Bibel

 

Bibelschule im Alltag

Wegen arbeitsmäßiger Überlastung muss diese auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

 

 

 

 

PM Jänner/Februar 2015

Denn lebendig ist das Wort Gottes.
Hebr 4,12 (17.1.2015)

Wort des lebendigen Gottes...
sagen die Lektoren am Ende der Lesung. Mir klingt das immer etwas seltsam in den Ohren, so, als ob es auch einen toten Gott geben könnte. Doch trotz Nietzsches Ansage, Gott sei tot, ist es umgekehrt: Nietzsche ist tot. Gott nicht. Auch wenn viele Menschen sich von Gott scheinbar weit entfernt haben, er wirkt und ist lebendig wie eh und je. Vielleicht tun wir uns bloß mit der Wahrnehmung schwer?

Gott wirkt durch sein Wort
Wir finden dieses Wort beispielsweise in der Bibel. Zwar werden wir nicht mit allem, was dort steht, einverstanden sein. Manches wird unklar oder dunkel bleiben – aber allein schon die Beschäftigung mit diesen Texten verändert unseren Horizont. Umso mehr werden uns die Stellen, die uns unmittelbar ins Herz sprechen, verändern und uns für andere Blickwinkel und neue Erfahrungen eröffnen.

Jesus ist das Wort Gottes
Maria war eine Hörende, eine Hörende auf Gottes Wort.Und weil „man vom Hören Kinder kriegen kann“ wie es - mit dem Blick auf Maria - der Autor Andreas Knapp nennt, weil man also empfänglich wird, kann durch menschliches Hören Gottes Wort ein Gesicht annehmen, ein „Gesicht mit großen Kinderaugen“. Dieses Wort ist das Ja Gottes zu uns. Wir dürfen es mit unserem ganzen Leben beantworten.

Wie klingt denn Ihre AntWort? fragt
der Bibelfisch

 

 

 

PM November/Dezember 2014

Denn das Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum.
Ez 47,12 (9.11.2014)

Wasser ist Leben
Der Textabschnitt ist anlässlich des Jahrestages der Weihe der Lateranbasilika gewählt, das trifft sich gut mit dem nahe liegenden Weihetag unserer Kirche. Ezechiel beschreibt, wie das lebenspendende Wasser unter der Tempelschwelle hervorquillt und, je weiter es rinnt, immer mehr zunimmt, statt – wie zu erwarten wäre – zu versickern.
Welche Lebensquellen gehen von unseren Gotteshaus aus?
Obwohl der Baustil einer bestimmten Epoche entspringt, hat er auch heute noch seine Gültigkeit. Viele fühlen sich dort heimisch, beten, tanken sonntags für die Woche Kraft. Mehr als das Bauwerk wirken natürlich die Sakramente, die dort gespendet werden, die Worte der Bibel, in denen Gott ebenso anwesend ist wie auch in der Versammlung des Gottesvolkes.
Ezechiel folgend, müssten Kraft und Leben zunehmen, je weiter man sich vom Gotteshaus entfernt. Es müsste also durch das Umsetzen des im Gotteshaus Erfahrenen ein Schneeballeffekt entstehen. Doch ist das so? Leben wir unseren Alltag so, dass andere bei uns auftanken können?
Verändert uns die Frohe Botschaft?
Ob der Glaube im Alltag manifest wird, Lebensquell ist, war und ist die Gretchenfrage für ChristInnen. In naher Zukunft werden wir noch viel stärker auf unsere Lebendigkeit als Gemeinde angewiesen sein. Das ist eine Herausforderung – und die Chance zu einer Trendwende.
Wenn Sie dabei mitmachen, freut sich

der Bibelfisch

PM September/Oktober 2014

Wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.
Mt 15,25b (23.9.2014)

Selbstverleugnung?
Das Wort von der Selbstverleugnung und Kreuzesnachfolge ist oftmals fälschlich zur Rechtfertigung einer Ich- und Lebensverneinung missbraucht worden, und wird unter anderem deshalb heute nur ungern gehört. Jesus macht klar, dass der Weg in seiner Nachfolge auch ein Lebensweg mit Hindernissen und Schwierigkeiten ist. Dies bestätigt sich auch heute im Leben vieler Christen immer wieder. Leider.
Tragend getragen
Jeder hat sein „Kreuz“ zu tragen, aber in der Hinwendung zu Jesus wissen sich ChristInnen in ihrem „Kreuztragen“ vom erhöhten Herrn selbst getragen. Denn Nachfolge bedeutet nicht zuerst Scheitern und Tod, sondern vor allem Teilhabe an der Auferstehung. Am Ende steht der Gewinn des Lebens.
Machen Sie sich frei
Wenn man dieses Wort auf die üblicherweise weniger dramatischen Situationen unseres Alltag anwendet, könnte man mit aller nötigen Behutsamkeit seine zentrale Bedeutung mit seiner innerweltlichen Kritik und seiner paradoxen Lebensperspektive wiederentdecken. Denn das tägliche Loslassen-Müssen macht auch frei, und was unter Mühen eingeübt wird, trägt zu reicher Entfaltung bei.
Dass Sie sich von Schwierigkeiten nicht von Ihrem Weg der Nachfolge abbringen lassen, wünscht Ihnen

der Bibelfisch

 

PM Juli/August 2014

Halte mich nicht fest!
Joh 20,17 (22.7.2014)

Fausts Ende: "Verweile doch ..."
Wie schon die Jünger bei der Verklärung Jesu, so ist auch Maria Magdalena in der Versuchung, den schönen Augenblick, den geliebten Menschen, festhalten zu wollen. Jesus wehrt ab. Diese Welt ist noch nicht vollendet, Festhalten und Stehenbleiben wären kontraproduktiv. Leben verwirklicht sich im Hin und Her, in Spannungsfeldern. Leben braucht Bewegung.
Auch das seelische Leben des Menschen wird durch das Wechselspiel von inneren Kräften bestimmt, so wie beispielsweise die Klangfarbe eines Instruments durch Resonanzen. Spannung und Bewegung, Erwartung und Erfüllung, Hoffnung und Handlung sind "seelische" Resonanzen, die die Persönlichkeit des Menschen ausmachen, ebenso wie "Gnade und Arbeit", "zulassen und gestalten", "hören und tun". Ohne Wechselspiel zwischen beiden Polen ginge es ziemlich eintönig zu.
Leben ist Bewegung
Das gilt nicht nur für den einzelnen Menschen, es gilt auch für Gemeinwesen, für uns als Pfarrgemeinde bzw. zukünftige Gemeinde als Teil einer größeren Pfarre. Im Wort Pfarre (griech. parokía) steckt übrigens die Bedeutung: „das Wohnen eines Fremden ohne Bürgerrecht in einem Ort“. Es geht also um Menschen, die auf der Durchreise, in Bewegung sind. Und doch sind viele unserer Pfarren sehr behäbige Orte geworden: Alles soll so bleiben, wie es ist.
Das das so nicht bleiben wird, wissen wir. Was aber werden wir aus diesem Faktum machen?
Das fragt Sie und sich

der Bibelfisch

 

PM Mai/Juni 2014

Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.
Joh 21,6b (4.5.2014)

Jesus lebt, na und?
Jesus lebt also, diese Erfahrung hatten sie gemacht. Aber er gibt sich nur mehr sporadisch mit ihnen ab, hin und wieder trifft man einander. Soll nun das Leben so weitergehen wie vor der ersten Begegnung mit Ihm? Das kann es nicht sein. Alternativen scheint es aber auch nicht zu geben. Irgendwie lähmend. Also vertreibt man sich die Zeit.
Warten auf Veränderung
Doch andere warten auf gute und befreiende Nachrichten. Denn die Welt ist schlecht wie zuvor. Jemand müsste etwas ändern, sollte etwas unternehmen, könnte etwas veranlassen. Das sind sie nicht gewohnt, daher der erste Misserfolg. Von Jesus kommt der entscheidende Tipp: verändert einmal euren Blickwinkel, brecht aus den alten Gleisen aus.
So geht es. Die 153 Fische – eine Anspielung auf einen unerwarteten missionarischen Erfolg. Dieser Erfolg ist fast zu viel für sie. Und das ist erst der Anfang.
Na, und ich?
Warte ich, bis jemand ...? Oder setze ich selbst konkrete Schritte, um die Welt im Sinne Jesu zu einem wohnlicheren Ort zu machen? Was könnte mein Beitrag sein, welchen Blickwinkel müsste ich verändern?
Das fragt sich
der Bibelfisch

Am Morgen oder
am See
manchmal mitten
im Reden
warte ich

auf deine Stimme
die nahe
die ferne

ich warte
und höre

dein Schweigen
hinter dem du
jetzt lebst

sich lichtend
wie eine Rose
Blatt für Blatt

Wilhelm Bruners

PM März/April 2014

Woher hast du also das lebendige Wasser?
Joh 4,11 (23.3.2014)

Wasser ist Leben. Es gibt aber fades, geschmackloses Wasser, das gerade zum Überleben reicht, oder frisches kühles Nass, das alle Sinne belebt. Ähnliches gilt für viele andere "Lebens-Mittel", derer wir uns tagtäglich bedienen.

Raus aus dem Trott
Für viele ist der Alltag zu einer schwer zu entfliehenden Tretmühle geworden. Wie können sie wieder mehr Farbe ins Leben bringen? Dazu bietet die Konsum- und Freizeitindustrie eine Unmenge "Wässerchen" an, für den möglichst schnellen Kick. Doch bald schmecken auch sie lau.

Veränderung
Frischer schmeckt schon das Sich-Einlassen auf andere. Aus meinen Beziehungen – in meiner Familie, meinem Bekanntenkreis, meinem Arbeitsumfeld – ließe sich leben – wenn auch ich etwas von mir hineingebe. Niemand steigt zweimal in den selben Fluss: in Beziehungen verändern wir uns ständig.

Die Quelle
Menschliche Beziehungen lebendig zu gestalten kostet Zeit und Kraft. Die Kraftquelle dafür liegt in Gott. Sein Dasein für uns kann ich auskosten, seine Gaben lassen mich leben, seine Zu-Mutungen wirbeln mich auch einmal durcheinander.

Woraus lebe ich?
Zugänge zu dieser Quelle gibt es viele. Manche sind ein "Must have", andere wähle ich, wie sie zu mir passen, manches ergibt sich "zu-fällig". Immer aber darf ich dankbar sein für das "lebendige Wasser", das ich dort finde – manchmal prickelnd, manchmal still.

Einen frischen Schluck davon wünscht Ihnen und sich

der Bibelfisch

 

 

PM Jänner/Februar 2014

Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrngeht leuchtend auf über dir.
Jes 60,1 (6.1.2014)


Die Verbannung der Israeliten war zu Ende gegangen. Vorbei schien die Zeit der Not. Doch das Heimatland war in den 50 Jahre lang verwahrlost. Die Aufbauarbeiten mussten erst beginnen. Enttäuschung bricht durch.
In dieser Situation der Niedergeschlagenheit und der vermuteten Gottferne macht Tritojesaja den Rückkehrenden Mut. Er tröstet mit dem Wort vom Licht, das über allem Dunkel erstrahlt. Gott selbst kommt, er allein, sein Einfluss, seine Mächtigkeit bieten bleibende Rettung.
Gott erscheint
500 Jahre später.Weihnacht. Gott, der Unbegreifliche, der Ferne, zeigt sich. Siehe da:. Keine Spur von Mächtigkeit, er ist ganz nah. Ein kleines Kind. Ein Stück Brot. Ein Schluck Wein. Ein Wort. Ein Mensch neben mir.
Enttäuschung?
Nein. Vielmehr ein Ende der Täuschung, der menschlichen Erwartungen. Das Gute setzt sich nicht mit Pauken und Trompeten, Zepter und Schwert durch. Die Grenze zwischen Gut und Böse muss sich innerhalb jedes Menschenherzens verschieben, dann wird dieses licht und freundlich. Dann strahlt etwas nach außen und bewegt andere, sich zu verändern.
Licht sein für andere
Ich kann – darf – soll – muss also Licht für andere sein. Aber das Licht kommt nicht von mir. Ich bin eher wie eine blank geputzte Fensterscheibe oder ein färbiges Glas, durch das Licht aus einer ganz anderen Quelle scheint. Und das auch mich erleuchtet und wärmt.
Das wünscht Ihnen und sich
der Bibelfisch

Frag den Bibelfisch: bibelfisch@pfarremauer.at

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemälde von 
Frater Lukas Florian Prosch OPraem

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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