Nachrichtensendungen der Fernsehanstalten – dazu gehören auch die Gender-Ideologen – soll die Menschen weichklopfen und in eine bestimmte, gewünschte Richtung pressen. Anders formuliert: Wir sollen durch Worte „umerzogen“ werden.

Wir Endverbraucher der Worte müssen es lernen, wieder zu unterscheiden. Was ist das für ein Wort, das da auf mich einwirken möchte: ein böses, ein unheilstiftendes, ein in die Irre führendes, den Menschen verdrehendes, ein falsches, ein lügendes Wort oder ein gutes, heilendes, heiligendes, wahres Wort? Und wer steckt mit welcher Absicht hinter dem Wort, das mich erreicht, vielleicht der gut getarnte Verwirrer? Im „kalten Krieg“ benutzten die widerstreitenden Kontrahenten genau die selben Worte, füllten sie aber mit je anderen Inhalten: die Welt wurde vorsätzlich und tüchtig verwirrt. Lernen wir zu hören, zu unterscheiden und die falschen Worte aus unserem Leben auszuklammern und den richtigen, wahren Worten des Heiles zu folgen. Das ist oft sehr schwer, denn die zerstörenden Worte kommen oft im Gewand der Plausibilität und vermeintlicher Menschenfreundlichkeit daher.

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden.“ (Joh 1,1-3). Allein dieses, nur dieses Wort ist verlässlich. Allein auf diesem Wort kann ich mein Leben aufbauen. Alle Worte, die da tagtäglich auf mich einwirken möchten, muss ich ernsthaft hinterfragen, ob sie mit diesem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt, in Übereinstimmung zu bringen sind. Wenn ja, dann sind es gute Worte; wenn nein, dann sind es falsche Worte, Anti-Worte, die nichts Gutes im Sinn haben sondern Verwirrung und Zerstörung.

Dann bleibt da noch ein Frage offen: Meine Worte, was sind das für Worte? Worte die mit dem Wort, durch das alles geworden ist, übereinstimmen oder sind es Anti-Worte, die den entgegengesetzten Geist, den Anti-Geist, ausatmen, der den Hörer vergiften will und wird, wenn er sich auf die Worte dieses Anti-Geistes einlässt?

Erforschen Sie sich selbst!

(Originalbeitrag von Pfarrer i.R. Christoph Fr. Dziwisch, Stockelsdorf)

 

 

10. März: Hinhören

Meistens sind unsere Köpfe mir vielen Gedanken verstopft. 50.000 Gedanken sollen angeblich dem Menschen jeden Tag durch den Kopf gehen. Die meisten davon sind keine langen Gedankenketten oder philosophischen Überlegungen, sondern flüchtige Gedanken. Wenn ich beispielsweise durch eine belebte Straße gehe, mir dauernd Menschen und Autos entgegenkommen und rechts und links von mir Läden und Schaufenster vorüberziehen, dann wird in meinem Hirn wohl ein Feuerwerk an Gedanken, Assoziationen und Ideen explodieren. In Sekundenschnelle wechseln Gedankensplitter einander ab. Sicher, manchmal denke ich auch über etwas ausführlicher und angestrengt nach, etwa über ein Problem, das mich oder meine Familie belastet. Dann werden meine Gedankenreihen länger andauern. Oder wenn ich bei der Arbeit bin, konzentriere ich mich auf das, was beruflich ansteht und bewältigt werden muss.
Bei einer solchen Gedankenvielfalt muss ich mir bewusst vornehmen, genauer auf das zu achten und zu hören, was in der Natur um mich herum vorgeht. Da muss ich mir bewusst klarmachen, dass ich mich dem widmen möchte, was oft als nebensächlich erscheint.
Bei der Nebensächlichkeit, Vögel zwitschern zu hören, spürte ich heute, wie eine Art von Freude in mir aufkam, die ich schon längere Zeit nicht gespürt hatte. Es war eine Freude darüber, etwas wiedergefunden zu haben. Es war eine Freude, irgendwie aus der Dumpfheit des Winters aufgetaucht, aus dem Winterschlaf aufgewacht zu sein und wieder offen zu werden für die Natur.

Aus: Hubertus Brantzen, 40 Spuren auf dem Weg ins Leben. Ein Fastenzeitbegleiter, S. 66–67 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2014.

 

 

9. März: Umkehr

Immer wieder hört oder liest man von Autofahrern, die ihrem Navi so blindlings vertrauen, dass sie mit ihrem Fahrzeug über abenteuerlichste Güterwege gelotst werden, schließlich auf immer schmaler werdenden Wegen zwischen Häusern steckenbleiben oder gar im Straßengraben landen.
Ein ähnliches, wenngleich nicht so fatal endendes Erlebnis hatte ich vor Jahren selbst einmal: Ich war auf Urlaub in Schleswig-Holstein. Eines Tages besuchten mich dort ein Freund und seine Frau. Schnell war klar: wir machen einen Tagesausflug nach Dänemark. Also auf nach Fehmarn, dann in Puttgarden auf die Fähre und im Nu ist man am Ziel. So war es dann auch und wir verbrachten einen unvergesslichen Tag im schönen Kopenhagen.
Unvergesslich wurde der Tag für uns drei auch noch in anderer Hinsicht. Am Rückweg kam mir die Strecke schon nach kurzer Zeit recht wenig vertraut vor und ich äußerte erste Zweifel, ob wir denn auf dem richtigen Weg seien. Aber mein Freund beruhigte mich. Wir bräuchten uns keine Sorgen machen. Das Navi wüsste schon am besten, auf welchem Weg es uns zurück zur Fähre schickt. Und so fahren wir also dahin, genießen die traumhafte Landschaft – ja, und spätestens als dann die schwedische Grenze in Sicht kam war klar: Wir sind zielsicher in die falsche Richtung gefahren. Das Navi wollte uns zur Fähre in Malmö lotsen ...
Das Ende vom Lied: Umkehren und die ganze Strecke nochmal zurückfahren. Da half nun weder jammern noch ärgern!
Ich habe daraus gelernt, dass es bei manchen Autofahrten mitunter durchaus angebracht ist, die gute alte Landkarte zur Hand zu nehmen und sich zu vergewissern, ob die Richtung stimmt.
Und ich frage mich: Ist es im Leben nicht oft genau so? Folge ich nicht auch in meinem Alltag manchmal blindlings Stimmen, die mir einflüstern, dass die Richtung, in die ich mich bewege, schon in Ordnung ist? Ist es vielleicht nicht doch von Zeit zu Zeit angebracht, die gute alte Landkarte, in diesem Fall die Bibel, zur Hand zu nehmen und mich zu vergewissern, dass meine Lebensrichtung auch wirklich stimmt? Und achte ich auch auf die Verkehrszeichen, die Gebote Gottes, die die Straße meines Lebens säumen, damit ich sicher an mein Ziel komme?
Manchmal hilft kein Jammern und kein ärgern – manchmal ist es einfach an der Zeit, den Kurs zu korrigieren und umzukehren.

(Pfarrer Franz Zeiger, Linz – St. Peter)

 

 

8. März: Die Sorgen draußen lassen

Sie konnten diese Nacht nicht schlafen, haben sich im Bett hin und her gewälzt, sind vielleicht wieder aufgestanden und haben sich dann erneut hingelegt auf der Suche nach Schlaf? Vielleicht haben Sie zu spät oder zu Schweres gegessen. Die Leber fängt erst um drei Uhr wieder an zu arbeiten.
Oder es plagen Sie Sorgen? Als ich vor 36 Jahren zum Abt gewählt wurde, hat mir ein befreundeter Abt geraten, die Sorgen vor der Tür stehen zu lassen, wenn ich zu Bett gehe. Denn sie würden durch Grübeln nicht besser.
Ich habe mich ziemlich daran gehalten, und ich muss sagen: es stimmt. Am Morgen schaut es oft anders aus. Auf einmal sehe ich einen Ausweg, wo tags zuvor noch alles in einer Sackgasse gelandet war.
Und noch eines tue ich: Ich schließe meinen Tag mit einer kurzen Besinnung ab, bringe ihn ein vor Gott, vertraue ihm an, was gut und was schlecht gelaufen ist. Ich weiß es dann in besten Händen, und ich bitte ihn um Verzeihung für das, was nicht in Ordnung war. So schlafe ich ausgesöhnt ein. Natürlich setzt das noch etwas voraus: mein Ordensvater, der heilige Benedikt, schreibt in seiner Regel, ich solle die Sonne nicht untergehen lassen, bevor ich mich nicht aussöhne, wenn ich jemanden verletzt habe. Nicht immer gelingt es, umso wichtiger ist es, mit Gott darüber zu reden.
So kann ich auch den neuen Tag wieder mit Zuversicht beginnen, im Vertrauen auf Gott, dass er mich durch diesen Tag wieder begleite. Gott hat ja kein Interesse daran, mich zu knechten; er ist kein Buchhalter, der all meine Dummheiten aufzeichnet; er will mich frei machen, mir Leben schenken, oder wie Jesus sagt: Ich will, dass sie das Leben in Fülle haben.

Aus: Notker Wolf, Mit Gott leben. Inspirationen, S. 9–10 © St. Benno-Verlag GmbH, D-04159 Leipzig

 

 

7. März: Das kleine Paradies oder: Ein Stück Himmel auf Erden

„Können wir sonst noch etwas gebrauchen?“, rufe ich im Weggehen und erhalte die unerwartete, aber eindrückliche Antwort:
„Ja, ein Paradieschen!“

Stimmt, denke ich bei mir, das ist es, was wir letztlich in allem suchen:
Ein Stück Himmel auf Erden, etwas Bleibendes in der Vergänglichkeit, etwas Wesentliches bei aller Oberflächlichkeit,
einen Vorgeschmack auf die kommende Erfüllung, der uns Mut macht und uns in Vorfreude motiviert.

„Denkst du auch an die Radieschen?“, höre ich, in Gedanken versunken, vom Balkon her. –

„Welche Radieschen?“ Ach so! Einpaar Radieschen sollen es also sein. –
Wenn es uns denn an den Himmel erinnert?!

 

Aus: Hans-Joachim Eckstein, Du bist Gott eine Freude. Glaubensleben – Lebenslust, S. 17–18 © Copyright 2008 und 2013 bei
Hans-Joachim Eckstein, Verlagsrecht bei SCM Hänssler im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, D-71088 Holzgerlingen. Internet: www.scm-haenssler.de

 

 

6. März: Lied über das Wort

Das Wort, in dem die Richtung uns gegeben,
das unsern Weg bestimmt hat, dass wir leben,
das in uns schweigt und wacht und weiß,
der Welt stets treu in Lieb und Leid,
das selbst den Tod besiegen kann:
Das war bei Gott von Anfang an.

Allein war Gott in Stille ungebrochen,
unnennbar, nur für sich, unwidersprochen,
bis Er im Herzen tief vernahm
den Anruf dieses Worts, den Klang.
Noch war kein einzger Mensch gemacht,
noch war die Sonne nicht erwacht.

Das Wort stand Ihm mit Rat und Tat zur Seite,
als Er das Licht rief, Land und Wasser teilte.
Liebste Gefährtin war es Ihm,
es stärkte Mut und Liebe Ihm,
dass nie Sein Herz verstummen wird,
die Welt den Namen nie verliert.

Aus: Huub Oosterhuis, Das Huub-Oosterhuis-Lesebuch. Hrsg. von Cornelis Kok, S. 67 © Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br. 2013. I

ISBN 3-451-32663-9, € 20.60 inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten

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5. März: Singend durch die Fastenzeit

Haben Sie auch schon das neue Gotteslob durchgeschaut und sich mit dem Aufbau vertraut gemacht? In den vergangenen Tagen ist es auch in unserer Diözese ausgeliefert worden. Jetzt machen wir die ersten tastenden Versuche damit. Manches fällt ja nicht schwer, denn viele Lieder findet man wieder, die lieb gewonnen sind nur jetzt an anderer Stelle. Da brauchen wir lange Zeit, bis wir die Lieder zu den Liednummern zuordnen können. Vorbei die Zeit, wo ich mir im Parkhaus meinen Parkplatz nach Liedern aus dem Gotteslob suchte, damit ich später wieder wusste, wo mein Auto stand.
Es mag sein, dass der eine oder andere enttäuscht ist, ein vertrautes Lied nicht mehr vorzufinden; aber es gibt sicher auch neue Lieder, die wir in Kürze gerne singen und uns über die Jahre vertraut werden. Leben ist eben immer wieder Abschied und Neubeginn – auch im Kleinen! Und Sie können diese Lieder ja auch noch zu Hause schmettern wenn Ihnen danach ist.

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder darüber geklagt, dass es keine schönen Lieder für die Fastenzeit gibt. Deshalb habe ich mich gleich auf die Suche gemacht, ob es neue Lieder gibt, die das Wesen dieser österlichen Bußzeit gut darstellen und auch leicht zu singen sind. Im Stammteil des neuen Gotteslobes bin ich fündig geworden und habe Neues entdeckt: Lieder, wie ich sie mir vorstelle und mit meiner alten Blockflöte habe ich sie mir auch schon ein wenig vertraut gemacht.

Zwei Beispiele möchte ich dafür nennen und Ihnen von jedem Lied eine Strophe heute mit auf den Weg geben. Es sind die Lieder Nr. 272, „Zeige uns Herr, deine Allmacht und Güte“, und Nr. 275, „Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet“.
Ich denke, es ist wirklich Zufall: den einen Texter, Raymund Weber, kenne ich seit vielen Jahrzehnten – mit ihm habe ich früher Ministrantenarbeit in Köln gemacht, der andere, Bernardin Schellenberger, war einmal Trappist und hat viele geistliche Texte geschrieben.
Ihren Liedtexten merkt man an, dass sie aus dem Glauben kommen und uns als Sängerinnen und Sänger mitnehmen wollen auf einen geistlichen Weg durch die vierzig Tage auf Ostern zu:

„Hilf unserm Glauben, wenn mutlos wir werden;
Lichtblick und Freude erblühen aus dir.
Dein Reich des Friedens lass wachsen auf Erden;
Werkzeuge deiner Verheißung sind wir.
Lehr uns aus Glaube und Liebe zu handeln
und so uns selbst und die Welt zu verwandeln.“
(Gotteslob 272, 2)

„Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet,
um ihn zu rufen, alles zu verlassen,
sein Kreuz zu tragen und in seiner Kirche
für ihn zu wirken.“
(Gotteslob 275,1; zu diesem Lied gibt es auch noch eine bekannte Alternativmelodie!)

Mir geht bei diesen Texten das Herz auf. Ich hoffe, dass ich bald die Melodien kann, um kräftig mitzusingen und lade Sie herzlich dazu ein! Mit solchen Liedern kann die Fastenzeit Freude machen.
(Originalbeitrag von Pfarrer Peter Jansen, Velbert)

IMPRESSUM:
Inhaber und Herausgeber: Pfarre Linz - St. Peter, Tungassingerstraße 23a, 4020 Linz
Redaktion: Paul M. Delavos

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