Advent


Wir sagen euch an den lieben Advent, sehet die erste Kerze brennt.“Dieses bekannte Lied wird gerne am 1. Adventsonntag gesungen. Doch: ist der Advent wirklich „lieb“, .lieblich"? Ist nicht der Advent im Alltag ganz anders? Man denke einerseits an Stress, Belastungen, Geschäftigkeit und andererseits an Feiern, die auf Grund ihrer Lautstärke oder durch vorweggenommene Weihnachtslieder uns äußerlich berieseln?

Ist es die ach so „friedliche Zeit", die unsere Gefühle ansprechen will, während aber Millionen Menschen auf der Flucht vor Terroristen sind, die oftmals .mi Namen Gottes" den Frieden unter den Völker zerstören wollen und die Menschenrechte mit Füßen treten? Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma?
Kann man mit diplomatischen Verhandlungen oder mit militärischem Eingreifen den Frieden erzwingen, eine neue Weltordnung herstellen? Gibt es eine allumfassende und grundlegende Botschaft, die Hoffnung, Gerechtigkeit und eine sinnvolle Zukunft aufzeigt?

Ja! Die Aussagen der Bibel bieten uns eine entsprechende Perspektive an. In der Heiligen Schrift wird uns das Eingreifen Gottes in die Weltgeschichte geschildert. Im Alten wie im Neuen Testament ist letztlich alles auf eine Person hin ausgerichtet, die den Menschen aus den leidvollen Verstrickungen befreien will und mit seiner Botschaft den ihm vertrauenden Menschen einen göttlichen Beistand verheißt: Jesus Christus.

Sein Wirken, seine Worte, sein Leben und Sterben sind unter verschiedenen Blickwinkeln in den vier Evangelien zusammengefasst. Man nennt dies  „Frohe Botschaft“, und zwar deswegen, weil das Sterben Jesu nicht das Ende war, sondern dass der Tod mit seiner Auferstehung besiegt wurde und durch die folgende Geistsendung die Gemeinschaft der Kirche ins Leben gerufen hat.

Der liturgische „Jahresregent" des neuen Kirchenjahres ist der Evangelist Markus. Er schrieb das älteste der vier Evangelien. Es lohnt sich, sich mit den Aussagen dieses biblischen Textes zu befassen. Denn sie spiegeln in gewisser Weise auch Situationen der Gegenwart wider. Er schreibt seinen Bericht zu jener Zeit, als Jerusalem von den römischen Mächten erobert und zerstört wurde.

In einer solchen Zeit wurden die Aussagen und das Leben von Jesus Christus, dem verheißenen und wahren Messias, zu hoffnungs-
vollen Impulsen. Die Jünger Jesu fanden zum Glauben, indem sie die Worte ihres Herrn annahmen und somit zu wichtigen Glaubenszeugen für andere Menschen wurden.
Das soll auch für uns eine sinnvolle Beschäftigung in der Adventzeit sein: sich vom Worte Gottes durchdringen und formen lassen. In der ersten Lesung vom Buch Jesaia (Jes 64,7) wird diese von Gott kommende „Modellierung" so beschrieben: „Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände". Wenn wir das zulassen, werden wir durch das gnadenvolle Wirken des Herrn innerlich stark, wie es in der zweiten Lesung heißt: "Er wird euch festigen bis zum Ende, denn Gott ist treu" (vgl. 1 Kor 1,8-9).

Die Adventzeit fordert uns auf, bewusst zu leben, die Lebenszeit nicht sinnentleert verstreichen zu lassen. Der Ruf "Seid wachsam!" (Mk 13, 35) soll das Motto sein, unser Herz für den Anruf Gottes zu öffnen. Die Worte der Bibel sollen von uns nicht abprallen dem unser Leben neu bestimmen, uns Lebenskraft zu geben.
Lassen wir uns von der biblischen Botschaft anstecken. Die Bibel ist für uns Christen eine Kraftquelle, damit wir das Leben meistern können. Das Wort Gottes verleiht Lebendigkeit, weil wir uns dadurch der Wirkkraft des Heiligen Geistes ausliefern. Papst Franziskus sagte über das „Wort Gottes": "Es stellt uns vor die Wahl: sich zu bekehren und um Hilfe zu bitten und mehr Licht zu bitten oder sich zu verschließen und sich noch fester an seine Ketten und die Dunkelheit zu klammern."

Wenn wir uns in den nächsten Tagen allein oder als Gemeinschaft vor dem Adventkranz zum Beten setzen, dann sollen die brennenden Kerzen uns ermutigen, in Jesus das wahre zu erkennen, das uns aus den Dunkelheiten des Lebens führen will. Dies kommt auch in den Rorate-Messen zum Ausdruck, wo das Gotteshaus mit Kerzenschein beleuchtet ist. Die Kirche ist der Ort, wo man in tiefer Weise dem lebendigen Gott begegnet, der von sich sagt: "Ich bin das Licht des Lebens."
Auf diese Weise wird der „liebe" Advent wirklich zu einer ansprechenden Zeit, wo man in Jesus Christus Licht und Wegweisung erhält. Durch ihn ist der „Friede" nicht so sehr ein weltliches und äußerliches Ereignis, sondern ein innerliches Geschehen, das Hoffnung und Freude geprägt wird.

Norbert Burmettler

 

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Inhaltlich geht es bei den Kursen darum, die Advents- bzw. Fastenzeit intensiver zu leben.
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